DHB-Vizepräsident Carsten Korte übergibt den Meisterwimpel an Kapitänin Marie Teusch (Foto: Lars Breitzke)

Leverkusen. Der TSV Bayer 04 Leverkusen ist Deutscher A-Jugend-Meister. Die Juniorelfen sicherten sich in der heimischen Ostermann-Arena den Titel zum insgesamt fünften Mal nach 2013, 2014, 2015, und 2018. Im Finale setzte sich das Team von Trainergespann Jörg Hermes und Jenny Karolius gegen die HSG Blomberg-Lippe mit 23:18 (8:7) durch. Für die Juniorelfen war Viola Leuchter zehnmal erfolgreich, bei der HSG avancierte Nieke Kühne mit neun Treffern zur erfolgreichsten Torschützin.

Nach einem schwer erkämpften 23:20 im Halbfinale gegen den HC Erlangen am Samstag traf der Bayer-Nachwuchs am Pfingstsonntag im Finale des Final4-Turniers auf die HSG Blomberg-Lippe, die sich in der Vorschlussrunde klar mit 31:17 gegen den TV Aldekerk durchgesetzt hatte. Es war das von den Experten voraus gesagte Traumfinale um die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft.

In der mit rund 1.600 Zuschauern gut gefüllten Ostermann-Arena dauerte es bis zur 6. Minute, ehe Blombergs Nieke Kühne den Torreigen im Finale eröffnete. Eine Minute später erhöhte Leni Ruwe auf 2:0 für das Team von Björn Piontek, der zum letzten Mal an der Seitenlinie der HSG Blomberg-Lippe stand, ehe er die männliche A-Jugend der HSG Handball Lemgo übernimmt. Leverkusens Anhängerschaft musste sich bis zur achten Minute gedulden, ehe sie den ersten Treffer ihrer Mannschaft bejubeln durften: Viola Leuchter, die im Halbfinale vierzehn Treffer gegen Erlangen erzielte, traf in Überzahl.

Die HSG hatte das Spiel unter Kontrolle und konnte sich bis zur 14. Minute mit 5:2 absetzen. Die Drei-Tore-Führung hatte bis zum 7:4 (19. Minute) Bestand. Doch wie schon im Halbfinale holten die Juniorelfen diesen Rückstand auf und gingen mit 8:7 in Führung. Der Blombergerinnen ließen viele Chancen liegen und Leverkusen legte in der Deckung zu. Mit diesem Ein-Tore-Vorsprung für die Juniorelfen ging es für beide Mannschaften in die Pause.

Nach der Pause erhöhte Antonia Hoelzer auf 9:7. Dann folgte ein 3:0-Lauf der HSG, die nun ihre Chancen effektiver nutzte und wieder mit 10:9 wieder in Führung ging. In der 40. Minute erhöhte die HSG auf 14:12 durch einen Treffer von Nieke Kühne, die als beste Spielerin des Turniers ausgezeichnete wurde. Doch mit einem anschließenden 7:1-Lauf setzten sich die Juniorelfen mit vier Treffern ab. Nele Vogel im Gehäuse der Leverkusenerinnen wehrte in dieser Phase des Spiels wichtige Bälle ab, zudem vergab die HSG beste Chancen.

Neun Minuten vor dem Spielende führten die Juniorelfen mit 19:15. Nach Emilia Ronges Treffer zum 22:16 (57. Minute) war das Spiel zugunsten der Juniorelfen entschieden. Diesen Vorsprung ließ sich das Bayer-Team unter dem Jubel des eigenen Anhangs nicht mehr nehmen. Der fünfte Meistertitel in der Vereinsgeschichte war perfekt, für Jörg Hermes und Jenny Karolius war es der erste.

Bei der anschließenden Siegerehrung wurden Blombergs Nieke Kühne (beste Feldspielerin) sowie die Elfen Nele Vogel (beste Torhüterin), Viola Leuchter (beste Torschützin) und Antonia Hoelzer (beste Abwehrspielerin) ausgezeichnet.

 

Leverkusener Stimmen nach dem Finale:

Jörg Hermes:

„Unser Plan war es, über eine überragende Abwehr zu kommen. Das war der Schlüssel zum Sieg einschließlich einer überragenden Nele Vogel im Tor. Hinzu kam, dass wir bei Rückständen nie die Nerven verloren haben. In der zweiten Hälfte haben wir taktisch umgestellt und Pia Terfloth auf Halbrechts sowie Viola Leuchter in die Mitte gestellt. Das Zusammenspiel dieser beiden war dann überragend. Insgesamt hat das Team Überragendes geleistet. Ich bin mega stolz auf die Mannschaft.“

 

Viola Leuchter:

„Wir können es noch gar nicht wirklich glauben. Es ist jetzt das passiert, worauf wir alle unglaublich hingearbeitet haben. Erlangen hatte uns am Samstag bereits alles abverlangt. Respekt an dieser Stelle für die starke Erlanger Leistung. Nach dem deutlichen Blomberger Sieg im Halbfinale hatten wir schon ein wenig Bammel, dass es anders ausgehen könnte. Doch wir haben nie aufgehört, daran zu glauben – das war dann auch ausschlaggebend am Ende.“

 

Antonia Hoelzer:

„Normalerweise wirft Blomberg immer sehr viele Tore. Wir sind stolz, dass wir es hinbekommen haben, dass die beiden torgefährlichsten Spielerinnen nur aus der Bedrängnis zum Wurf kamen. Zweifel hatte ich weder am Samstag oder heute. Immer wenn wir zurücklagen, war mir klar, wir schaffen das noch und werden Deutscher Meister. Mit der Auszeichnung habe ich gar nicht gerechnet, das macht mich schon stolz!“

 

Nele Vogel:
„Im Spiel war ich immer überzeugt, dass wir uns zurückkämpfen. Besonders in der zweiten Halbzeit, als die Abwehr super stand, war die Überzeugung da. Wir wussten genau, was wir machen mussten. Über die persönliche Auszeichnung habe ich mich sehr gefreut. Ich kann das alles noch gar nicht realisieren, das dauert noch. Aber es fühlt sich klasse an…“

 

 

Das Final4 in der Übersicht:

Samstag, 04. Juni 2022:
Halbfinale:

Spiel 1:

TV Aldekerk 07 – HSG Blomberg-Lippe 17:31

 

Spiel 2:

HC Erlangen – TSV Bayer 04 Leverkusen 20:23

Erlangen: Franca Wunder, Jacqueline Latteyer; Lotte Rothaug (1), Charlotte Pjhilipp, Jasmin Kohler (1), Ines Simon (1), Frieda Knöll, Luisa Bauder (8), Lara Carbone (2), Ina Simon, Lea Walkowiak (4/2), Sophia Becker, Hannah Lorz (3), Sophia Stöger; Trainer: Thomas Fuchs/Ulrike Kardos.
Leverkusen: Nele Vogel, Josefine Küpper; Anna-Lena Boulouednine (2), Viola Leuchter (14/3), Patricia Nikolic, Pia Terfloth (1), Antonia Hölzer (2), Louisa Gerke, Emilia Ronge (1), Sophia Pickrodt, Judith Bona (3), Christin Kaufmann, Marie Teusch, Sidney Bätz; Trainer: Jörg Hermes/Jenny Karolius.

 

Sonntag, 05. Juni 2022:
Spiel um Platz 3

TV Aldekerk 07 – HC Erlangen 31:26

Finale

HSG Blomberg-Lippe – TSV Bayer 04 Leverkusen 18:23 (7:8)
Blomberg:
Aurora Kryeziu, Yasmin Celina Friesen; Vivienne Hildebrandt, Cara Weyres (4), Leni Ruwe, Paulina Horstkötter, Alina Gaubatz (1), Emma Montag (2), Julia Hertha, Lina Nöchel, Mia Ziercke (1), Merle Pauser (1), Tessa Budelmann, Nieke Kühne (9/3); Trainer: Björn Piontek.
Leverkusen: Nele Vogel, Josefine Kuepper; Anna-Lena Boulouednine (2), Viola Leuchter (10/2), Patricia Nikolic (1), Pia Terfloth (5), Antonia Hölzer (1), Louisa Gerke (1), Emilia Ronge (1), Sophia Pickrodt (1), Judith Bona, Christin Kaufmann (1/1), Marie Teusch, Sidney Bätz; Trainer: Jörg Hermes/Jenny Karolius.

 

Turnierauszeichnungen
Beste Torhüterin: Nele Vogel (Leverkusen).

Beste Spielerin: Nieke Kühne (Blomberg).

Beste Abwehrspielerin: Antonia Hoelzer (Leverkusen).
Beste Torschützin: Viola Leuchter (Leverkusen, 24/5 Tore).

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