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Düsseldorf. Fokus auf Nachhaltigkeit, Verpflegung und Digitalisierung

Unterwegs im Hop-On Hop-Off Bus: Bei der jährlichen Schulbautour gab Dagmar Wandt, Leiterin des Amtes für Schule und Bildung, am Mittwoch, 28. Juni, Einblicke in die fortschreitende Schulbau-Offensive. Die Tour fand bereits zum fünften Mal statt.

Die Landeshauptstadt Düsseldorf investiert bis 2025 rund 1,4 Milliarden Euro in Schulen. Realisiert werden die Maßnahmen vom Amt für Schule und Bildung sowie von den städtischen Tochterunternehmen Immobilien Projekt Management Düsseldorf (IPM) und der Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz AG (IDR).

Dagmar Wandt, Leiterin des Amtes für Schule und Bildung: “Jeder zweite Euro, den wir als Stadt investieren, fließt in die Bildung. Mit unserer flächendeckenden Schulbau-Offensive nehmen wir deutschlandweit eine Vorreiterrolle beim nachhaltigen Bau, der Modernisierung und der Digitalisierung von Schulen ein.”

Mit dem Hop-On Hop Off-Bus der Düsseldorf Tourismus GmbH wurden auf der Schulbautour das Comenius-Gymnasium in Oberkassel der Neubau des Lessing-Gymnasiums in Oberbilk, der Traumschulhof des Humboldt-Gymnasiums in Pempelfort sowie ein Klassenraum mit Visualisierungstechnik am Humboldt-Gymnasiums besichtigt.

Schwerpunkt Neubau: Comenius-Gymnasium
Das Comenius-Gymnasium wird durch einen Erweiterungsbau zukünftig als fünfzügige Schule mit neun Jahrgangsstufen ausgelegt. Auf einer Fläche von rund 3.900 Quadratmetern werden dann in dem neuen Gebäude Kursräume und zusätzliche Fachräume untergebracht, während die Klassenräume im Bestandsgebäude angesiedelt sind. Im Erdgeschoss des Neubaus werden zudem der Ganztagsbereich und ein Multifunktionsraum beherbergt. Auch eine neue ebenerdige Aula soll zeitweise durch den Ganztag genutzt werden.

Darüber hinaus werden in dem Erweiterungsbau breite Flurzonen mit Sitznischen geschaffen, die gleichzeitig als Selbstlernzonen genutzt werden können. Das Gebäude wird im Nord-Westen des Grundstücks als drei- bis vier geschossiger Neubau errichtet, der an zwei Stellen in das Bestandsgebäude eingebunden wird. Das verbindende Element zwischen Neu- und Altbau bildet eine repräsentative, zweigeschossige Eingangshalle.

Nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus wird im Rahmen des Bauvorhabens auch der vorhandene und in die Jahre gekommene Aulagang abgerissen und neu errichtet. Mit der dadurch entstehenden Flächenvergrößerung kann die Mensakapazität der steigenden Schülerzahl angepasst werden: Der Neubau wird den seitlichen Küchenanbau einbinden und bekommt darüber hinaus einen zusätzlichen eigenen Eingang an der Lütticher Straße. Die gesamten Bauarbeiten finden während des laufenden Schulbetriebs in mehreren Bauphasen statt.

Schwerpunkt Neubau und Mittagsverpflegung: Lessing-Gymnasium und Berufskolleg
Mit dem Erweiterungsbau für die naturwissenschaftlichen Fachräume für das Lessing-Gymnasium werden durch die IPM die baulichen Voraussetzungen optimiert. Gleichzeitig werden die Klassenzimmer im Bestandsgebäude auf dem Schulgelände umfassend saniert und erhalten eine moderne Ausstattung. Das Investitionsvolumen des Projektes liegt bei rund 16,4 Millionen Euro.

Die Sanierung des Hofgebäudes ist zum aktuellen Zeitpunkt bereits abgeschlossen. Der Giebel zum Schulhof des Lessing-Gymnasiums erhält im Zuge der Neugestaltung der Außenanlagen abschließend einen neuen Fassadenanstrich – die Fassade des Neubaus der naturwissenschaftlichen Fachräume wird Ende Juni fertig gestellt.

Auch der Innenausbau schreitet planmäßig voran, aktuell werden die Laboreinrichtungen der Fachräume montiert. Die Umbauarbeiten im Hauptgebäude werden von September 2023 bis Mai April 2024 ausgeführt. Die Neugestaltung des Schulhofes wird ab April 2024 bis zum Ende der Sommerferien im August 2024 erfolgen.

Das Lessing-Gymnasium und -Berufskolleg verfügt zudem über eine moderne Form der Mittagsverpflegung. Die Landeshauptstadt Düsseldorf verfolgt das Ziel einer nachhaltigen Gemeinschaftsverpflegung, bei der wenig Lebensmittelabfälle und ein klimafreundlicher Speiseplan entscheidende Faktoren sind. Daher hat das Amt für Schule und Bildung im vergangenen Jahr an dem landes- und EU-geförderten Projekt MehrWert21 der Verbraucherzentrale NRW e. V. in Kooperation mit zwei Düsseldorfer Schulen, der Jugendberufshilfe und der Zukunftswerkstatt Düsseldorf teilgenommen.

Durch diese Projektbegleitung ist es der Jugendberufshilfe gelungen, eine Reduzierung der Speisereste und einen klimafreundlichen Speiseplan in der Praxis umzusetzen und dadurch in einer Schulmensa bis zu sechs Tonnen Kohlendioxid im Jahr einzusparen. Ein zusätzlicher Erfolg ist der Geschmack – 80 Prozent der Mensagäste gaben dem Essen zum Abschluss des Projekts bei einer Abstimmung gute Noten.

Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Außenflächen: Humboldt-Gymnasium
Der neue Schulgarten des Humboldt-Gymnasiums gliedert sich in zwei Teile: Der Hauptteil wurde entsiegelt und in eine Rasenfläche mit Bäumen und Sträuchern entlang der Grundstücksgrenze umgestaltet. Auf einen Weg über den Rasen wurde zugunsten der Vegetation verzichtet. Der andere Teil des Gartens wurde auf der Fläche der ehemaligen Grünbrache angelegt und besteht aus einem kleinen Wiesen-Biotop sowie einem Bereich, in dem schuleigene Pflanzenversuchsflächen in kleinen naturnah gestalteten Beeten angelegt werden können. Der Biotop-Garten wurde mit einem Pfad aus Natursteinplatten, einem Hochbeetkasten sowie einer Sitzbank ausgestattet.

Die für die Pflege der Außenanlagen eingesetzten Geräte, wie etwa Laubsauger, wurden in den vergangenen drei Jahren nahezu komplett von einem fossilbetriebenen auf einen akkubetrieben Antrieb umgestellt. Die Umstellung der Außenpflegeräte auf den Akkubetrieb stellt einen Baustein in der Erreichung der Klimaneutralität der Landeshauptstadt Düsseldorf bis zum Jahr 2035 dar und wurde aus dem Klimaschutzetat des Amtes für Umwelt- und Verbraucherschutz mitfinanziert. Bis zum Ende des Jahres 2023 werden die Außenpflegegeräte an 100 Schulstandorten komplett auf den Akkubetrieb umgestellt. Durch diese Umstellung können jährlich 44.392 kg an Kohlendioxid-Emissionen eingespart werden.

Schwerpunkt Digitalisierung: Max-Weber-Berufskolleg
Das Max-Weber-Berufskolleg verfügt über 51 Klassenräume mit neuer Visualisierungstechnik, zudem wurden der Schule vom Schulträger 400 iPads zur Verfügung gestellt. Die neuen Visualisierungstechniken können im Unterrichtsgeschehen gemeinsam mit den iPads eingesetzt werden.

Zusammen mit dem benachbarten Walter-Eucken-Berufskolleg konnte sich das Max-Weber-Berufskolleg zuletzt in einem deutschlandweiten Schul-Wettbewerb für überdurchschnittliche Digitalisierung und moderne Lern- und Lehrmethoden behaupten.

Weitere Schulbau-Großprojekte in den nächsten Jahren:
• Neuer Schulneubau der Hauptschule Bernburger Straße an der Vennhauser Allee
• Neue dreizügige Realschule an der Borbecker Straße in Unterrath
• Neue vierzügige Gesamtschule an der Aldekerkstraße in Heerdt
• Neues vierzügiges Gymnasium an der Bernburger Straße in Eller
• Neues vierzügiges Gymnasium am Heinzelmännchenweg in Flingern-Nord
• Umsetzung der notwendigen Maßnahmen zur Rückkehr zum G9-Betrieb an allen Gymnasien

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