Mit Nistkästen sollen im Frühjahr Meisen zum Brüten in Eichen angelockt werden (Foto: Kreisstadt Mettmann)

Mettmann. Die städtische Abteilung Grünflächen hat in dieser Woche zehn Nistkästen an Eichen, die auf Schulhöfen stehen, anbringen lassen. An den Bäumen mussten in der Vergangenheit immer wieder Nester des Eichenprozessionsspinners beseitigt werden. Die Haare der Raupen, die im späten Frühjahr an Eichen anzutreffen sind, können beim Menschen durch Berührung Reizungen der Haut und beim Einatmen Reizungen der Schleimhäute sowie Schwindel, Fieber und Müdigkeit verursachen.

Bisher wurden die Eichen entweder vorbeugend mit einem Biozid gespritzt, oder die Nester bei Befall durch eine Fachfirma abgesaugt.

Die Stadt möchte mit dieser Maßnahme die Verbreitung des Eichenprozessionsspinners auch auf natürliche Weise bekämpfen. Die Meisen sollen als natürliche Feinde der Raupen durch Nistkästen in den Eichen angelockt werden.

Vor einigen Jahren wurde festgestellt, dass Kohlmeisen, Blaumeisen und andere Vögel die jungen Eichenprozessionsspinnerraupen fressen. Diese weisen zwar auch schon Haare auf, sie sind aber noch nicht so giftig, wie die des späteren Raupenstadiums.

Inzwischen wurde sogar beobachtet, dass Kohlmeisen eine Möglichkeit gefunden haben, die Brandhaare vor dem Fressen zu entfernen, so dass auch ältere Raupen gefressen werden. Sollte die Aktion erfolgreich sein, wird die Stadt weitere Nistkästen aufhängen.

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