Wilhelm Hausmann MdL (Foto: privat)

Oberhausen. Landtagsabgeordneter und CDU-Chef will Gewinne in Aufbau von erneuerbarer Energie stecken 

Während Verbraucherschützer raten, die Heiztemperatur zu drosseln und noch kein Ende der Preisspirale sehen, hat die Energieversorgung Oberhausen (EVO) am Wochenende schon wieder eine neue Erhöhung für Strom- und Gaspreise angekündigt, ohne den Anstieg genau zu beziffern. Nach Meinung der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Ruhr (MIT), deren Vorsitzender der Oberhausener CDU-Chef Wilhelm Hausmann (MdL) ist, „müssen deshalb jetzt endlich alle Option auf den Tisch, um zu prüfen, wie wir unsere Abhängigkeit von Russland verringern können“. Dazu zähle auch der Weiterbetrieb von Kernkraftwerken.

Gleichzeitig plädiert Hausmann dafür, dass ein Teil der Gewinne, die daraus resultieren, in den schnelleren Aufbau regenerativer Energien fließen. Womit eine echte Win-Win-Situation entstehen würde.

„Wenn man will, ist ein Weiterbetrieb von sechs Reaktoren durchaus möglich“, so Hausmann weiter. Der CDU-Politiker führt an, dass die Kernkraft im vergangenen Jahr für fast zwölf Prozent der deutschen Bruttostromerzeugung gesorgt hat. „Wenn wir nunmehr sechs Kernkraftwerke weiterlaufen lassen, könnten wir mehr als zwei Drittel der Verstromung durch Gas ersetzen. Dies wäre außerdem ein enormer Beitrag gegen den Klimawandel, weil wir unsere CO2-Emissionen erheblich reduzieren würden.“

Nach Einschätzung von Experten sei es sowohl technisch als auch rechtlich möglich, die Kernkraftwerke noch fünf weitere Jahre zu nutzen, weiß Hausmann. „Die Anlagen, das Personal, die Lieferketten – all das ist vorhanden. Anderenfalls droht Deutschland in eine energiewirtschaftliche Notlage zu geraten. Das kann niemand wollen.“

Allerdings müsse die Entscheidung durch die Politik schnell erfolgen, denn wenn nicht bis zum Frühsommer die politischen Weichen gestellt wären, gebe es kein Zurück mehr. „Das wäre verantwortungslos.“

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