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Krefeld. „Sie haben sich um die Wirtschaft am Niederrhein und um die Industrie- und Handelskammer verdient gemacht. Sie haben den Kurs und das Erscheinungsbild unserer Spitzenorganisation entscheidend geprägt.“ Mit diesen Worten hat Heinz Schmidt, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, Dr. Dieter Porschen verabschiedet, der 20 Jahre als Hauptgeschäftsführer für die IHK gearbeitet hat. Die Gäste im Hugo Junkers Hangar in Mönchengladbach bedankten sich für Porschens Engagement mit anhaltendem Applaus. „Seine große Fähigkeit ist es, Dinge einerseits sorgfältig zu analysieren, und sie andererseits ohne große Worte und häufig mit einem Schuss Ironie rüberzubringen“, sagte der Präsident. „Klare Aussage, aber so verpackt, dass das Gegenüber sein Gesicht wahrt – das ist sein Markenzeichen.“

Schmidt erinnerte an das Jahr 1995, als Porschen sein Amt bei der IHK antrat: „Das war keine gemütliche Zeit. Die Wirtschaft am Niederrhein stand vor großen Herausforderungen. Die traditionellen Textilstädte Krefeld und Mönchengladbach verloren innerhalb von fünf Jahren 30 Prozent ihrer Industriearbeitsplätze. Es gab viel zu tun für die IHK und ihren neuen Hauptgeschäftsführer.“ Es galt, die exportstarke Wirtschaft am Niederrhein zu fördern und die Partnerschaft mit den Niederlanden weiterzuentwickeln.

Schmidt würdigte Porschens Einsatz bei der Gründung der Internationalen Schule in Neuss und bei der Neuausrichtung der kommunalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften sowie sein Engagement für ein regionales Standortmarketing, für ausreichende Gewerbeflächen und eine moderne Berufsausbildung: „Netzwerken im besten Sinne und gemeinsam an einem Strang ziehen, um die Region zu stärken, das lag Dieter Porschen immer besonders am Herzen“, so Schmidt.

Der IHK-Präsident bedankte sich bei Porschen für 20 Jahre Arbeit für die IHK. Als Hauptgeschäftsführer habe er nicht nur nach außen gewirkt, sondern auch die Struktur und die Ausrichtung der Dienstleistungsorganisation IHK maßgeblich geprägt. „Dieter Porschen setzte die Themen Qualitätsmanagement, Kundenorientierung und Transparenz auf die Tagesordung – lange bevor sie zum Allgemeingut wurden.“ Bei allem, was er tat, habe er stets den Austausch mit dem Ehrenamt und den Unternehmen gesucht. „Gutes und Schlechtes, Risiken und Chancen haben wir offen diskutiert, bevor etwas anbrannte“, sagte Schmidt.

Porschen bedankte sich für die Unterstützung, die er in den vergangenen Jahren erfahren hatte, und erinnerte an die Grundlagen der IHK: „Erledige Deine Angelegenheiten selber, organisiere Dich dezentral und übernehme Verantwortung. Das war und ist der Kern der Industrie- und Handelskammern. Ich danke allen, die dabei aktiv mitmachen. Ohne Sie wäre die IHK nichts.“ Bei aller Freude über den Ruhestand räumte Porschen auch eine gewisse Wehmut ein: „Die großartige Möglichkeit, auf vielen Feldern etwas zu bewegen, Teil eines Netzwerks mit vielen Freunden, Mitstreitern und Mitarbeitern zu sein, bei dem einen oder anderen Thema etwas auszuhecken – das werde ich vermissen.“

Jürgen Steinmetz, Porschens Nachfolger, bedankte sich bei den IHK-Mitarbeitern und den -Ehrenamtlern: „Meine Erwartungen haben sich seit meinem Start am 1. März erfüllt. Ich arbeite in einem tollen IHK-Bezirk, habe ein engagiertes und motiviertes Team angetroffen, und es gibt spannende Aufgaben.“ Der demografische Wandel, die zunehmende Internationalisierung und Digitalisierung, die Energiewende, die Infrastrukturversorgung und die Fachkräftesicherung seien nur einige der vielfältigen Herausforderungen.  

„Zu den Personen, die mich in den letzten vier Monaten so gut vorbereitet haben, gehört in besonderer Weise Herr Dr. Dieter Porschen“, betonte Steinmetz. „Wir haben in dieser Zeit Strategien ausgetauscht, und ich habe vieles dazugelernt. Herr Dr. Porschen, Sie hinterlassen eine gut aufgestellte Mannschaft.“

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