Pflegekräfte im Städtischen Krankenhaus Nettetal (Aufnahme vor Corona ohne Maske) (Foto: privat)
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Nettetal. Offizielle Daten zum Pflegepersonalquotienten bestätigen gutes Verhältnis von Pflegeaufwand zu Pflegekräften

Die Pflege sorgt dafür, dass Patienten sich im Krankenhaus gut aufgehoben fühlen. Aber wer sorgt für die Pflege?

Im Nettetaler Krankenhaus haben Verantwortliche die über die Jahre steigende Belastung nicht nur erkannt, sondern auch entsprechend gehandelt. So wurde im Städtischen Haus in den letzten beiden Jahren um über 20 Vollzeitpflegefachkräfte aufgestockt. „Das war wirtschaftlich möglich, da der Bund das Pflegeförderprogramm sowie das Pflegebudget ins Leben gerufen hat“, betont Norbert Peffer, Pflegedienstleiter und Betriebsleiter des Hauses. „Und wichtig!“ fügt er hinzu. „Wir wollen unseren Leitsatz einfach gut aufgehoben fühlen nicht nur auf Papier festschreiben, sondern auch leben und dafür sorgen, dass sich Patienten und Mitarbeiter darin gleichermaßen bestätigt fühlen.“

Die Bemühungen zur Entlastung der Pflege in Nettetal spiegeln sich aktuell in den jüngst veröffentlichen Daten zum Pflegepersonalquotienten wider. Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) berücksichtigt bei der bundesweiten Auswertung verschiedene Parameter, um das Verhältnis von Pflegeaufwand eines Hauses zu der Anzahl der Pflegekräfte zu berechnen. Grundsätzlich gilt, je niedriger der Wert, desto besser ist das Verhältnis für Pflege und Patient. Die positive Entwicklung im Nettetaler Haus ist unverkennbar: Lag der Wert 2019 noch bei 67,56 so ist das Ergebnis im letzten Jahr bereits bei 45,53 angekommen. Das bedeutet, die kontinuierliche Einstellung von Fachkräften trägt Früchte. Und auch, wenn die absoluten Zahlen durch Fallrückgänge in der Pandemie nicht zu 100 Prozent mit den Werten des Vorjahres vergleichbar sind, ist der positive Trend unverkennbar. Im Vergleich zu den benachbarten Krankenhäusern der Akutversorgung weist Nettetal das beste Ergebnis vor.

Doch darauf will sich die Führung des Hauses nicht ausruhen. Denn vor allem der aktuell bundesweite hohe Krankenstand in der Pflege zeige sich auch in Nettetal. „Ein klares Zeichen für eine landesweite Schieflage“, so Jörg Schneider, Geschäftsführer im Nettetaler Krankenhaus. „Für uns bedeutet das, die Maßnahmen zur Stärkung unserer Pflegekräfte im Rahmen unserer Möglichkeiten weiter voran zu treiben und kontinuierlich umzusetzen, um eine bestmögliche Entlastung für unsere Pflegekräfte zu erzielen.“ Denn diese komme leider trotz fortwährender Personalaufstockung aufgrund des momentan hohen Krankenstandes noch nicht in jedem Winkel des Hauses an.

Neben der Einstellung von Fachkräften greifen in Nettetal auch andere Maßnahmen, die die Gesundheit der Mitarbeiter stärken. Und die tragen sowohl zum körperlichen, aber auch zum seelischen Wohl bei. Alle Mitarbeiter haben freien Zugang zum Training und zu den Kursen bei NetteVital. Zudem finden regelmäßige Workshops zum Thema „Stressbewältigung“ statt. Aktuell nutzen vorwiegend Mitarbeiter aus der Pflege zwei laufende Angebote zum Thema „Gesund bleiben im Schicht- und Bereitschaftsdienst“ und „Humor in der Pflege“, denn der Spaß an und bei der Arbeit und vor allem eine Portion Gelassenheit und Leichtigkeit dürften nicht zu kurz kommen, um dauerhaft gesund zu bleiben, betont Schneider. „Gleichzeitig nehmen wir die Sorgen und Belastungen unserer Mitarbeiter sehr ernst“, sagt der Geschäftsführer. So etablierte er im Zuge der Pandemie eine psychologische Sprechstunde, die einmal in der Woche beim ansässigen Kooperationspartner, dem Psychologischen Institut am Niederrhein (PIN), von allen Mitarbeitern genutzt werden kann. Wichtig sei auch der stetige Austausch. Die Pflegedienstleitung geht jeden Tag über alle Stationen des Hauses, um in einem fortwährenden Gespräch zu bleiben und auch hier Sorgen und Nöte abzuholen. „Zudem stehen unsere Türen immer offen und das wissen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch“, betont Schneider.

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