Mitarbeiter des Amtes für kommunale Dienste und ihr zuständiger Beigeordneter Prof. Dr. Bert Wagener (rechts) mit Funden vom Ratinger Dreck-weg-Tag am 4. März. Altreifen oder Farbreste in der Landschaft wären auch ein Fall für eine Meldung über den Mängelmelder (Foto: Stadt Ratingen)
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Ratingen. Ob wilde Müllkippe oder verstopfter Gully, Schlagloch oder zugewachsener Radweg, kaputte Schaukel oder defekte Ampel – all das kommt selbst in der bestorganisierten Stadt immer wieder vor. Damit solche Mängel aber wenigstens so schnell wie möglich behoben werden können, müssen die zuständigen Stellen in der Verwaltung auch schnell davon erfahren. Das geht nun über einen besonders kurzen Draht, den Mängelmelder Ratingen. Der kann online über Rechner oder Handy angesteuert werden (https://ratingen.maengelmelder.de bzw. über die Startseite der städtischen Website) oder noch einfacher per eigener kostenloser App für Android und iOS.

Natürlich konnten Bürgerinnen und Bürger auch bisher schon Missstände melden, per so genannter Bürgerkarte oder einfacher E-Mail zum Beispiel. Doch mit dem neuen Mängelmelder wird das noch einmal einfacher. Und die Bearbeitung wird mit der Meldung automatisch in Gang gesetzt. Die Stadt Ratingen setzt dabei auf das etablierte System der „wer denkt was GmbH“, deren Mängelmelder in mehr als 80 Kommunen laufen.

Der große Vorteil ist, dass der Vorgang standardisiert ist. Ein beispielhafter Ablauf: Ich entdecke irgendwo in der Stadt ein dickes Schlagloch im Asphalt. Ich öffne die Mängelmelder-App und kann die neue Meldung in nur drei Schritten absetzen.

Erster Schritt: die Position. Das geht entweder automatisch, wenn die Ortung per GPS zugelassen ist, oder ich kann die Position per Klick in eine Karte oder per Adresseneingabe benennen.

Zweiter Schritt: die Mangel-Kategorie. Zehn stehen zur Auswahl, je nachdem, ob ich eine defekte Ampel, einen verstopften Gully oder eben ein Schlagloch melden will. Daher wähle ich hier die Kategorie „Straßen, Wege, Plätze“ aus. Anschließend habe ich die Möglichkeit, eine kurze Beschreibung zu verfassen und ein Foto hochzuladen.

Dritter Schritt: die Kontaktdaten. Vor- und Zuname des/der Meldenden sowie die E-Mail-Adresse sind Pflichtfelder, sie werden aber natürlich nicht veröffentlicht.

Nach dem Absenden erhalten die Meldenden sofort eine Bestätigung per E-Mail. Die Meldung landet nach der Freigabe automatisch bei der für die jeweilige Kategorie zuständigen Stelle in der Verwaltung. Sie wird unmittelbar geprüft, und der Mangel wird, sofern möglich, so bald wie möglich behoben. Darüber werden die Meldenden ebenfalls informiert. Zudem ist der Status der angenommenen aktuellen Meldungen jederzeit für alle Nutzerinnen und Nutzer öffentlich sichtbar.

Dies gilt jedenfalls für die meisten Kategorien. Die Meldungen, die ans Ordnungsamt gehen, sind dagegen aus Datenschutzgründen nicht öffentlich einsehbar. Der effizienzsteigernde Workflow, der in dem Mängelmelder angelegt ist, bringt es auch mit sich, dass keine Meldungen abgesetzt und bearbeitet werden können, die nicht in eine der zehn klar definierten Kategorien passen.

Mehrere Ämter und Abteilungen in der Stadtverwaltung sind in den Mängelmelder eingebunden, etwa das Ordnungsamt und das Tiefbauamt. Die vermutlich meisten Meldungen dürften im Amt für kommunale Dienste auflaufen, das unter anderem für die Straßenreinigung, die Müllabfuhr, die Unterhaltung der Grünflächen und Spielplätze zuständig ist.

Der für die kommunalen Dienste und für Digitalisierung zuständige Beigeordnete Professor Dr. Bert Wagener sagt: „Der Mängelmelder ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung in Ratingen.“ Er ermuntert die Bürgerinnen und Bürger, das neue Instrument zu nutzen: „Wir alle freuen uns über ein schönes Stadtbild und eine intakte Infrastruktur. Wir als Stadtverwaltung können die Augen und Ohren aber nicht überall haben, daher helfen uns Meldungen über etwaige Mängel, diese möglichst schnell zu beheben.“ Wagener bittet aber auch um Verständnis dafür, wenn es hier und da auch mal ein paar Tage dauert, bis das Problem gelöst ist. „Wir tun, was wir können, aber manche Mängel kann die Stadtverwaltung nicht sofort, nicht allein, manche auch gar nicht beheben.“

Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Stadt für das jeweilige Thema gar nicht zuständig ist. So können beispielsweise keine Meldungen über defekte Straßenlaternen abgesetzt werden, weil sich um deren Unterhalt die Stadtwerke kümmern. Deshalb gibt es im Mängelmelder statt einer Kategorie „Straßenbeleuchtung“ einen Link zu den Stadtwerken. Auch eine ganze Reihe von Straßen, insbesondere große Hauptstraßen, die zum Beispiel Stadtteile miteinander verbinden, befinden sich nicht in der so genannten Baulast der Stadt. Dort müssten sich der Kreis Mettmann oder der Landesbetrieb Straßen NRW um die Behebung der Mängel kümmern. Daher werden gemeldete Mängel an diese Stellen weitergeleitet. Erst recht kann die Stadt Ratingen natürlich keine Mängel auf Privatgrundstücken beheben.

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