Knapp 30 Prozent der Elterngeldbezieher im Rhein-Kreis Neuss waren Väter (Foto: GettyImages-1135976569)

Rhein-Kreis Neuss. Knapp 30 Prozent der 5 427 Elterngeldbezieher im Rhein-Kreis Neuss waren im vergangenen Jahr Väter. So stieg zuletzt der Anteil der Väter, die Elternzeit nahmen und Elterngeld bezogen, von 28,87 Prozent im Jahr 2021 auf 29,56 Prozent im vergangenen Jahr. Die Gesamtzahl der Elterngeld-Bezieher sank von 5 531 auf 5 427: Während 2021 insgesamt 3 972 Mütter und 1 559 Väter Elterngeld bezogen, waren es im vergangenen Jahr 3 823 Mütter und 1 604 Väter.

Petra Fliegen, Leiterin des Familienbüros und der Elterngeldstelle des Rhein-Kreises Neuss, stellt fest, dass die Nachfrage nach persönlicher Beratung wie bisher hoch ist: „Wir haben insbesondere während der Pandemie zahlreiche telefonische Anfragen erhalten. Mittlerweile finden viele Beratungstermine über das Virtuelle Bürgerbüro statt.“ Auch weiterhin biete die Elterngeldstelle während der Sprechzeiten telefonische Beratung an sowie die persönliche Vorsprache ohne Termin. Zahlreiche Nachfragen gab es zu den Sonderregelungen im Bundeselterngesetz, die wegen der Corona-Pandemie bis zum 23. September 2022 verlängert wurden: Wer aufgrund der Pandemie kein oder ein geringeres Einkommen hatte, konnte bestimmte Zeiträume von der Elterngeldbemessung ausklammern lassen. Darüber hinaus können Familien seit 2015 Elterngeld Plus beantragen. „Das lohnt sich für alle Mütter und Väter, die Elternzeit und Teilzeitarbeit kombinieren wollen“, erläutert Petra Fliegen.

Insgesamt 5 792 Anträge gingen im letzten Jahr in der Elterngeldstelle ein; 2021 waren es 5 960 Anträge. In Dormagen erhielten im Jahr 2022 insgesamt 755 Personen Elterngeld, 2021 waren es 753; in Grevenbroich waren es 813 (2022) und 800 (2021), in Jüchen 271 (2022) und 234 (2021), in Kaarst 485 (2022) und 546 (2021), in Korschenbroich 401 (2022) und 470 (2021), in Meerbusch 650 (2022) und 640 (2021), in Neuss 1 887 (2022) und  1 927 (2021) und in Rommerskirchen 165 (2022) und 161 (2021).

Rund 42,5 Millionen Euro Elterngeld wurden 2022 aus Bundesmitteln ausgezahlt. Das sind rund 1 Million mehr als 2021. Etwa 23,5 Kalendertage mussten Eltern im Rhein-Kreis Neuss auf die Bearbeitung ihrer Anträge warten. Der Landesdurchschnitt liegt mit knapp 45 Tagen deutlich höher. Kreisjugendamtsleiterin Marion Klein freut sich über die relativ kurzen Bearbeitungszeiten: „Durch die gute Internetpräsenz auf der Seite des Rhein-Kreises Neuss informieren sich viele Eltern vorab, welche Unterlagen sie benötigen“, sagt sie. Hilfreich ist auch der Online-Elterngeldrechner des Bundes-Familienministeriums.

Mehr Informationen rund um das Elterngeld gibt es unter dem Link www.rhein-kreis-neuss.de/elterngeld sowie telefonisch bei der Elterngeldstelle an der Königstraße 32-34 in Neuss unter den Nummern 02131 928-5161 bis -5164 und -5167 bis -5169 und -5181 und -5191 oder per E-Mail unter elterngeld@rhein-kreis-neuss.de.

Das Elterngeld wurde zum 1. Januar 2007 eingeführt mit dem Ziel, junge Familien zu unterstützen. Die Höhe des Elterngeldes beträgt normalerweise 65 Prozent des Netto-Einkommens, das vor der Geburt bezogen wurde und das während der Elternzeit entfällt. Der Mindestbetrag liegt bei 300 Euro, der Höchstbetrag bei 1 800 Euro.

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