Nadine Hennig (l.) und Daniela Perner überreichten Dominic Engel (Geschäftsführender Gesellschafter, l.) und Marcel Plücken (TQ-Teilnehmer) eine Urkunde, die die erfolgreiche Zusammenarbeit dokumentiert (Foto: IHK)
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Mönchengladbach. Fehlende Fachkräfte werden immer mehr zum Problem. In der Region Mittlerer Niederrhein fehlen derzeit bereits 25.000 Fachkräfte, 2035 werden es schon 91.000 sein. Ein erfolgreiches Instrument gegen den Fachkräftemangel sind die sogenannten Teilqualifikationen (TQ). „Wir haben inzwischen insgesamt 219 Personen in den unterschiedlichsten Berufen während ihrer Teilqualifikationen begleitet“, sagt Nadine Hennig, bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein unter anderem zuständig für das Thema Teilqualifikationen.

„Teilqualifikationen bieten die Chance, einen Beruf in Theorie und Praxis schrittweise zu erlernen und am Ende sogar einen Berufsabschluss zu erlangen“, erklärt Hennig. Dabei handelt es sich um kürzere Bildungseinheiten, die aus anerkannten Ausbildungsberufen abgeleitet werden. Das habe den Vorteil, dass die Inhalte aktuell und am Arbeitsmarkt gefragt sind. Ein Beruf ist in einzelne TQ aufgeteilt. Sie erstrecken sich durchschnittlich über einen Zeitraum zwischen drei und sechs Monaten. Der Theorieanteil macht rund zwei Drittel der Gesamtdauer einer TQ aus und wird durch einen Bildungsträger vermittelt.

Die Engel und Pesch GmbH aus Mönchengladbach ist Vorreiterin für IHK-Teilqualifikationen im Sicherheitsbereich. Als erstes seiner Branche arbeitet das Unternehmen gemeinsam mit der IHK Mittlerer Niederrhein im Bereich der Teilqualifizierungen erfolgreich zusammen. So erfolgreich, dass Daniela Perner, IHK-Geschäftsführerin des Bereichs Berufliche Bildung und Handel, und Nadine Hennig der Engel und Pesch GmbH eine Urkunde und das TQ-Siegel überreicht haben.

„Wir bieten seit einigen Jahren bereits Teilqualifizierungen für Fachkräfte Schutz und Sicherheit und für die Servicekraft für Schutz und Sicherheit an“, sagt Dominic Engel. „Mit der Absolvierung einzelner Module und den IHK-Zertifikaten haben Teilnehmende einen bemerkenswerten Vorteil auf dem Arbeitsmarkt, und sie können durch die IHK-Teilqualifizierungen einen Berufsabschluss erwerben“. Das Berufsbild der Fachkraft für Schutz und Sicherheit wird in sieben Teilqualifikationen aufgeteilt. Im ersten Baustein erwerben die Teilnehmenden die Sachkunde, um im Sicherheitsbereich arbeiten zu können, sowie das IHK-TQ-Zertifikat. Ganz individuell, je nach betrieblichen Gegebenheiten oder persönlichen Wünschen und Ansprüchen, können die verschiedenen Bausteine absolviert werden.

Viele Betriebe beschäftigen Mitarbeitende, die angelernt und ohne Berufsabschluss sind, oder Menschen, deren Berufsabschlüsse nicht mehr den Anforderungen des heutigen Arbeitsalltags entsprechen. Oftmals handelt es sich um Mitarbeitende, die sie schon lange beschäftigen und auch weiterhin gerne beschäftigen würden. Durch Teilqualifikationen können Betriebe diese Mitarbeitenden in Beschäftigung halten und beschäftigungsbegleitend nachqualifizieren.

Es gibt für zahlreiche Berufe bundeseinheitliche Teilqualifikationen, für die IHK-Zertifikate vergeben werden: vom Mechatroniker, Industrieelektriker und Kaufmann für Büromanagement bis zum Koch. Die IHK Mittlerer Niederrhein ist mit den regionalen Arbeitsagenturen vernetzt und arbeitet in der Region mit einigen Bildungsträgern zusammen. Die Agentur für Arbeit wird in Einzelgesprächen prüfen, ob und in welcher Höhe für Unternehmen und Teilnehmende eine Förderung infrage kommt.

Weitere Informationen gibt es unter: www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/22525

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