v.l. Josef Lipka, Vorsitzender des Kevelaerer Seniorenbeirats und Patrick Simon, Ordnungsamtsleiter bei der Wallfahrtsstadt Kevelaer (Foto: © Wallfahrtsstadt Kevelaer)
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Kevelaer. Der Ordnungsamtsleiter, Patrick Simon, berichtete im der letzten Sitzung des Seniorenbeirats über verschiedene Wege des Enkeltricks:

Das Telefon klingelt: „Rate mal wer am Telefon ist?“ Kriminelle rufen ältere Menschen unter dem Vorwand an, Enkel oder Enkelin zu sein und wollen so an das Geld ihrer Opfer kommen. „Ja hallo, ich bin‘s, deine Enkelin. Ich hatte einen Unfall, ich bin verletzt, aber es geht mir gut. Ich war auch nicht schuld. Aber die andere Frau, die muss operiert werden. Wir wollen das ohne viel Tamtam regeln. Und das kostet Geld…”
Oder „Hallo ich bin‘s dein Enkel. Ich kann kurzfristig an eine günstige Wohnung kommen. Dafür brauche ich schnell Geld für eine Anzahlung. Verrate aber nichts den anderen. Das soll eine Überraschung sein!” So oder so ähnlich steigen Betrüger in die Masche „Enkeltrick“ ein, um ältere Menschen um ihr Erspartes zu bringen.
Die Täter rufen ältere Menschen unter dem Vorwand an, Verwandte (meistens Enkel oder Neffen) oder gute Bekannte zu sein: „Rate mal, wer am Telefon ist?“ Dann täuschen sie einen finanziellen Engpass vor und bitten um hohe Bargeldbeträge, weil sie das Geld aufgrund einer Notlage sofort benötigen (zum Beispiel nach einem Autounfall). Durch mehrere Telefonanrufe in kurzer Zeit erhöhen die Anrufer den psychischen Druck auf ihre Opfer, verbunden mit Appellen wie: „Hilf mir bitte!“ Die Täter bitten um absolute Verschwiegenheit gegenüber Dritten, wie zum Beispiel anderen Verwandten. Weil sie angeblich nicht selbst kommen können, vereinbaren sie mit den älteren Menschen ein Kennwort, das ein Freund oder Bekannter nennen wird, wenn er als Bote das Geld abholt. In zahlreichen Fällen haben die älteren Opfer nach solchen Gesprächen hohe Geldbeträge von ihrem Konto abgehoben, um dem vermeintlichen Enkel zu helfen.  Wenn Sie selbst angerufen werden, empfiehlt Patrick Simon, folgendes:

·        Seien Sie vorsichtig, wenn Sie jemand telefonisch um Geld bittet.
·        Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald ihr Gesprächspartner –  häufig ein angeblicher Enkel – Geld von Ihnen fordert.
·        Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist. Rufen Sie ihn zurück.
·        Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen!
·        Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt: Notrufnummer 110!
·        Wenden Sie sich auf jeden Fall an die Polizei, wenn Sie Opfer geworden sind und erstatten Sie eine Anzeige.
·        Bei Fragen helfen Ihnen die besonders geschulten Beamtinnen und Beamten des Opferschutzes Ihrer örtlichen Polizei gerne.

Informationsmaterial liegt im Rathaus bereit oder ist als Download abrufbar:

Präventionshinweise Enkeltrick in Zeiten von Corona
Flyer Enkeltrick
Gut beraten im hohen Alter
Im Alter sicher leben

Enkel- bzw. Kindertrick per SMS
Aber auch die jüngere Generation sollte vorsichtig sein, denn auch per SMS versuchen es Täterinnen und Täter: „Hallo Mama und Papa, dies ist jetzt meine Neue Handynummer. Mein altes Handy ist kaputt, schreibt mir bitte über WhatsApp.“
Betrüger versuchen die Handynutzer auf WhatsApp zu locken, um dort dann nach demselben Muster wie beim Enkeltrick an das Ersparte der Empfänger zu kommen. Wenn Sie so eine SMS-Nachricht erhalten, sollten Sie unter keinen Umständen mit den Betrügern über WhatsApp Kontakt aufnehmen und niemals auf die Geldforderungen eingehen. Der einfachste Weg ist es, erstmal den Kontakt zu Ihren Kindern über die alte bekannte Handynummer oder Festnetznummer zu suchen. Dann wissen Sie sofort, ob es sich um einen Schwindel handelt oder nicht. Sollte es sich um einen Schwindel handeln, informieren Sie die Polizei.

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