Startender Hubschrauber am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord (Foto: EVKLN)

Duisburg. So funktioniert kollegiale Zusammenarbeit!  

Von Zeit zu Zeit muss die Zentrale Notaufnahme (ZNA) am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord Hilfe bei ungewöhnlichen Notfällen leisten. In diesem Fall bei einem Notfall, auf den die ZNA in Fahrn aufgrund ihrer Ausrichtung eigentlich nicht vorbereitet ist.

Ein Patient aus dem Herzzentrum Duisburg in Meiderich, ein fünf Monate alter Junge mit einem angeborenen Herzfehler, sollte vom Hubschrauber-Dachlandeplatz des Evangelischen Krankenhauses Duisburg-Nord aus nach München geflogen und dort operiert werden. Während der Fahrt von Meiderich nach Fahrn kam es im Intensivtransportwagen des DRK Düsseldorf zu einem respiratorischen Notfall, die Sauerstoffversorgung des Säuglings verschlechterte sich dramatisch.

„Die Kollegen aus dem ITW kamen in die Zentrale Notaufnahme gelaufen und sagten: ´Wir brauchen sofort Hilfe!´“, erinnert sich Dominik Schmidt, Fachkrankenpfleger für Notfallpflege in der ZNA im Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord, „Wir haben den Jungen dann direkt in den Schockraum 1 gebracht – die Sauerstoffsättigung war zu diesem Zeitpunkt praktisch nicht mehr messbar.“ Das Team der ZNA begann mit Sofortmaßnahmen – die Besatzung des bereits auf dem Dach gelandeten ADAC-Intensivtransporthubschraubers Christoph Rheinland war im Schockraum dabei und leistete tatkräftige Unterstützung.

Nach kurzer Zeit gelang es dem Team der ZNA um den Ärztlichen Leiter Sebastian Windmöller zusammen mit Paul Hacke, Leitender Oberarzt der Klinik für Kinderkardiologie am Herzzentrum Duisburg, der Besatzung des ITW und der Helikopter-Crew, den Zustand des Jungen zu stabilisieren. Die Probleme waren damit allerdings noch nicht beendet. „Uns fehlte das komplette Material. Die passenden Schläuche für das Beatmungsgerät zum Beispiel – in der Größe für einen fünf Monate alten Säugling waren die bei uns nicht vorrätig, da unser Krankenhaus über keine Kinderklinik verfügt“, sagt Sebastian Windmöller. Aber auch hier konnte mit kollegialer Unterstützung Abhilfe geschaffen werden: Die Duisburger Feuerwehr sorgte für die schnelle Anlieferung der Schläuche in der richtigen Größe. Paul Hacke kümmerte sich darum, dass sogar ein komplettes Beatmungsgerät für Säuglinge und Kleinkinder nach Fahrn gebracht wurde.

Nach mehreren Stunden konnte das Kind schließlich für flugtauglich erklärt werden. Das Team der Zentralen Notaufnahme hatte während dieser Zeit die Besatzung des Hubschraubers mit Kaffee und Brötchen bei Laune gehalten. Anschließend konnte der kleine Patient nach München geflogen und dort erfolgreich operiert werden.

„Das ist ein tolles Beispiel dafür, wie kollegiale Zusammenarbeit funktioniert“, sind sich Sebastian Windmöller und Dominik Schmidt einig, „Mit dieser Unterstützung konnten wir aus der Stresssituation das Beste machen – und dem kleinen Jungen erfolgreich helfen. Ganz herzlichen Dank dafür an die Kollegen im ITW des DRK Düsseldorf, das Team von Paul Hacke im HZD, die Duisburger Feuerwehr, die Helibesatzung und natürlich an unsere Kolleginnen und Kollegen hier in der ZNA in Duisburg-Nord.“

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