Radboud Vorage, Greenhoussgeopower, (4.v.l.) mit Besuchergruppe vor der Bohranlage (Foto: Stadt Straelen)

Straelen. Die Stadt Straelen hat im vergangenen Jahr den Landeswettbewerb zur Durchführung einer Machbarkeitsstudie für die Nutzung von Wärme aus Tiefengeothermie im Gartenbau gewonnen.

Organisiert von der Stadt Straelen und der DSK GmbH fand im Juni eine Exkursion mit den Projektpartnern Fraunhofer IEG und Gartenbau Draek, sowie den Konsortialpartnern Landgard und Rosen Wans zu einer Tiefengeothermieanlage im Gartenbau-Cluster Koekoekspolder bei Ijsselmuiden/Kampen statt.

Die Besucher wurden auf der Anlage in der niederländischen Provinz Overijssel vom dortigen Projektleiter Radboud Vorage (Greenhousegeopower) herzlich empfangen und mit tiefgehenden Fachinformationen versorgt. Die seit 2012 betriebene Tiefengeothermieanlage liefert 7,4 MW thermisch und versorgt zuverlässig, zwei Paprikabetriebe und je einen Gurken-, Tomaten- und Erdbeerbetrieb mit Wärme. Auf diese Weise wurden allein für diese Betriebe 47,5 Mio m3 Erdgas eingespart.
Die Anlage wird derzeit um eine zusätzliche Injektionsbohrung erweitert und ein weiterer Gewächshausbetrieb wird in Kürze an das Erdwärmenetz angeschlossen.

Angesichts der derzeitigen geopolitisch verursachten dramatischen Energiepreissteigerungen stehen die Gartenbaubetriebe mit hohem Wärmebedarf unter starkem Kostendruck. Nach dem Straelener Projektleiter, Thomas Linßen, hat die Anlage in Koekoekspolder eindrucksvoll gezeigt, dass Tiefengeothermie bei entsprechenden hydrothermalen Voraussetzungen eine funktionierende Alternative zu fossilen Brennstoffen sein kann.

Es verwundert daher nicht, dass große Erwartungen an die Machbarkeitsstudie und in der Folge die Realisierung der Tiefengeothermieanlagen geknüpft werden. Die Forscher der Fraunhofer IEG arbeiten derzeit mit Hochdruck an dieser Studie. Die Projektpartner rechnen Anfang nächsten Jahres mit konkreten Ergebnissen.

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