Ähnlich wie hier an der Grundschule Wickrath bietet auch an der Franz-Wamich Grundschule ein temporärer Modulbau Raum für Unterricht (Foto: © Stadt MG/Fachbereich Schule und Sport)
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Mönchengladbach. Heute (Dienstag, 8. August 2023) stand für 2.695 Kinder in Mönchengladbach ein besonders aufregender Tag an. Denn es ist für sie an den 35 städtischen Grundschulen ihr erster Schultag. Insgesamt sind das in diesem Schuljahr 117 Kinder mehr als im vergangenen Schuljahr. Damit gibt es zum Beginn des Schuljahr 2023/2024 109 Eingangsklassen an den Mönchengladbacher Grundschulen. Etwas, das sich auch bei der Raumsituation niederschlägt, sagt die Dezernentin für Bildung, Kultur und Sport Christiane Schüßler: „Das, was uns schon länger bewegt, weil es durch die Schulentwicklungsplanung deutlich wird, wird nun auch für viele Menschen der Stadt deutlich greifbarer: Uns fehlt Schulraum. Dabei haben wir in Zusammenarbeit mit dem Gebäudemanagement wirklich alles darangesetzt, um hier Lösungen zu finden. Ein gutes Beispiel dafür ist die Erweiterung der Grundschule Waisenhausstraße um den Teilstandort an der Wilhelm-Strauß-Straße, wo wir unter anderem Raum für vier Klassen geschaffen haben.“  Hier wird nun das dritte Schuljahr unterrichtet. Außerdem stehen Differenzierungsräume zur Verfügung und die Turnhalle ist saniert. Sie kann von der ganzen Grundschule genutzt werden.

An anderer Stelle kann der Bedarf über temporäre Modulbauten auf dem Schulgelände gedeckt werden. So wird ein solcher Bau an der Grundschule Wickrath für einen Klassenraum genutzt. Hier war zunächst geplant, einen großen Lehrmittelraum im Dachgeschoss für die schulische Nutzung herzurichten und dann einen damit freiwerdenden Raum im Obergeschoss als Klassenraum nutzen zu können. Auf Grund von geltenden Brandschutzauflagen war dies aber nicht kurzfristig realisierbar.
Auch an der Gemeinschaftsgrundschule Franz-Wamich bietet ein solcher temporärer Modulbau weiteren Schulraum, in dem die Kinder wie in anderen Klassenräumen unterrichtet werden können.

Insgesamt werden im nun startenden Schuljahr nach aktuellem Kenntnisstand 10.755 Schülerinnen und Schüler eine Grundschule in der Stadt besuchen. Damit läge die Zahl noch einmal höher als im Schulentwicklungsplan bereits prognostiziert. Dort war zunächst von 10.388 Schülerinnen und Schülern im kommenden Schuljahr ausgegangenen worden. „Das bestätigt uns zum einen darin, die Schulentwicklungsplanung in kürzeren Abständen immer wieder fortzuschreiben und darin, dass wir noch Raum schaffen müssen. Hier sind wir stetig dabei, zu schauen, was im Bestand möglich ist, wo wir Modulbauten einsetzen werden oder wo noch über andere Alternativen nachgedacht werden muss. Was im Übrigen nicht nur für die Grundschulen gilt“, sagt Schüßler. „Auch an den weiterführenden Schulen steigen die Zahlen. Dies stellt in der Umsetzung und selbstverständlich finanziell eine große Herausforderung dar. Da viele Kommunen und Städte in einer ähnlichen Situation sind, hoffen wir dabei stark auf Unterstützung durch Land und Bund.“

Dabei ist die Situation laut Schulaufsicht an den Grundschulen auch in Sachen Personal weiter schwierig. Noch können die vorgesehenen Stundentafeln aber abgedeckt werden. Dies ist nur auf Grund der Ausschreibung und Besetzung von Vertretungsstellen, Abordnungen und Versetzungen möglich. So sind an allen Grundschulen auch weiterhin Vertretungslehrkräfte beschäftigt. Damit sind Menschen gemeint, die nicht das Lehramt Grundschule studiert haben. Dazu gehören unter anderem Lehrerinnen und Lehrer die ein anderes Lehramt studiert haben, aber auch Menschen mit einem Hochschulabschluss in einem bestimmten Fach oder mit pädagogischen Fachkenntnissen.

An die weiterführenden Schulen wechseln zum Schuljahresbeginn voraussichtlich 2.111 Schülerinnen und Schüler in die 5.Klasse. Hier liegt die Zahl etwas höher als im Schulentwicklungsplan prognostiziert (Prognose: 2088).
Nach aktuellem Stand der Zuzüge von schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen nach Mönchengladbach ist davon auszugehen, dass diese in 2023 nicht so hoch ausfallen werden, wie im Jahr 2022, wo es insgesamt 1.836 Kinder und Jugendliche gewesen sind, 742 stammen dabei aus der Ukraine. Bisher liegt die Zahl nach dem ersten und zweiten Quartal bei 536 Zuzügen, für Schüßler ändert dies aber nicht viel an der grundsätzlichen Lage: „Angesichts der sprunghaft gestiegenen Nachfrage nach Schulplätzen in 2022 ist die Lage an allen Schulformen dennoch angespannt und wird es auch in absehbarer Zeit bleiben.“

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