Stellvertretend für die „Lila Feen“ nahmen den Preis entgegen: Projektgründerin Ilse Schwarzer, Koordinatorin Sabine Brillen, Uwe Bielski, Claudia Bielski und Ruth Uhlenbruck-Wandolski (Foto: privat)
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Mülheim an der Ruhr. Evangelische und katholische Kirche in Mülheim zeichnen das ehrenamtliche Engagement für Ein-Eltern-Familien aus

Mit dem ökumenischen Hoffnungspreis 2023 zeichnen das Katholische Stadtdekanat Mülheim und der Evangelische Kirchenkreis An der Ruhr das Ehrenamtsprojekt der „Lila Feen“ aus. Die ehrenamtlich Engagierten betreuen regelmäßig stundenweise die Kinder berufstätiger und alleinerziehender Mütter und Väter. Das Ehrenamts-Projekt wird getragen von der Evangelischen Familienbildungsstätte und der Diakonie. Übergeben wurde der Preis, symbolisiert durch die Fisch-Plastik des Mülheimer Künstlers Jochen Leyendecker, beim ökumenischen Neujahrsempfang zu Beginn des neuen Kirchenjahres in der Mülheimer Petrikirche. Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert. Wer ihn bekommt, bleibt traditionell bis zur Verleihung während des Neujahrsempfangs geheim.

„,Welche Superkraft hast du?‘ Das musste ich für einen Fragebogen beantworten, den meine Enkelin aus der Schule mitgebracht hatte“, so stieg Superintendent Gerald Hillebrand in seine Laudatio an die Preisträger*innen ein. Dabei verbinde er Superkräfte weniger mit den eigenen Möglichkeiten als vielmehr mit den guten Feen aus den Erzählungen seiner Kindertage. „Und so sehr ich mir deren Auftreten wünschte – daraus wurde meistens nichts. Umso mehr freue ich mich, dass wir den ökumenischen Hoffnungspreis in diesem Jahr an die „Lila Feen“ verleihen dürfen. Sie sind für Eltern und Kinder da, sie schenken Zeit und Vertrauen.“ Das seien genau die Dinge, die gerade in Krisenzeiten, wie im Festvortrag von Prof. Karutz vorgetragen, benötigt werden.

Gerührt von der Auszeichnung zeigten sich Projektgründerin Ilse Schwarzer und Koordinatorin Sabine Brillen (Ev. Familienbildungsstätte), die den Preis gemeinsam mit den „Lila Feen“ Claudia und Uwe Bielski sowie Ruth Uhlenbruck-Wandolski stellvertretend für alle im Projekt Engagierten entgegennahmen. „Als ich das Projekt 2011 gegründet habe“, so erklärte Ilse Schwarzer den Gästen des Neujahrsempfangs, hätte ich nicht geglaubt, dass ich damit zur Verleihung des Hoffnungspreises eingeladen werde.“ Koordinatorin Sabine Brillen ist seit sieben Jahren für das Projekt tätig „und sehr schnell wusste ich: Das wird eine besondere Herzensangelegenheit für mich“, erklärte sie bei der Preisverleihung. Der Hoffnungspreis dokumentiere einerseits die Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements. Andererseits sei er eine Wertschätzung der Leistung der alleinerziehenden Familien, „die Berufstätigkeit ebenso wie Erziehung stemmen und damit ein gutes Vorbild für ihre Kinder sein wollen.“ Der Dank der Geehrten ging ausdrücklich auch an die finanziellen Unterstützer des Projekts. Es wird gefördert durch die gemeinnützige JK-Stiftung für kompetente Elternschaft und Mediation, durch die Stiftung „Jugend mit Zukunft“ des Evangelischen Kirchenkreises An der Ruhr, sowie durch den Mülheimer Rotary Club Schloss Broich.

Zurzeit betreuen die 20 Lila Feen in Mülheim 25 Familien, in denen insgesamt 31 Kinder leben. Projektkoordinatorin Sabine Brillen findet aus dem Pool der Ehrenamtlichen diejenige „Fee“, die am besten zur jeweiligen Familie passt. Wünsche nach bestimmten Einsatzzeiten oder nach möglichst kurzen Wegen werden dabei berücksichtigt. Stets werden neue Engagierte für das Ehrenamtsprojekt gesucht. Sabine Brillen: „Das Engagement wird meist für Feen und Familien zum Gewinn. Die Familien bekommen Unterstützung und die Feen unmittelbare Anerkennung und viele bereichernde Momente in der Arbeit.“ Wer Lila Fee wird, nimmt kostenfrei an den pädagogischen Kursen der Evangelischen Familienbildungsstätte teil und ist zum regelmäßigen Austausch mit den anderen Feen und Koordinatorin Sabine Brillen eingeladen.

Kontakt und Info: https://www.evfamilienbildung.org/ehrenamtsprojekte/lila-feen/

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