(Foto: Bundespolizei)
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Kleve/Kempen/Straelen. Am frühen Sonntagmorgen, 5. Dezember 2021 um 03:25 Uhr, meldete sich der Fahrer eines Lastkraftwagens nach der Einreise aus den Niederlanden telefonisch bei der Bundespolizei in Kleve. Der 32-jährige Ukrainer teilte mit, dass er sich mit seinem Fahrzeug auf einem Firmenparkplatz in unmittelbarer Nähe der Bundesautobahn A 40 befindet. Weiter gab er an, Klopfgeräusche zu hören und vermutet daher, dass sich Personen auf der Ladefläche befinden. Die Nachschau einer Streife der Bundespolizei vor Ort ergab, dass die hintere Tür aufgebrochen und die Versiegelung entfernt war. Nach Öffnung des Kühltransporters konnten vier Afghanen im Alter von 13,16,17 und 19 Jahren angetroffen werden. Im Ladebereich herrschte zu diesem Zeitpunkt eine Temperatur von -1 Grad Celsius. Ein hinzugerufener Notarzt untersuchte die Männer dann unmittelbar nach Verlassen der Ladefläche. Anschließend wurden alle Personen in Gewahrsam genommen und zwecks weiterer Sachbearbeitung zum Bundespolizeirevier Kempen gebracht.

Gegen 9:00 Uhr erhielt die Dienststelle in Kempen einen Anruf der Leitstelle der Polizei Viersen mit Nachfrage, ob sich Personen im Gewahrsam der Bundespolizei befinden, die sich zuvor auf der Ladefläche eines Lastkraftwagens befanden. Hintergrund der Rückfrage waren drei Notrufe, die bei der belgischen Polizei eingegangen waren. Hier gab der Anrufer an, dass er sich mit weiteren Personen in einem Lastkraftwagen befindet und bat um Hilfe. Da eine Ortung des Handys fehlschlug, wurden die Information seitens belgischer Polizei an niederländische und deutsche Behörden übermittelt. Der Polizei Viersen konnte bestätigt werden, dass sich die Männer im Gewahrsam befinden. Zur Bestätigung der übermittelten Rufnummer sendeten die Beamten dann eine Nachricht an das Mobiltelefon. Außerdem erfolgte ein Anruf der belgischen Polizei. Hierdurch konnte zweifelsfrei der Anruf zurückverfolgt werden.

Im Rahmen der durchgeführten Vernehmung gaben die Afghanen an, dass sie in Calais (Frankreich) auf den Lastkraftwagen gestiegen sind. Eine Auslesung des Kühlprotokolls durch die Bundespolizei mit einer Temperaturabsenkung zum Zeitpunkt des Zustiegs in den Kühlanhänger deckt sich mit den Aussagen der Männer. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft in Kleve wurde der Fahrer nach Abschluss der grenzpolizeilichen Maßnahmen vor Ort entlassen und die Weiterreise gestattet. Die 13, 16 und 17-jährigen Afghanen wurden dem zuständigen Jugendamt übergeben. Der 19-jährige Afghane war bereits anhand seiner Fingerabdrücke in Bulgarien, Österreich und Rumänien bekannt. Er wird heute Morgen dem zuständigen Haftrichter zwecks der Beantragung von Zurückschiebehaft vorgeführt. (ots)

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