Gedenkgottesdienst in der Münster-Basilika: "Heinz Feldhege war rheinisch, volksnah, ausgleichend und stets mit Blick für das Verbindende“, betonte Oberbürgermeister Felix Heinrichs in seiner Trauerrede (Foto: Stadt MG)
Anzeige

Mönchengladbach. Gedenkgottesdienst in der Münster-Basilika: „Er war rheinisch, volksnah, ausgleichend und stets mit Blick für das Verbindende“

Rund 100 Menschen nahmen gestern bei einem ökumenischen Gedenkgottesdienst in der Münster-Basilika noch einmal Abschied von Ehrenoberbürgermeister Heinz Feldhege, der am 23. Juni im Alter von 92 Jahren verstarb. Unter den Gottesdienstbesuchern waren neben den Familienangehörigen auch enge Weggefährten, seine Amtsnachfolger, Vertreter des Verwaltungsvorstandes und ehemalige Beigeordnete sowie Vertreter aus Bundes-, Landes- und Lokalpolitik, Wirtschaft und Brauchtum sowie zahlreiche Bürger*innen. Corona bedingt fand die Trauerfeier für Heinz Feldhege vor Wochen nur im engsten Familienkreis statt.

Heinz Feldhege war von 1984 bis 1997 Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach und wurde nach der Amtsübergabe vom Rat zum Ehrenoberbürgermeister ernannt. „Auch wenn die Herzen von Trauer erfüllt sind, so tragen wir auch alle schöne, lustige, beeindruckende und prägende Erinnerungen in uns. Denn Heinz Feldhege waren seine Mitmenschen immer wichtig. Er hörte ihnen zu und setzte sich für sie ein. Aus dem Impuls heraus, etwas zum Besseren in der Stadt zu verändern, ging er in die Politik und war 13 Jahre lang ehrenamtlicher Oberbürgermeister“, betonte Oberbürgermeister Felix Heinrichs in seiner Ansprache, in der er an markante Ereignisse, an denen Feldhege mitgewirkte hatte, erinnerte, so als Mitglied des Übergangsrates 1975 bei der kommunalen Neugliederung, bei seinem Einsatz um die Erhaltung und Sanierung von Schloss Rheydt und als Gründungsmitglied im Kuratorium zur Verleihung der Goldenen Blume von Rheydt. „Seine vielleicht wichtigste und zugleich schwierigste berufliche Begegnung war sicherlich die Woche der jüdischen Mitbürger 1989, zu der mehr als 300 jüdische Mitbürger aus aller Welt seiner herzlichen und ehrlichen Einladung nach Mönchengladbach folgten“, erinnerte Felix Heinrichs. „Damit ist ihm etwas ganz Großes gelungen. Die Versöhnung mit den Menschen jüdischen Glaubens ist eben nicht nur eine abstrakte Aufgabe von Regierungen. Sie ist tägliche Arbeit von uns allen hier vor Ort. Das hat Heinz Feldhege früh erkannt und sein Handeln daran ausgerichtet“, so der Oberbürgermeister weiter.

„Sehr am Herzen lag ihm auch der Volksverein, denn er war ein durch und durch sozialer Mensch“, so Felix Heinrichs. „Heinz Feldhege konnte als gelernter Eisenbahner auf dem großen Parkett glänzen und gleichzeitig den einfachen Leuten auf Augenhöhe begegnen. Er blieb stets der bodenständige und verbindliche Mann. Er war rheinisch, volksnah, ausgleichend und stets mit Blick für das Verbindende“.

Beitrag drucken
Anzeigen