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Düsseldorf. Die CDU-Fraktion wird morgen im Stadtrat geschlossen für die Durchführung des Deutschen Evangelischen Kirchentags 2027 in Düsseldorf stimmen. Für die Fraktion Die PARTEI-Klima-Fraktion kommt eine finanzielle Förderung des Evangelischen Kirchentags 2027 mit mehr als 5,8 Millionen Euro nicht infrage.

Nach Überzeugung der CDU bietet sich mit der Großveranstaltung in der Landeshauptstadt eine doppelte Chance – sowohl für die öffentliche Sichtbarkeit von christlicher Kirche und Glauben in Zeiten von Kritik und Austritten als auch für den offenen Dialog über Religion und aktuelle Themen der Zeit, der fest zum Programm von Kirchentagen gehört. „Akzeptanz, Teilhabe und Zuversicht sind zentral für den Kirchentag. Diese Ziele haben auch für die Düsseldorfer Stadtgesellschaft herausragende Bedeutung“, sagt die Union.

Fraktionsvorsitzender Rolf Tups betont: „Das Christentum mit seinen grundlegenden Werten ist für die CDU ein starkes und stabiles Fundament. Unsere Maßstäbe für politisches Handeln wurzeln im christlichen Glauben. Deswegen unterstützen wir die Stadt als Gastgeberin des 40. Deutschen Evangelischen Kirchentags. Neben Christinnen und Christen sind ausdrücklich auch Angehörige anderer Religionen wie auch Freidenkerinnen und Freidenker willkommen. Insofern ist der fast fünftägige Kirchentag ein großartiges gemeinschaftliches Fest des Glaubens, der Spiritualität und der Kultur in einer offenen Gesellschaft. Er weist damit über die Institution Kirche hinaus. Zusammenhalt und Zuversicht aus gegenseitiger Akzeptanz und Wertschätzung stehen hier im Mittelpunkt. Das Angebot zu Dialog und Verständigung hilft dabei, Menschen miteinander in den Austausch zu bringen. Das ist gut für die Lebensenergie der ganzen Gesellschaft. Besonders freuen wir uns, dass 40.000 Jugendliche und Erwachsene als Ehrenamtliche dabei sind und sich einbringen. Das macht deutlich: Der Kirchentag wird getragen von einer breiten bürgerlichen Mitte. Unter diesem sozialen Mehrwert betrachten wir auch die städtischen Zuschüsse. Was die Finanzierung betrifft, beteiligen sich auch die Landeskirche, das Land NRW und der Bund. Erwartet werden im Sommer 2027 über 100.000 Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland zu rund 2.000 Veranstaltungen in Düsseldorf, die das Tourismusgeschäft beleben. Hinzu kommt die positive bundesweite Präsenz unserer Stadt in den Medien. Am Ende überwiegen klar die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Vorteile für die Stadt. Wir als CDU werben dafür, dass sich der Rat am Donnerstag mit Mehrheit für die Einladung an den Verein zur Förderung des Deutschen Evangelischen Kirchentags ausspricht, damit dieses bedeutende kirchlich-kulturelle Forum nach Düsseldorf kommt.“

Kirchentag – nicht förderungswürdig

“Wenn die Evangelische Kirche Deutschlands den Kirchentag in Düsseldorf will, soll sie ihn auch selbst finanzieren. An eigenem Geld mangelt es der Kirche ganz sicher nicht!”, heißt es in einer Pressemeldung der Fraktion Die PARTEI-Klima-Fraktion vor der morgigen Ratssitzung.

Weiter erklärt Ratsfrau Dominique Mirus dazu: „Es gibt genug Baustellen in sozialen Bereichen, bei denen es heißt, es ist kein Geld dafür da. Was würde Jesus tun? Jesus, wäre er mitten unter uns, wüsste, wofür er Geld ausgibt. Der Kirchentag ist es gewiss nicht.“ Und Ratsherr Keno Schulte ergänzt: “Was würde Darwin tun? 5,8 Millionen für eine wissenschaftsfeindliche Minderheit spenden, die Milliarden besitzt? Eher nicht so.”

Abschließend hinterfragt Die PARTEI-Klima-Fraktion: “Die Kirche gönnt der Stadt keinen finanziellen Gewinn vom Kirchentag. Ist die Kirche weniger barmherzig als die FIFA?”

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