(Foto: Schuchrat Kurbanov/MESSE ESSEN)
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Essen. Klimapflanzen und ressourcenschonende Produktion standen im Mittelpunkt

„Die Freude darüber, dass die IPM ESSEN endlich wieder stattfinden konnte, war in jeder Halle und an jedem Stand zu spüren“, zieht Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen, Bilanz. Das Wiedersehen der grünen Branche fiel dabei internationaler aus als erwartet. Über 40.000 Fachbesucher:innen aus mehr als 100 Ländern kamen in die Messe Essen, um sich auszutauschen, zu informieren und zu ordern. Das Angebot war breit gefächert: 1.330 Unternehmen aus 46 Nationen zeigten vom 24. bis 27. Januar ihre Innovationen und Neuheiten in den Bereichen Pflanzen, Technik, Floristik und Ausstattung. Besonders im Trend lagen Klimapflanzen, umweltfreundliche Verpackungen sowie Torfalternativen.

„Die Bedeutung der IPM ESSEN für die weltweite grüne Branche ist auch nach der Pandemie ungebrochen hoch. Die Internationalität des Fachpublikums ist nicht weit vom 2020er Niveau entfernt. Das ist angesichts der dynamischen Marktlage der letzten Jahre und den noch spürbaren Reiserestriktionen ein Spitzenwert“, so Messe-Chef Kuhrt weiter. Der Auslandsanteil der Fachbesucher:innen lag bei 33 Prozent (2020: 40). Bei den ausstellenden Firmen war der Auslandsanteil mit 66 Prozent sogar vier Prozentpunkte höher als 2020. Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau Nordrhein-Westfalen e. V. und Vorsitzende des IPM-Beirates ergänzt: „Die IPM ESSEN 2023 war ein voller Erfolg. Es tat gut, sich in unserer Gärtnerfamilie wieder zu treffen. Auch international stieß die Messe auf großes Interesse. Wer weder als Ausstellerin oder Aussteller noch als Besucherin oder Besucher dabei war, hat definitiv viel verpasst.“

Die 39. Internationale Pflanzenmesse in Essen erwies sich einmal mehr als hochkarätige Orderplattform: Rund 30 Prozent der Besucher:innen bestellten direkt, mehr als zwei Drittel planen, aufgrund der geknüpften Kontakte und erhaltenen Informationen im Anschluss an die Messe Abschlüsse zu tätigen.

„Wir blicken auf intensive und erfolgreiche Messetage zurück. In allen Hallen konnte man eindringlich erleben, was das gärtnerische Unternehmertum ausmacht – seien es neue Technik, neue Sorten oder neue Geschäftsideen. So können wir die Herausforderungen der Branche anpacken. Für den ZVG war es nach der Pandemiepause ein absolutes Muss, dabei zu sein. Das Wiedersehen war für alle wichtig“, resümiert Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG), ideeller Träger der IPM ESSEN.

Von der Produktion bis zur Kundenansprache: Klimawandel beschäftigt Gartenbau

Die nachhaltige Produktion spielt eine immer größere Rolle im Gartenbau, also der verantwortungsvolle Umgang mit Energie, Wasser, Dünger, Substraten und Pflanzenschutz. Verschiedene Start-ups stellten dazu Projekte und Lösungen sowohl im neuen Innovationscenter Gartenbautechnik als auch am Stand der Jungen Innovativen Unternehmen vor. Präsentiert wurde beispielsweise CO2-speichernde Pflanzenkohle aus Biomasse, die das Wässern verringert und Nährstoffe abgibt. Im Bereich der Töpfe dominierten recycelter Kunststoff und kompostierbare Materialien. Ebenso vertreten waren smarte Transport- und Logistiklösungen sowie Software-Programme.

Im Bereich der Pflanzen standen über alle Sortimente hinweg „grüne Klimahelden“ hoch im Kurs, die mit Trockenheit, Hitze und Starkregen zurechtkommen. Spezielle Themenrundgänge zu nachhaltigen Pflanzensortimenten gaben eine Orientierungshilfe. Das immer wärmer werdende Klima lässt es darüber hinaus zu, dass eigentliche Zimmerpflanzen und mediterrane Pflanzen nun auch im Garten gedeihen. Auch hier zeichnete sich ein Trend für den Point-of-Sale ab.

Das IPM Discovery Center lieferte weiteren Input mit innovativen Verkaufskonzepten und der Speakers‘ Corner, wo es unter anderem um Marketing und Social Media in der grünen Branche ging. Auffällig in diesem Jahr: In den sozialen Netzwerken war die IPM ESSEN präsenter denn je. Zahlreiche Influencer:innen und Podcaster:innen posteten und berichteten von der Weltleitmesse. Allein während der Laufzeit erreichte ihr Instagram-Kanal einen Zuwachs von 34 Prozent, der LinkedIn-Kanal von 16 Prozent.

Vorschau auf das Floristik-Jahr

Die IPM ESSEN 2023 galt wieder als Top-Treffpunkt für Florist:innen aus aller Welt. Viel Blüte, wenig Blatt, bunter Retro-Look sowie pudrig-pastellige Brauntöne im Bereich Floraldesign waren die vorherrschenden Trends. „Die IPM ESSEN 2023 hat sich grün, genial und mit einem fantastischen, innovativen Floristik-Programm präsentiert. Die Aussteller in Halle 5 haben ihre Kundinnen und Kunden erreicht, und in der FDF-World haben wir die floristische Welt begeistert. Die Branche ist inspiriert, motiviert und sehr gut aufgestellt. Besonders bemerkenswert ist zudem das große Interesse und die Motivation des Nachwuchses: An unseren Führungen haben in diesem Jahr sehr viele Berufsschulklassen teilgenommen“, freut sich FDF-Präsident Klaus Götz. Zu den mitreißenden Live-Shows auf der einzigartigen Drehbühne gehörte auch der Vorentscheid für die internationale Meisterschaft der Jungflorist:innen „Eurofleurs 2023“ in Slowenien. Als deutscher Repräsentant qualifizierte sich Newcomer Anian Friedrich aus Bayern. Auch der Branchenwettbewerb um den IPM-Messecup erfreute sich zahlreicher Anmeldungen. Als Gesamtsiegerin in der Kombinationswertung Strauß und Gefäßpflanzung ging Floristin Tanja Korsak, Blumen Westerheide in Mettmann, hervor.

Weitere Preisverleihungen standen auf der Agenda der IPM ESSEN: Am ersten Messetag wurden im IPM-Neuheitenschaufenster die besten Pflanzenneuheiten prämiert: in der Kategorie „Frühjahrsblüher“ die Primula polyantha-Hybride POLLYANNA, in der Kategorie „Blühende Zimmerpflanze“ die Anthurium andreanum ANTHFYSAN, in der Kategorie „Grüne Zimmerpflanze“ der Philodendron erubescens ‚Pink Bikini‘ ®, in der Kategorie „Gehölz“ der Acer campestre ‚Street Pillar‘, in der Kategorie „Kübelpflanze“ die Mangave Mad about Mangave ® ‘Blazing Saddles‘ und in der Kategorie „Schnittblume“ die Chamelaucium ‚Ever Flowering Wax‘. Der Publikumspreis ging am Messedonnerstag an die Erysium Hybride RYSI TM ‘Winter Spirit’.

Das beste Storytelling zeichnete der Show Your Colours Award aus. Mit ihrem einzigartigen Farbverlauf von Rot bis Lila und ihren duftenden Blüten gewann die winterharte Rose „Rosa Rosy Boom Colours Change“ von Diderk Heinje.

Jubiläum in 2024

90 Prozent der Fachbesucher:innen waren mit dem Angebot der IPM ESSEN 2023 alles in allem zufrieden. 91 Prozent planen einen erneuten Besuch, 92 Prozent empfehlen die IPM ESSEN weiter. Seitens der Austeller:innen planen 95 Prozent eine erneute Teilnahme. Die nächste Gelegenheit bietet sich vom 23. bis 26. Januar 2024. Dann geht die 40. IPM ESSEN in der Messe Essen mit einem besonderen Jubiläumsprogramm an den Start.

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