(Perspektive: Jost Hauer)
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Wachtendonk. Löschzug Wachtendonk der Gemeinde Wachtendonk

Das 1963 an der Kempener Straße 8 errichtete Feuerwehrgerätehaus der Gemeinde Wachtendonk platzt aus allen Nähten. Die im Altbau anzutreffenden Verhältnisse erlauben trotz vereinzelter Nachrüstungen nicht die Umsetzung der heute geltenden Anforderungen an den Arbeitsschutz. Darüber hinaus werden zur Bewältigung der stetig gestiegenen Aufgaben und Einsatzzahlen weitere Fahrzeuge und Einsatzgeräte benötigt, die im vorhanden Gebäude keinen Platz finden.

Nur einige hundert Meter weiter errichtet die Gemeinde Wachtendonk an der Kempener Straße 59 ein neues, auf die Zukunft ausgerichtetes Feuerwehrgerätehaus. Die für den Neubau zu erbringenden Planungsleistungen wurden europaweit ausgeschrieben, der Zuschlag für die Architektenleistungen ging an das Büro Michael van Ooyen Freie Architekten Partnerschaft mbB aus Straelen.

Das neue Gebäude der Feuerwehr Wachtendonk präsentiert sich am südlichen Ortseingang mit einer auf das Wesentliche reduzierten Architektursprache und einer Ziegelfassade, die das ortstypische Material der Bebauung aufnimmt. Der parallel zur Kempener Straße ausgerichtete Baukörper schirmt Emissionen gegenüber dem südlich angrenzenden Wohngebiet ab.

Der Neubau wird sowohl von der Kempener Straße, als auch vom Loeweg erschlossen. Während die Einsatzkräfte im Alarmfall über den Loeweg anrücken, rücken die Einsatzfahrzeuge getrennt von der Zufahrt über die Kempener Straße aus. Nach dem Einsatz kehren die Einsatzfahrzeuge über den Loeweg in das Gerätehaus zurück. Hierdurch finden sowohl die Belange des Arbeitsschutzes als auch des Lärmschutzes Berücksichtigung.

Der Neubau bietet Platz für sechs Einsatzfahrzeuge. Um Rückwärts- und Rangierfahrten zu vermeiden werden vier Stellplätze aus Sicherheitsgründen als Durchfahrtsplatz ausgeführt. Neben den Umkleiden für männliche und weibliche Einsatzkräfte sowie für die Jugendfeuerwehr mit insgesamt über 100 Doppelspinden entstehen Sanitärräume, Werkstätten, Schulungs- und Verwaltungsräume.

Durch die Kompaktheit des Baukörpers wird ein gutes Verhältnis von Hüllfläche zu Volumen erreicht. Die minimalen Verkehrsflächen wirken sich günstig auf die Brutto-Grundfläche und den Brutto-Rauminhalt aus. Das Nachhaltigkeitskonzept für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses umfasst eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen, die sich sinnvoll ergänzen. Der weitgehende Verzicht auf Verbundbaustoffe ermöglicht nach dem Ende der Nutzungszeit die Rückführung der verbauten Materialien in den Stoffwechselkreislauf. Die massiven Bauteile des Neubaus wirken klimaregulierend. Der Einsatz technischer Anlagen wird auf das Notwendige begrenzt.

Bei der Realisierung des Bauvorhabens soll auf die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zurückgegriffen werden. Die geplante Anlagentechnik umfasst eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Frischwasserstation zur Warmwasserbereitung, Raumlufttechnische-Anlagen mit 75% Wärmerückgewinnung, LED-Leuchten mit Präsenzmelder und eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 30 kWp.

Das 1.535 qm umfassende Raumprogramm wurde unter Beteiligung von Feuerwehr, Politik, Verwaltung und Planern festgelegt und am 01.07.2021 vom Rat der Gemeinde Wachtendonk als Grundlage für die weitere Planung bestätigt. Die Kosten für den Neubau belaufen sich nach der ersten Schätzung auf 4,56 Mio. €.  Zusammen mit den Kosten für die Beseitigung der kontaminierten Auffüllungen des Grundstücks und den bis zur Submission geschätzten Baupreissteigerung wird mit Baukosten in Höhe von 4,98 Mio. € gerechnet. Der Baubeginn ist Anfang Juli 2022, die Fertigstellung Ende August 2023 geplant. Die Gemeinde Wachtendonk hofft auf eine rege Beteiligung regional ansässiger Firmen an der Ausschreibung der Bauleistungen.

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