Landrat Hans-Jürgen Petrauschke überreichte den Eheleuten Monika und Gregor König das Bundesverdienstkreuz am Bande (Foto: Rhein-Kreis Neuss)
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Rhein-Kreis Neuss/Meerbusch. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hat dem Ehepaar Monika und Gregor König aus Meerbusch das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. „Diese überaus seltene Ehrung ist ein Symbol für die Achtung und Anerkennung, die Ihnen, den zu Ehrenden, in Meerbusch und über die Stadt- und Kreisgrenzen weit hinaus entgegengebracht werden“, betonte der Landrat in seiner Laudatio.

Das Ehepaar hat 2009 die Kinderaugenkrebsstiftung „KAKS“ ins Leben gerufen und setzt sich mit dieser Stiftung ehrenamtlich für betroffene Kinder und Erwachsene und ihre Familien ein. Monika und Gregor König haben selbst drei Kinder. Als ihre jüngste Tochter im Jahr 2007 an einem Retinoblastom auf beiden Augen erkrankte und ein Augenlicht verlor, riefen sie die Kinderaugenkrebsstiftung ins Leben. Petrauschke hob hervor: „Ihre persönliche Betroffenheit war der Auslöser für Ihr vorbildliches und unermüdliches ehrenamtliches Engagement. Ich möchte Ihnen beiden heute für Ihren langjährigen Einsatz von Herzen danken.“

Aufgaben der Stiftung sind zum einen Aufklärung und Früherkennung und zum anderen die Erforschung des Kinderaugenkrebses und neuer Krebstherapien. Unter anderem hat die Stiftung die Anschubfinanzierung zu Projekten für eine verbesserte Diagnostik geleistet – ebenso wie für die Entwicklung der „CAR-T-Zell-Therapie“ an verschiedenen Universitäten, darunter in Berlin und Tübingen.

Mit ihrer Arbeit haben die Meerbuscher eine flächendeckende Aufklärung in Deutschland über das Retinoblastom erreicht, das früher noch relativ unerforscht war. So engagierten sie sich zum Beispiel für eine Vorsorgepflicht bereits für Babys im Alter von sechs Monaten, während früher die Augen der Kinder erst zum Schulbeginn geprüft wurden. Darüber hinaus machen sie mit der Kampagne „Weiß sehen“ darauf aufmerksam, dass Kinderaugen, die auf Fotos weiß überstrahlt sind, ein Anzeichen für eine Krebserkrankung sein können.

Die Stiftung unterstützt auch betroffene Familien: Eltern, deren Kinder erkrankt sind, tauschen sich bei regelmäßigen „Retinoblastom-Treffen“ mit Ärzten und Experten aus. Erkrankte Kinder kommunizieren untereinander in einer 2016 entwickelten World-App. An Betroffene versendet die Stiftung zudem seit über zehn Jahren Stoffelefanten mit dem Namen „Elli“, die ein herausnehmbares Glasauge haben und mit denen die Kinder die Pflege der eigenen Prothesen üben können.

Dank der Stiftung sind mehrere Retinoblastom-Zentren in Entwicklungsländern entstanden mit Möglichkeiten der Behandlung durch Chemotherapie. Diese Therapie wird heute in Tilganga / Kathmandu in Nepal sowie in Chittagong in Bangladesh eingesetzt.

In seiner Laudatio wies der Landrat darauf hin, dass das Ehepaar König zusammen mit vielen anderen Menschen die notwendigen finanziellen Mittel für die Stiftung durch Spenden aufbringt. „Nicht nur Privatleute spenden, auch zahlreiche Großspenden gehen immer wieder ein“, sagte Petrauschke und nannte als Beispiele die Unterstützung durch Spenden des Düsseldorfer Hockey-Clubs, des Musikvereins Ellwangen und der Münchner Kinderhilfsstiftung „Tribute to Bambi“. Die Soziallotterie „Aktion Mensch“ unterstützt ebenfalls die Arbeit der Kinderaugenkrebsstiftung.

Petrauschke stellte fest: „Es braucht einen langen Atem, um das Engagement der heute zu Ehrenden zu würdigen. Mit ihrem Elan und ihrer Zielstrebigkeit, ihrer Kompetenz und ihrer Erfahrung haben Monika und Gregor König viel bewegt. Wir können uns glücklich schätzen, Menschen mit ihrer Einstellung in unseren Reihen zu wissen.“

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