
Kreis Kleve. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Kleve hat den Grundstücksmarktbericht für das laufende Jahr 2025 veröffentlicht. Insgesamt zeigt sich auf dem Immobilienmarkt Kreis Kleve eine differenzierte Entwicklung: Während das Interesse an Baugrundstücken weiterhin hoch ist und zu steigenden Preisen führt, sind bei bestehenden Wohnimmobilien leichte Preisrückgänge zu verzeichnen.
Der Bericht beinhaltet Analyseergebnisse zum Immobilienmarkt des Jahres 2024 im gesamten Kreisgebiet. Er leistet einen wesentlichen Beitrag zum Verbraucherschutz, da er Laien wie Fachleuten einen tiefen Einblick in den Grundstücksmarkt verschafft. Im Gegensatz zu den allermeisten Marktuntersuchungen beruhen die Auswertungen des Gutachterausschusses auf der Erfassung tatsächlicher Verkäufe.
Weiter hohe Nachfrage nach Wohnbaugrundstücken
Im vergangenen Jahr wurde im Kreis Kleve eine signifikante Zunahme an veräußerten Wohnbaugrundstücken verzeichnet. Insgesamt wurden mit 159 Kauffällen rund 26 Prozent mehr Grundstücke für den individuellen Wohnungsbau verkauft als im Vorjahr. Diese Entwicklung deutet auf eine erhöhte Nachfrage nach Bauland hin, was sich entsprechend in der Preisentwicklung widerspiegelt. So ist das Bodenwertniveau im vergangenen Jahr im Kreisgebiet im Durchschnitt um rund 4,5 Prozent gestiegen. Dass Grundstücke weiterhin begehrt sind und das Interesse an Bauprojekten wieder zunimmt, zeigt sich auch an den deutlich gestiegenen Transaktionszahlen zum Ende des ersten Quartals 2025 (86 Kauffälle).
Aus den tatsächlich gezahlten Kaufpreisen hat der Gutachterausschuss Bodenrichtwerte für das Kreisgebiet Kleve (Stand: 1. Januar 2025) beschlossen. Die Bodenrichtwerte sind durchschnittliche Lagewerte mit den dazugehörigen normierten Eigenschaften. Sie können kostenfrei im Informationssystem BORIS.NRW online abgerufen werden.
Anhaltende Marktkorrektur bei Ein- und Zweifamilienhäusern
Nachdem im Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser seit 2019 von Jahr zu Jahr weniger Immobilienverkäufe registriert wurden, stieg die Anzahl der Kauffälle im Berichtsjahr 2024 um rund 7 Prozent an. „Diese Zunahme deutet darauf hin, dass trotz der anhaltenden Herausforderungen im Immobilienmarkt, wie beispielsweise steigende Zinsen oder Baukosten, das Interesse an Immobilienkäufen wieder zunimmt“, erläutert Dirk Brammen, Vorsitzender des Gutachterausschusses.
Je nach Objektart zeigten sich unterschiedliche Tendenzen. Während die Zahl der veräußerten freistehenden Objekte um 14 Prozent zunahm und auch Doppelhaushälften einen Anstieg von 3 Prozent verzeichneten, sank die Anzahl der verkauften Reihenmittelhäuser um 9 Prozent.
Die Preise gebrauchter Ein- und Zweifamilienhäuser fielen im Durchschnitt um rund 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Parallel dazu legten die Preise für Bauleistungen in NRW um rund 3 Prozent zu. Demnach ist festzustellen, dass sich die Preisdifferenz zwischen Immobilienpreisen gebrauchter Objekte und Neubauten wie im Vorjahr weiter erhöht hat.
Die Preisrückgänge der letzten beiden Jahre sind zudem Reaktionen auf die überhöhten Preise der Vorjahre. Der Markt stabilisiert sich damit und passt sich wieder an die tatsächliche Nachfrage und die wirtschaftlichen Bedingungen an.
Entwicklung bei den Eigentumswohnungen
Im Bereich der Eigentumswohnungen wurden 2024 insgesamt 368 Transaktionen verzeichnet – und damit fast genauso viele Fälle wie im Jahr zuvor (2023: 364 Kauffälle).
Die Anzahl der Neubauten im Bereich Eigentumswohnungen bleibt auf einem anhaltend niedrigen Niveau. Während früher jede dritte verkaufte Wohnung ein Neubau war, ist es seit nunmehr drei Jahren nur noch jede neunte. Die Gründe sind vielfältig: hohe Baukosten, steigende Zinsen und eine allgemein unsichere wirtschaftliche Lage. Auch regulatorische Vorgaben belasten Neubauprojekte erheblich.
Die Preise für Eigentumswohnungen sind im Berichtsjahr 2024 sowohl bei den Neubauten als auch bei den Gebrauchtimmobilien um rund 2 Prozent bzw. 3 Prozent gesunken. „Auch in diesem Teilmarkt zeigte sich, dass die Kosten für den Neubau immer weniger im Einklang mit den Marktwerten auf dem Immobilienmarkt stehen“, sagt Brammen.
Land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke
Im Berichtsjahr 2024 wechselten 106 Acker- und Grünlandflächen mit einer Grundstücksfläche über 2.500 Quadratmetern sowie Waldflächen den Eigentümer. Dies waren rund 25 Prozent weniger Transaktionen als im Vorjahr. In annähernd gleicher Größenordnung reduzierte sich die veräußerte Gesamtfläche auf rund 254 Hektar. Die Preise für Ackerland stagnierten mit durchschnittlich 11,39 Euro pro Quadratmeter, während Grünlandflächen mit 7,02 Euro pro Quadratmeter im Durchschnitt rund 5 Prozent teurer waren als im Vorjahr.
Vergleichswerte im neuen Grundstücksmarktbericht
Der nun veröffentlichte Grundstücksmarktbericht 2025 enthält über die genannten Beispiele hinaus zahlreiche weitere Fakten und Zahlen. Darin sind etwa Vergleichswerte für Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen, Liegenschaftszinssätze, Preisentwicklungen und Indexreihen sowie Durchschnittswerte für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke zu finden. Der Grundstücksmarktbericht steht kostenlos zum Download bereit unter: www.gutachterausschuss.kreis-kleve.de oder www.boris.nrw.de.