Der „12. Krefelder Tag der Kinderkrankenpflege“ behandelte Aspekte des Kinderschutzes. Die Anmeldezahl zeigt die Relevanz des Themas, so Bettina Beyer-Lichtblau Lichtblau (v.li.; stellv. Vorsitzende Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V.), Organisatorin Silke Seiffert (DRK-Schwesternschaft Krefeld), Diane Kamps (Oberin DRK-Schwesternschaft Krefeld) und Sonja Wolf (Pflegekammer NRW (Foto: DRK-Schwesternschaft Krefeld / Nadia Joppen)
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Krefeld. Das diesjährige Thema war in Teilen berufsübergreifend – und die Resonanz darauf sehr gut: Zum „12. Krefelder Tag der Kinderkrankenpflege“ der DRK-Schwesternschaft Krefeld am Samstag hatten sich rund 180 Teilnehmer/-innen angemeldet – ein neuer Teilnehmerrekord. Unter dem Motiv „Hinsehen – Handeln – Helfen!“ ging es um Aspekte des Kinder- und Jugendschutzes in Zusammenhang mit Pflege und Medizin.

Zur Begrüßung schilderte Diane Kamps (Oberin DRK-Schwesternschaft Krefeld), warum die Schwesternschaft sich mit dem Thema beschäftige: „Es ist ein weltweites Thema, es geht um den Schutz der Flüchtlingskinder, aber auch darum, dass in den USA demnächst 13-Jährige wieder eine Arbeitserlaubnis erhalten sollen“. Ziel des Tags sei es, die Teilnehmer/-innen zu befähigen, „mit dem Thema umzugehen. Sie können Sprachrohr für die Kinder werden.“ Organisatorin Silke Seiffert verlas ein Grusswort von Prof. Dr. Tim Niehues (Klinikdirektor Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Helios Klinikum Krefeld), der verhindert war. Er hatte formuliert, dass der Tag im „Zeichen der Wertschätzung für die Kinderkrankenpflege stehe…Die Pflege ist das Herzstück der Kinder- und Jugendmedizin. Sie sind auch Tröster und Motivator für die Kinder und die Familien.“ Bettina Beyer-Lichtblau (stellv. Vorsitzende Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V.) betonte, dass der Verband über die Anschlussqualifizierung „Gesundheits- und Kinderkrankenpflege“ an die Ausbildung Pflegefachfrau/-mann die Qualität in der Kinderkrankenpflege nach den Veränderungen in der Ausbildungsordnung hochhalten wolle. Kinderschutz sei ein Thema bei der Jahrestagung gewesen. Sonja Wolf und Simone Kügler (Pflegekammer NRW) stellten die Arbeit des 2022 gegründeten Gremiums vor.

Danach ging es an die Facharbeit – und schon der erste Vortrag von Prof. Dr. med Sibylle Banaschak (Leiterin Kompetenzzentrum Kinderschutz im Gesundheitswesen NRW; Institut für Rechtsmedizin Unikliniken Köln) zeigte, wie beklemmend das Thema ist. Im Vortrag „Dokumentation und rechtliche Grundlagen im Kinderschutz“ betonte sie, dass Pflegende sich ihrer Schweigepflicht bewusst seien. Aber „bei Kindern dürfen wir die Schweigepflicht brechen“, verwies sie auf das 2012 verabschiedete Bundeskinderschutzgesetz. „Es ist gesellschaftlich gewünscht, gegebenenfalls das Jugendamt zu informieren“, würden die Pflegenden sogar ausdrücklich aufgefordert. Das Jugendamt habe die Wächterfunktion, die Pflege „sollte“ Probleme oder Vernachlässigungen erkennen und darauf aufmerksam machen – als Beispiel nannte sie Eltern, die ihren Kindern Insulin regelmäßig nicht richtig spritzen. Eine zeitnahe schriftliche Dokumentation unter Einbeziehung der Erklärungen der Kinder sei wichtig. Ihr Appell: „Wir müssen die Kinder fragen!“ Banaschaks Mitarbeiterin Andrea Eulgem stellte danach bedeutsame Anhaltspunkte einer Kindeswohlgefährdung vor.

Weitere Themen des Tages waren der Umgang mit Gewalt gegen Gesundheitsfachpersonal von Referentin Anne Herr (Polizeipräsidium Münster) oder in den Workshops der Schutz von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen sowie die Vorstellung der Arbeit einer Kinderschutzgruppe durch Leon Philipp (Ärztlicher Leiter Kinderschutzgruppe OA Helios Kinder- und Jugendmedizin Duisburg).

„Insgesamt war es für alle ein sehr intensiver und herausfordernder Tag für alle. Aber mit den Informationen können wir unsere Arbeit für Kinder weiter verbessern“, so das Fazit von Silke Seiffert.

www.drk-schwesternschaft-kr.de

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