Dr. Konstantinos Lioupis (hinten links) und Dr. Carsten Triller mit Mitarbeiterinnen des Endoskopie-Teams (Foto: privat)
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Heinsberg. Neue minimalinvasive Behandlungsmethode bei Entzündungen der Bauchspeicheldrüse im Krankenhaus Heinsberg

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse verlaufen häufig schwerwiegend und sind in ihrer Behandlung sehr komplex. Eine echte Bereicherung im Therapieangebot des Magen-Darm-Zentrums am Krankenhaus Heinsberg hat nun mit dem EndoRotor® Einzug gehalten. Dieses innovative Werkzeug kann minimalinvasiv – über den Arbeitskanal des Endoskops – in den Bauchraum eingeführt und zur schonenden und nachhaltigen Abtragung von krankem Gewebe bei Entzündungen der Bauchspeicheldrüse eingesetzt werden. „Eine offene Operation ist dann nicht mehr notwendig“, hebt Chefarzt Dr. Carsten Triller, Gastroenterologe, den entscheidenden Vorteil der neuen Methode hervor. Und weiter: „Durch das minimalinvasive Vorgehen verbessert sich die Prognose von schweren Pankreasentzündungen erheblich und der Heilungsverlauf wird wesentlich verkürzt.“

Als einziges Krankenhaus im Kreis Heinsberg zugelassen

„Behandlungen von Entzündungen, Zystenversorgung und Krebsoperationen an der Bauchspeicheldrüse sind ein Behandlungsschwerpunkt des Magen-Darm-Zentrums im Krankenhaus Heinsberg, welches hierfür als einziges Krankenhaus im Kreis Heinsberg zugelassen ist“, berichtet Chefarzt Dr. Konstantinos Lioupis, Viszeralchirurg. Insbesondere die minimalinvasiven Behandlungsmethoden unter Nutzung des endoskopischen Ultraschalls (Endosonographie) haben sich in den letzten Jahren erheblich weiter entwickelt. Entscheidend für den Behandlungserfolg bei diesen Verfahren ist eine enge Zusammenarbeit der Viszeralchirurgie und Gastroenterologie, wie sie im Magen-Darm-Zentrum des Hauses seit Jahren erfolgreich unter der gemeinsamen Leitung von Dr. Triller und Dr. Lioupis umgesetzt wird.

So funktioniert die Behandlung mittels EndoRotor®

Kommt es im Rahmen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung zum Absterben von Gewebe (Nekrose), kann diese je nach Lage vom Magen aus versorgt werden –  unterstützt durch endoskopischen Ultraschall. Nach Anfertigen einer Schichtaufnahme zur Planung können Ansammlungen von abgestorbenem Gewebe und Gewebsflüssigkeit durch Punktion der Magenwand erreicht werden. Zunächst erfolgt die Einlage eines sogenannten Stents. Über diesen Wandzugang kann dann endoskopisch die EndoRotor®-Sonde eingeführt werden. Das Verfahren ist mit der Arthroskopie vergleichbar, welche z.B. in der Orthopädie zum Glätten von Knorpel eingesetzt wird. Mit der EndoRotor®-Sonde wird das abgestorbene Gewebe gleichzeitig mobilisiert und abgesaugt. So können in nur ein bis zwei Sitzungen Nekrosehöhlen mit einem Durchmesser von bis zu 20 cm komplett gereinigt und entleert werden. Die Nachbehandlung besteht in einer inneren Drainagebehandlung über den Magen, die ebenso komplett endoskopisch durchgeführt wird. Ein Intensivaufenthalt ist dann nicht mehr erforderlich. In ausgewählten Fällen kann das Verfahren auch während einer laparoskopischen Operation eingesetzt werden.

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