Dr. Günter Krings MdB (Foto: Laurence Chaperon)
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Mönchengladbach. Die Mönchengladbacher CDU-Abgeordneten Dr. Günter Krings MdB, Vanessa Odermatt MdL und Jochen Klenner MdL haben schon am Mittwoch den Bahnvorstand zu dem mehrwöchigen Ausfall der RE8 Verbindung von Mönchengladbach nach Köln angeschrieben. Darin beschweren sie sich nicht nur über die mangelnde Kommunikation im Vorfeld gegenüber den Bahnkunden und der Politik. Auch die lange Dauer und nicht ausreichende Ersatzangebote werden von den Vertretern aus Bundes- und Landtag kritisiert.

Hintergrund für die massive Einschränkung soll laut Bahn die “angespannte Personalsituation” sein. Sie hat fast alle Fahrten des RE 8 für mehrere Wochen bis zum 18. September gestrichen: “Wir alle wissen, dass es aktuell in vielen Bereichen zu personellen Ausfällen kommt. In diesem Fall ist die Entscheidung der Bahn – insbesondere zu den Fragen warum es ausgerechnet diese Linie und dann über diesen nicht hinnehmbaren langen Zeitraum betrifft, nicht ausreichend begründet worden. Daher gibt es großes Unverständnis bei den Bahnkunden”, berichten Krings, Odermatt und Klenner – auch nach Gesprächen, die sie vor Ort mit Betroffenen geführt haben.

Die Alternativen seien nicht ausreichend, weil die Taktung zu groß sei, um rechtzeitig zum Arbeitsbeginn zu kommen, beklagen viele Bahnfahrer. “Da wird mit viel Geld in den Ferienwochen für ein 9-Euro-Ticket geworben und pünktlich zum Arbeitsbeginn nach den Sommerferien schränkt die Bahn ihr Angebot massiv ein. So verliert die Bahn sofort wieder neue Kunden und zeigt sich leider nicht als Antrieb, sondern Bremse bei der Verkehrswende”, so die CDU-Abgeordneten.

CDU-Ratsfraktion: OB Felix Heinrichs muss sich mehr für Pendler einsetzen

Hans-Peter Schlegelmilch (Foto: CDU)

„Wir fordern Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) auf, das Gespräch mit der Bahn zu suchen und sich für Studenten, Berufspendler und andere Reisende einzusetzen. Dieser Zustand kurz nach Ende der Sommerferien ist nicht tragbar“, sagt der Fraktionsvorsitzende der CDU Hans-Peter Schlegelmilch am Donnerstagmorgen in einer Pressemeldung der Ratsfraktion. „Die Verbindung nach Köln ist für die gesamte Region sehr wichtig. Wer das Thema Verkehrswende ernst nimmt, muss hier mehr Druck machen.“

„Der OB muss der Bahn auch klar machen, dass die Art und Weise der Kommunikation nicht hinnehmbar ist. Montags morgens stehen die Kunden am Bahnsteig, und es kommt kein Zug“, sagt Ratsherr Joachim Roeske, Vertreter der CDU im VRR. Des Weiteren müsse geprüft werden, wie man auf den Ersatzstrecken Kapazitäten erhöhen kann, um überfüllte Züge zu vermeiden.

„Die Ampel führt das 9 Euro-Ticket ein und fordert den Umstieg vom Auto auf den SPNV. Wenn das DB Regio Netz aber in solch einem desolaten Zustand ist, wird die Verkehrswende nicht gelingen. Der hohe Krankenstand bei der Bahn zeigt auch, dass hier grundsätzlich etwas nicht stimmt. Die Belastung für die Mitarbeiter der DB Regio NRW scheint viel zu hoch zu sein und muss dringend verringert werden. Dies darf aber nicht, wie im Fall des RE 8, auf Kosten der Kunden passieren“, so Roeske weiter. Anfang nächster Woche, finden Gespräche zu möglichen Verbesserungen der gegenwärtigen Situation zwischen den Spitzen der NWR Verkehrsverbünde und der Leitung der DB Regio NRW in Köln statt.

OB Felix Heinrichs protestiert beim Vorstand der Deutschen Bahn

Kurz vor 14 Uhr berichtete die städtische Pressestelle, dass Oberbürgermeister Felix Heinrichs in einem Schreiben an den Vorstand der Deutschen Bahn die Einstellung des Regionalexpress RE8 scharf kritisiert hat.

Oberbürgermeister Felix Heinrichs (Foto: © Stadt MG)

In dem Brief bringt Heinrichs den Ärger der Stadt Mönchengladbach über die aus seiner Sicht unverständliche Maßnahme zum Ausdruck. Der RE 8, die wichtigste Direktverbindung zwischen Mönchengladbach und Köln, wurde am vergangenen Montag mit der Begründung Personalmangel vollständig eingestellt. In dem Brief an den Vorstand fordert Heinrichs die Verantwortlichen auf, diese Entscheidung zurückzunehmen. „Hier wurde eine ohnehin schon sehr dürftige Verbindung weiter massiv geschwächt. Dies beeinträchtigt täglich tausende Bahnkunden. Dies führt für die Pendler zu weiteren hohen Kosten und ein vergünstigtes Ticket ist auch nicht mehr nutzbar“, so Heinrichs.

Die Verkehrswende sei mit solchen Maßnahmen nicht glaubwürdig umsetzbar. „Wir fordern die Bahn und den VRR daher ausdrücklich auf, diese Maßnahme aufgrund von Personalengpässen zurückzunehmen oder zumindest auf mehrere Verbindungen zu verteilen, sodass ein Betrieb auf jeden Fall zu den Pendlerzeiten gegeben ist“, so Heinrichs weiter. Kopien des Schreibens hat die Stadt auch an den VRR und das Eisenbahnbundesamt verschickt.

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