Links: Übersichtskarte © GeoPark Ruhrgebiet (Kartengrundlage: Geobasis NRW) || rechts: Enthüllung der drei Tafeln an der Bergschänke auf dem Hülser Berg (v. l n. r.): Dr. Volker Wrede (Vorsitzender des GeoParks Ruhrgebiet), Christoph Boddenberg (Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Landschaftsverbandes Rheinland), Sabine Lauxen (Dezernentin für Umwelt und Verbraucherschutz, Soziales, Senioren, Wohnen und Gesundheit der Stadt Krefeld), Thorsten Hansen (Bezirksvorsteher von Hüls) (Foto: © GeoPark Ruhrgebiet)
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Krefeld. Wie ist der Hülser Berg entstanden? Was hat es mit der eisenzeitlichen Wallburg auf sich? Welche Rohstoffe hat man auf dem Hülser Berg und im benachbarten Bruch gewonnen? Warum wäre Krefeld beinahe ein Kurort geworden? Diese und andere Fragen werden auf dem GeoPfad Hülser Berg beantwortet, der am heutigen Donnerstag (23.11), offiziell eröffnet wurde. Der GeoPfad ist ein gemeinsames Projekt des GeoParks Ruhrgebiet e.V. und der Stadt Krefeld unterstützt vom Heimatverein Hüls. Er wurde mit Mitteln des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) gefördert.

GeoPfad: Über den Hülser Berg, der schon seit über einem Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel ist, führt ein 5 km langer Wanderrundweg. Ein 19 km langer Radrundweg verbindet weitere Stationen im idyllischen Hülser Bruch und im historischen Ortskern von Hüls. Insgesamt 16 Schautafeln informieren Wanderer und Radfahrer über lokale Sehenswürdigkeiten und ihren Bezug zu Geologie, Rohstoffgewinnung und Landschaftsgeschichte der Region. „Was von der Eiszeit übrig blieb“ lautet das Motto des GeoPfads. So ist der Hülser Berg selbst ein Überbleibsel des Endmoränenzugs, den der Gletscher der Eiszeit hier einst aufgeschoben hat. Der Abbau der Kies- Sand- und Tonvorkommen riss große und kleine Löcher in den Berg. Die Pott- und Pannenbecker, die den Ton seit dem 17. Jahrhundert als Rohstoff nutzten, sind ein wichtiger Teil der Hülser Identität. Im Heimatmuseum von Hüls, den Hülser Heimatstuben, werden zahlreiche Objekte der Hülser Keramik präsentiert. Auf dem Gelände des Krefelder Umweltzentrums zeugen Steilwände und Artefakte davon, dass im letzten Jahrhundert hier eine Kiesgrube betrieben wurde und Betonwaren hergestellt wurden. Weitere Stationen sind unter anderem der Gesteinsgarten an der Bergschänke, der Johannesturm, von dem man einen hervorragenden Blick bis ins Ruhrgebiet genießt, die sagenumwobene Eremitenquelle, die Niepkuhlen, der Bohrturm des Krefelder Sprudels und eine ehemalige Produktionsstätte von Dachziegeln. Der GeoPark Ruhrgebiet hat einen kostenlosen Flyer mit Stationen, Karten und Streckenverläufen herausgegeben. Diese Informationen finden sich auch auf den Webseiten des GeoParks, wo darüber hinaus auch die GPX-Tracks der Wegstrecken kostenfrei heruntergeladen werden können.

“Der Hülser Berg ist ein attraktives Ausflugsziel für Krefeld und Hüls. Entstanden durch die vorrückenden Gletscher der Eiszeit und als Träger einer eisenzeitlichen Fluchtburg ist er eine topographische und historische Landmarke ersten Ranges. Dazu bildete er bis in die jüngste Zeit hinein eine vielseitige Rohstoffquelle für die lokale Wirtschaft. Gerade an solchen Objekten, wo sich Naturerleben, Historie und Wirtschaftsentwicklung miteinander verzahnen, möchten wir als GeoPark die Zusammenhänge verständlich machen und bei den Besuchern Interesse und Freude an der regionalen Erd- und Naturgeschichte wecken.” (Dr. Volker Wrede, 1. Vorsitzender des GeoPark Ruhrgebiet e.V.)

„Wir freuen uns als Stadt Krefeld darüber, jetzt in den Geopark Ruhrgebiet integriert zu sein. Dieses Angebot macht das Hülser Bruch als eine Perle der niederrheinischen Naherholung in Krefeld noch attraktiver. Natur und Geologie vor der eigenen Haustür erleben – und das auf nachhaltige Art und Weise: Der Geopark vereint Umweltbildung und Stadtgeschichte und wird für Krefelder wie Auswärtige viel Wissenswertes bieten. Ich bin sicher, dass die Bürgerinnen und Bürger dieses Angebot begeistert annehmen werden.“ (Sabine Lauxen, Umweltdezernentin der Stadt Krefeld)

„Zu den zahlreichen Aufgaben des Landschaftsverbands Rheinland zählt die Befassung mit dem Naturerbe des Rheinlands ebenso wie mit der vom Menschen über große Zeiträume geschaffenen Kulturlandschaft. Diese den Menschen anschaulich zu vermitteln, sicht- und erlebbar zu machen, ist uns ein großes Anliegen. Naturschutz und Umweltbildung sind uns dabei eine Herzensangelegenheit, die wir gerne gemeinsam mit anderen Akteur*innen im Rheinland, beispielsweise den Naturparken und Biologischen Stationen, verfolgen. Der Geopark Ruhrgebiet ist hier ebenfalls in vorbildlicher Weise unterwegs. Deshalb unterstützt der LVR gerne die Aktivitäten des Geoparks Ruhrgebiet, mit dem wir nicht zuletzt auch gemeinsam für unser LVR-Niederrheinmuseum Wesel zusammenarbeiten.“ (Dr. Corinna Franz, Kulturdezernentin des Landschaftsverbands Rheinland)

Übersichtskarte © GeoPark Ruhrgebiet (Kartengrundlage: Geobasis NRW)
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