(Foto: privat)

Dormagen. Als „einen Schnellschuss, der gewaltig in die Hose ging“ bezeichnen die Nievenheimer Ratsmitglieder Carola und Rüdiger Westerheide die ursprüngliche Planung der Stadt, die ökologisch-wertvolle Ausgleichsfläche Am Schwiertzhof in Nievenheim auf 5.000 qm zu schottern und – angeblich kurzfristig – mit Tinyhäusern für Geflüchtete zu bebauen.

Bürgermeister Erik Lierenfeld und Uwe Heidel, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft WORADO hatten die Mitglieder des Hauptausschusses in einer Sondersitzung zu den Auswirkungen des Ukrainekriegs auf Dormagen in den Osterferien mit dieser Idee überrascht.

Überrascht, um nicht zu sagen überrumpelt, waren auch die Anwohner des Neubaugebietes Am Schwiertzhof, die erst durch die Presseberichterstattung von dem Vorhaben erfahren hatten und daraufhin eine nie dagewesene Protestwelle organisierten. In einem ausführlichen Gespräch mit dem Ehepaar Westerheide und ihrem Ratskollegen Dr. Michael Conrad vor Ort in der vergangenen Woche brachten sie die Sachargumente auf den Punkt.

„Offensichtlich war inzwischen bei der Stadt Dormagen Vernunft eingekehrt, denn für die Sitzung des Stadtrates am vergangenen Donnerstagabend wurde die ursprüngliche Beratungsvorlage zurückgezogen“, berichtet die CDU-Fraktionschef Kai Weber. Stattdessen wurde ein erheblich allgemeinerer Beschlussvorschlag vorgelegt, demzufolge die Stadt zunächst prüfen wird, an welcher Stelle im Dormagener Stadtgebiet und auf welche Weise möglichst zeitnah gebaut werden kann. „Auf unser Bestreben hin wurde zudem beschlossen, dass bei den weiteren Planungen zwingend die betreffenden Anwohner mit eingebunden werden. Aus unserer Sicht eigentlich eine Selbstverständlichkeit!“, so Weber.

„Nachdem Grün-Rot versuchen wollte, den Nievenheimern über Nacht eine nachhaltige Veränderung ihrer Lebensverhältnisse quasi unter der Tür durchzuschieben, war es abzusehen, dass dieses Vorgehen scheitert. Das geht so auch nicht“, meint Dr. Michael Conrad und plädiert für Maßnahmen zur Erhöhung der Akzeptanz im Vorfeld von Planverfahren.

„Wir freuen uns für die Anwohner Am Schwiertzhof, die mit ihrem gemeinsamen starken Protest für ein Umdenken der Verwaltung gesorgt haben und dafür, dass Bürgermeister Erik Lierenfeld bei aller womöglich gebotenen Eile künftig erst einmal prüft, welche Maßnahme wo sinnvoll ist und die Bürgerinnen und Bürger beteiligt“, ziehen Carola und Rüdiger Westerheide gemeinsam mit Bärbel Brand als Vorsitzender der CDU Nievenheim ein Fazit.

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