(Foto: Oliver Thelen)
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Gangelt. Die Feuerwehr Gangelt wurde heute Nacht um 2:49 Uhr zu einem schweren Verkehrsunfall alarmiert. Bereits die Alarmierung deutete auf ein außergewöhnlich heftiges Ereignis hin, welches sich leider vor Ort bestätigte.

Der Fahrer eines Kleintransporters mit polnischen Kennzeichen befuhr nach ersten Erkenntnissen die B 56 aus Richtung Heinsberg kommend in Richtung Niederlande. In seinem Fahrzeug befanden sich zum Unfallzeitpunkt zwei Mitfahrer. Zeitgleich war der Fahrer eines Mercedes A180 mit schwedischen Kennzeichen in Gegenrichtung auf der B 56 unterwegs, in seinem Fahrzeug befanden sich ebenfalls zwei Mitfahrer. In Höhe der Abfahrt Vinteln kam es aus bislang ungeklärter Ursache zum Frontalzusammenstoß beider Fahrzeuge. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Mercedes im Fahrerbereich sehr stark deformiert und über die Leitplanke geschleudert. Der Transporter wurde im Bereich des Beifahrers besonders stark getroffen. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Fahrer des Mercedes sowie seine auf dem Rücksitz befindliche Mitfahrerin tödlich verletzt. Der weitere Beifahrer des Mercedes wurde durch den Aufprall lebensgefährlich verletzt und musste durch die Rettungskräfte befreit werden. Er wurde anschließend mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus der Maximalversorgung transportiert.

Schwer eingeklemmt war ebenso ein Mitfahrer des Kleintransporters. Mit hydraulischem Rettungsgerät befreiten Einsatzkräfte der Feuerwehr den Mann und übergaben den Patienten dem Rettungsdienst. Nach einer Stabilisierung vor Ort wurde der Mann mit lebensgefährlichen Verletzungen durch den Rettungshubschrauber der Bundeswehr in ein weiteres Krankenhaus der Maximalversorgung geflogen. Der Fahrer des Kleintransporters musste ebenfalls durch Einsatzkräfte der Feuerwehr aus dem Wrack befreit werden, er wurde mit schweren Verletzungen durch den Rettungsdienst in ein Krankenhaus transportiert. Der weitere Beifahrer des Kleintransporters konnte sich selbst aus dem Wrack befreien, er wurde durch Ersthelfer versorgt und anschließend mit schweren Verletzungen durch den Rettungsdienst in ein viertes Krankenhaus transportiert.

Nachdem die Verletzten durch den Rettungsdienst versorgt und zur weiteren Behandlung in die umliegenden Krankenhäuser transportiert wurden, begann für die Polizei die aufwendigen Spurensicherungsarbeiten. Hierzu wurde auch ein Gutachter hinzugezogen. Eine Herausforderung für die Einsatzkräfte stellte die Bergung der beiden tödlich verletzten Insassen des Mercedes, insbesondere des massiv eingeklemmten Fahrers. Um die Pietät zu wahren, verwenden die Einsatzkräfte bei der Bergung von Opfern die gleichen Techniken und Anforderungen wie bei anderen Patienten. Mit verschiedenen hydraulischen Rettungsgeräten gelang den Einsatzkräften der Feuerwehr die aufwendige technische Bergung. Während und nach dem Einsatz wurden Angehörige der Opfer sowie die eingesetzten Kräfte durch Mitglieder der Notfallseelsorge und des PSNV-Teams (Psychosoziale Notfallversorgung) des Kreises Heinsberg betreut.

Für die Dauer der Rettungs-, Bergungs- und Aufräumarbeiten musste die Bundesstraße 56 zwischen den Ausfahrten Vinteln und Birgden in beide Richtungen voll gesperrt werden. Insgesamt waren rund 80 Einsatzkräfte der Einheiten Birgden, Breberen, Gangelt, Kreurzath, Schierwaldenrath und Stahe-Niederbusch, des Rettungsdienstes und der Polizei rund 5 Stunden lang unter der Leitung von Gemeindebrandinspektor Günter Paulzen im Einsatz. (ots)

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