Vorher-Nachher (Fotos: Thomas Momsen/St.-Clemens-Hospital)
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Rees/Geldern. Die Reeserin Sarah Küppers wurde im Juni im Adipositas-Zentrum des Gelderner St.-Clemens-Hospitals operiert. Inzwischen hat sie mehr als 40 Kilo an Gewicht verloren.

Sarah Küppers sieht aus wie ein Curvy-Model und sprüht vor Lebensfreude. Kaum zu glauben, dass das vor einem halben Jahr noch ganz anders war. „Am 22. Juni habe ich mich im St.-Clemens-Hospital einer Schlauchmagen-OP unterzogen. Das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens“, sagt die 37-jährige überzeugt. Mehr als 40 Kilo hat sie seitdem verloren, jedes einzelne wird gefeiert. „Ich fühle mich wie befreit, bin viel aktiver und endlich wieder ich“, so ihr Fazit.

Fragt man sie, warum sie sich zu diesem radikalen Schnitt entschieden hat, lautet die Antwort lapidar: „Für mich!“. Klar, sie sei nie schlank gewesen. Doch zuletzt habe sie sich zunehmend unwohl gefühlt. Ihren hohen Blutdruck musste sie mit Medikamenten behandeln. Vor zwei Jahren kam dann der Schock. Eine Freundin starb mit gerade mal 50 Jahren an den Folgen ihrer schweren Adipositas. Damals schwor sich die Reeserin: Das darf mir nicht passieren. Ich möchte für meine Kinder da sein.

Weil Diäten nie einen nachhaltigen Erfolg zeigten, begann sie, sich im Internet über medizinische Hilfen zur Gewichtsreduktion zu informieren. Dabei stieß sie auf das Adipositas-Zentrum Niederrhein Geldern. „Ich habe Kontakt aufgenommen und gleich gespürt: Das passt. Von der ersten Minute an habe ich mich gut aufgehoben und unterstützt gefühlt.“ Dazu trug vor allem Steffi Tilch-Wagner bei. Die Fachkoordinatorin Adipositas hat Sarah Küppers auf ihrem Weg von der multimodalen Vorbereitung bis zur OP begleitet. „Für die Einwilligung der Krankenkasse sind viele Nachweise erforderlich, zum Beispiel eine Ernährungsberatung und ein psychologisches Gutachten“, erklärt die Expertin aus dem St.-Clemens-Hospital. Ein Teil davon kann durch das Krankenhaus geleistet werden, für andere gibt es Kooperationspartner, zu denen Steffi Tilch-Wagner den Kontakt herstellt. Sie ist es auch, die ihre Schützlinge nach der OP regelmäßig einbestellt. „Es gibt typische Gesundheitsrisiken, auf die wir achten müssen. Haarausfall zum Beispiel deutet auf eine Mangelernährung hin. Das lässt sich gut mit geeigneten Nahrungsergänzungsmitteln ausgleichen“, so die Fachfrau. Bei Sarah Küppers jedoch gibt es keinen Grund zur Sorge. Ihre Werte sind perfekt, auch den Blutdrucksenker konnte sie nach der OP absetzen.

Spiegelt sich dieser positive Trend auch im Privaten wider? „Ganz bestimmt“, lautet die Antwort. Auf die Zuneigung und Unterstützung ihres Mannes kann sich die junge Frau immer verlassen. „Er liebt mich so, wie ich bin.“ Für ihn war die OP nicht notwendig, doch als ihre Entscheidung feststand, hat er sie unterstützt. „Nach dem Eingriff überraschte er mich mit einem Fahrrad. Schließlich spielt Bewegung heute in meinem Leben eine wichtige Rolle. Fahrrad gefahren bin ich allerdings zuletzt mit 16“, gibt sie zu. Selbstverständlich hat ihre Familie sie auf der ersten Tour begleitet. Emma (9) und Lennart (5) waren begeistert. Für die beiden ist ohnehin klar: Unsere Mama ist die Schönste der Welt!

Bleibt die Frage, ob die Umstellung der Ernährung mit dem verkleinerten Magen ein Problem darstellt. „Überhaupt nicht“, versichert Sarah Küppers. „Ich verzichte auf Nichts. Sogar Eis und Schokolade gönne ich mir hin und wieder.“ Im Schnitt liegt sie bei maximal 1.400 Kalorien pro Tag. Und wenn sie doch einmal über die Stränge schlägt, passt sie ihre Ernährung am folgenden Tag einfach an. „Das klappt super“, freut sich die lebenslustige Niederrheinerin. Ihr nächstes Ziel liegt bei 97 Kilo. Soviel wog sie, als sie ihren Mann kennenlernte. Und dann: „Irgendwann eine 6 vorne wäre toll. 66 Kilo sind mein Wunschgewicht“, erklärt Sarah Küppers selbstbewusst. Einen Traum hat sie sich schon jetzt erfüllt. „Ich wollte einmal im Leben so ein rotes Kleid tragen wie Julia Roberts im Film Pretty Woman. Im Sommer habe ich das Kleid in Größe 40/42 gekauft und mir fest vorgenommen, es an Weihnachten zu tragen. Jetzt passt es!“. Damit macht sich Sarah Küppers selbst das größte Geschenk.

Seit rund zwei Jahren werden im Adipositas-Zentrum Niederrhein Menschen mit krankhaftem Übergewicht leitliniengerecht betreut. Seit Sommer ergänzt die Adipositas-Chirurgie das Versorgungsangebot. Für Interessenten bieten die Verantwortlichen freitags um 12 Uhr eine Online-Beratung an. Nach einer allgemeinen Einführung besteht die Möglichkeit, im Vier-Augen-Gespräch Fragen zu klären. Die Anmeldung zur Online-Beratung kann telefonisch unter 02831 390-2617 oder per E-Mail unter s.tilch-wagner@clemens-hospital.de erfolgen.

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