(Foto: Stadt Jülich/Gisa Stein)
Anzeige

Jülich. Verleihung des Ehrenrings der Stadt Jülich an Wolfgang Gunia und Heinrich Stommel

In einer Festsitzung des Stadtrates wurde in der Schlosskapelle der Zitadelle der Ehrenring der Stadt Jülich an Wolfgang Gunia und Heinrich Stommel verliehen.

In feierlichem Rahmen begrüßte Axel Fuchs als Bürgermeister der Stadt Jülich die zu Ehrenden mit ihren Familien, den Stadtrat, die Verwaltungsspitze und zahlreiche Mitarbeitende der Stadtverwaltung und der Politik. Er begrüßte besonders auch anwesende Trägerinnen und Träger des Ehrenrings und der Ehrenmedaille der Stadt Jülich.

Mit einer ausführlichen, aber kurzweiligen Laudatio übernahm er die ehrenvolle Aufgabe, den rund 100 Anwesenden die Biografien und Verdienste der beiden neuen Träger des Ehrenrings der Stadt Jülich näherzubringen. „Der Ehrenring der Stadt Jülich kann an Personen verliehen werden, die besondere Verdienste auf politischem, wirtschaftlichem, sozialem, kulturellem, heimatpflegerischem und sportlichem Gebiet sowie auf dem Gebiet der Kommunalverwaltung für die Stadt Jülich erworben haben. Ihr habt auf vielen der genannten Gebiete besondere Verdienste vorzuweisen“, so Axel Fuchs.

Wolfgang Gunia, der im Jahr 1967 seine Lehrtätigkeit in Jülich begann, war am Gymnasium in der Zitadelle mehr als 30 Jahre tätig – „mit fachlicher Kompetenz und oft beneidenswerter Gelassenheit hat er zahllose Schülerinnen und Schüler durch die Schulzeit begleitet.“ Da er die Fächer Deutsch, Geschichte und später auch Sozialwissenschaft unterrichtete, lagen die Leitung der Jahreszeitschrift „Die Zitadelle“ und historisch fundierte Publikationen ebenso nahe wie Tätigkeiten in verschiedenen Vereinen der Stadt, die sich mit Geschichte beschäftigen: vom Freundeskreis Stadtarchiv über den Bürgerbeirat Historische Festungsstadt Jülich bis hin zur Karnevalsgesellschaft seines Wohnortes Stetternich.

Doch auch sein politischer Werdegang ist aller Ehren wert. Seit 1971 ist er Mitglied der CDU, seit 1978 im Vorstand der CDU Jülich aktiv und von 1989 bis 2020 war er Mitglied im Rat der Stadt Jülich. Von 2004 bis 2020 war er zudem 1. Stellvertretender Bürgermeister. Axel Fuchs lobte „seine freundliche, unkomplizierte und zuvorkommende Art, durch die die Zusammenarbeit stets unproblematisch und positiv, sogar kollegial und freundschaftlich war“. Seit 2014 ist Gunia Mitglied im Seniorenbeirat der Stadt Jülich – „eine Aufgabe, die er sich bis heute nicht nehmen lässt“. Bereits im Jahr 2010 wurde er Vorsitzender der CDU Seniorenunion – die aktive ehrenamtliche Mitwirkung in der Politik und in historischen Vereinen sind für ihn somit weiter selbstverständlich und „bereichern das gesellschaftliche Leben n Jülich in besonderer Weise“, so Fuchs abschließend.

Im zweiten Teil seiner Laudatio widmete sich der amtierende Bürgermeister der Vorstellung von Heinrich Stommel, der seine berufliche Laufbahn 1990 in Jülich als Technischer Beigeordneter begann und bereits 1991 Stadtdirektor wurde. Durch die Abschaffung der Doppelspitze aus Stadtdirektor und ehrenamtlichem Bürgermeister wurde Heinrich Stommel 1999 direkt als parteiloser Bürgermeister gewählt.  „Von nun an war er Verwaltungsvorstand, Ratsvorsitzender und erster Repräsentant der Stadt in einer Person“, so Fuchs, der großen Respekt zollte, dass Stommel diesen Erfolg in den Jahren 2004 und 2009 eindrucksvoll wiederholen konnte. Als sein Amtsnachfolger bedankte er sich augenzwinkernd dafür, dass sich Stommel im Jahr 2015 nicht wieder zur Wahl gestellt habe – „denn wer weiß, ob ich Ihnen heute hier als Bürgermeister gegenüberstehen und den Ehrenring verleihen könnte“. Er betonte, dass die Amtszeit von Heinrich Stommel „geprägt war von Fleiß, Verantwortungsbewusstsein und Standhaftigkeit“.  Von größter Bedeutung für die Stadt würdigte Fuchs Stommels Engagement im Bereich erneuerbarer Energien. „Schon damals als Leuchtturmprojekt erkannt, sind die positiven Auswirkungen des ersten Solarturms immens“. Fuchs wurde nicht müde zu betonen, dass ohne diesen Solarturm der Brainergy-Park als das derzeit wichtigste Projekt der Stadt Jülich für eine erfolgversprechende Zukunftsgestaltung undenkbar wäre. „Es liegt wie in jedem Job an der individuellen Person, wie gut er oder sie den Job ausfüllt. Zweimal als Bürgermeister wiedergewählt zu werden kommt nicht von ungefähr“, stellte Fuchs fest und dankte persönlich dafür, dass Stommel „seinen Teil dazu beigetragen hat, mir die Übernahme der Amtsgeschäfte möglichst leicht zu machen.“

(Foto: Stadt Jülich/Gisa Stein)

Die Geehrten bedankten sich sichtlich gerührt nach der feierlichen Verleihung der Ehrenringe mit persönlichen Worten bei den Gästen. Wolfgang Gunia verwies auf den untrennbaren Zusammenhang zwischen Ehrenring und Ehrenamt. „Am besten ist es, wenn der Inhaber eines Ehrenamtes seinen Lohn darin sieht, dass er überzeugt ist, etwas Sinnvolles, etwas Wichtiges und für die Gesellschaft Nötiges zu tun. Wenn dann noch wie heute Anerkennung von anderen dazu kommt, bestärkt das einen darin, weiter zu machen“.

Auch Heinrich Stommel nahm die Auszeichnung bewegt an. „Mein besonderer Dank gilt den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt. Sie haben mir Vertrauen geschenkt und mich dreimal zum Bürgermeister gewählt. So war es mir überhaupt erst möglich, die Arbeit zu leisten, für die ich heute geehrt werde“, so Stommel. „Für mich ging es immer um das Ziel, möglichst das Beste für die Menschen in unserer Stadt zu erreichen.“  Nach vielen beruflichen Stationen „ist Jülich für meine Familie und mich nicht Station, sondern Heimat und Zuhause geworden.“ Der Ring sei Symbol für die Verbundenheit mit der Stadt. „Er ist ein äußeres Zeichen, ein Symbol für Zugehörigkeit, für Treue, für Verbundenheit eben – ein Ehrenring natürlich umso mehr“, beendete er seine Dankesrede.

Die feierliche musikalische Umrahmung der Veranstaltung übernahmen Susanne Trinkaus an der Violine und Olesja Zaklikivska am Klavier, die mit Werken von Antonin Dvorak begeisterten. Ein anschließender Umtrunk und Imbiss bot reichlich Gelegenheit für Gratulationen und Gespräche mit den Ehrenringträgern.

Beitrag drucken
Anzeigen