(Foto: Johannes May)

Dormagen. Mit einem Appell an betroffene Frauen mutig zu sein sich zu wehren endete der vierte Dormagen Talk des CDU-Stadtverbandes Dormagen zum Thema „Hinsehen statt weggucken und helfen! Nein zu Gewalt an Frauen!“. CDU- Landtagsabgeordnete und frauenpolitische Sprecherin der CDU-Faktion im Landtag, Heike Troles, betonte wie wichtig es ist, Gewalt an keiner Stelle zu akzeptieren: „Wir als Landesregierung haben daher für Beratungs- und Hilfsangebote die Gelder erheblich aufgestockt. Diese Gelder zeigen, wie wichtig uns als CDU dieses Thema ist. Unser Ziel ist, damit die Prozesse zu unterstützen, die betroffenen Frauen in die Lage versetzt, sich selber oder mit Hilfe anderer aus häuslicher Gewalt zu befreien“, erläuterte Heike Troles.

Als Fachfrau gab Janne Gronen, Geschäftsführerin der Frauenberatungsstelle Neuss, Auskunft über die vielen Hürden die Frauen zu gehen haben, bevor eine Beratung in Anspruch und damit die ersten Schritte raus aus der Gewalt gegangen werden: „Häufig wird versucht diese Frauen mit physischer und psychischer Gewalt zu unterdrücken, von Freunden und Familie zu entfremden und damit zu kontrollieren. Hinzu kommen viele emotionale Ängste um Kinder und Scham darüber, dass eine Beziehung nicht wie gewünscht funktioniert.“ Für Frau Gronen sind daher die Prozesse zur Selbsterkenntnis zentral, um sich aus solchen Beziehungen befreien zu können. „Es gehört sehr viel Mut dazu sich Freunden oder Familienangehörigen zu öffnen, Probleme in einer Beziehung zu reflektieren und dann Hilfe zum Beispiel über unsere Beratungsstelle zu suchen und anzunehmen“, erklärte Frau Gronen.

Die dritte Teilnehmerin auf dem Podium war die Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Anissa Saysay. Bereits während des Studiums der Politikwissenschaften hat sie sich mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt. „Wir haben es hier nicht mit einem Phänomen zu tun, dass in wenigen Ausnahmefällen vorkommt. Es ist ein alltägliches Problem, auf das wir alle immer wieder und regelmäßig aufmerksam machen müssen“, betonte Frau Saysay. „Gewalt in Beziehungen kommt überall und in allen Schichten vor. Unsere Aufgabe ist es daher, offen zu diesem Thema zu kommunizieren, das Selbstbewusstsein betroffener Frauen zu stärken und die Augen auch in unserem näheren Umfeld offen zu halten.“

Von der nordrhein-westfälischen Landesregierung wurden die Plätze in Frauenhäusern landesweit von 571 auf aktuell 635 Plätze aufgestockt. Gefördert werden 62 Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen, acht spezialisierte Beratungsstellen für Opfer von Menschenhandel und zwei gegen Zwangsheirat. Der Gesamtetat wurde in den vergangenen fünf Jahren von etwa 18 Millionen Euro auf derzeit etwa 30 Millionen Euro aufgestockt.

Die Frauenberatungsstelle in Neuss trägt die Verantwortung für den gesamten Rhein-Kreis Neuss. Die beiden Zweigstellen in Grevenbroich und Dormagen bieten jeweils einmal die Woche an diesen Orten zusätzliche Termine für persönliche Gespräche an.

InfoKlick: https://www.fbst-ne.de/

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