Austausch zum Projektstatus: Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Matthias Draek (Gartenbaubetrieb Draek), Straelens Bürgermeister Bernd Kuse und Dr. Frank Strozyk, Fraunhofer IEG.(v.l.n.r.) (Foto: Stadt Straelen)
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Straelen. Wirtschaftsminister Pinkwart informiert sich in Straelen

Im April hatte sich die Stadt Straelen beim Landeswettbewerb „Wärme aus Tiefengeothermie in NRW“, zu dem das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie aufgerufen hatte, neben zwei weiteren Bewerbern durchgesetzt und die Förderzusage zur Durchführung einer Machbarkeitsstudie in Höhe von bis zu 500.000 Euro erhalten.

Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart kam jetzt nach Straelen, um sich vor Ort über den aktuellen Stand des Projektes zu informieren. Gemeinsam mit Bürgermeister Bernd Kuse besuchte der Wirtschaftsminister den Gartenbaubetrieb Draek, neben Agrobusiness Niederrhein e. V., Landgard eG, dem Versuchszentrum Gartenbau der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Straelen, Gelsenwasser AG und dem Gartenbaubetrieb Wans Rosen Projektpartner der Stadt Straelen. Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts hat die Fraunhofer IEG übernommen, welche anwendungsnahe Forschung zu Geothermie und Energieinfrastrukturen betreibt.

Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart hob die Bedeutung der Tiefengeothermie im Hinblick auf das angestrebte Ziel der Klimaneutralität bis 2045 hervor. Dies sei nur erreichbar, wenn die Anstrengungen zur Umstellung auf erneuerbare Energien auch im Wärmebereich verstärkt würden.

Fällt die Prüfung der Machbarkeitsstudie positiv aus, muss die Umsetzung so schnell wie möglich folgen. In diesem Punkt sind sich alle Projektpartner einig. Dr. Frank Strozyk, Leitung Transfer und Kommunikation bei Fraunhofer IEG, stellte die nächsten Projektschritte vor und betonte: „Wir stehen in den Startlöchern. Jetzt kommt es darauf an, schnell die Freigabe der Fördergelder mit dem Ministerium abzustimmen. Bei optimalem Verlauf können wir noch im Herbst mit der Machbarkeitsstudie beginnen. Leider erweisen sich jedoch die Finanzierung sowie die Genehmigungsverfahren immer wieder als der Flaschenhals von innovativen, bergrechtlichen Projekten wie diesem. Es gilt daher den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen.“

Teil der einjährigen Machbarkeitsstudie ist die Auswertung der vorliegenden geologischen Daten und gegeben falls die Erarbeitung eines Katalogs von anschließenden Messkampagnen, um Datenlücken zu schließen. Ziel ist es abzuschätzen, ob in einer Tiefe von drei bis vier Kilometern genug heißes Thermalwasser vorhanden ist, um die Wärmebedarfe von Gewächshäusern und weiteren Abnehmern zu befriedigen. Deshalb wird gleichzeitig eine Bedarfsanalyse zu den benötigten Wärmemengen von Betrieben, öffentlichen Gebäuden und Neubaugebieten erstellt und auch ermittelt, wie ein zukünftiges Fernwärmenetz gebaut und betrieben werden könnte. Insbesondere der Einsatz von Wärmepumpen und die Einrichtung von mehreren Betriebstemperaturniveaus könnte helfen, viele Anwender mit unterschiedlichen Temperaturbedürfnissen einzubinden und einen wirtschaftlichen Betrieb zu erreichen. Von der Erkenntnis, dass eine Machbarkeit vorliegt bis zur tatsächlichen Wärmegewinnung inklusive der flächendeckenden Anbindung ist ein Zeitraum von etwa fünf bis zehn Jahren anzusetzen.

„Die Tiefengeothermie kann einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Wärmversorgung liefern. Dies gilt nicht nur für unsere Gartenbaubetriebe, sondern sicherlich im zweiten Schritt auch für den Wohnungsbau oder unser Schwimmbad“, erklärt Bürgermeister Kuse, „ich freue mich, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern daran arbeiten, die Wende weg von fossilen Energieträgern und hin zur klimaneutralen Energieversorgung in Straelen zu ermöglichen.“ Tiefengeothermie könnte so dazu beitragen, die energieintensive Agrarindustrie in Straelen nachhaltiger zu machen und dem Wirtschaftsstandort einen Wettbewerbsvorteil zu geben.

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