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Krefeld. Die Stadt Krefeld und der Stadtsportbund haben in einer Feierstunde verdiente Sportler geehrt. Sie erhielten den Ehrenteller der Stadt Krefeld, die Silbermedaille des Stadtsportbundes oder dessen Verdienstnadel. „Ich freue mich, Sie heute hier ehren zu können. Durch Ihr ehrenamtliches Engagement leisten Sie einen wesentlichen Beitrag für unsere Gesellschaft. Danke dafür“, sagte Oberbürgermeister Frank Meyer zu Beginn im historischen Ratssaal im Rathaus.

Über den Ehrenteller konnten sich Dagobert Allhorn und Markus Janßen freuen. Allhorn, lange Jahre Leitender Polizeidirektor und seit 2010 im Ruhestand, ist seit 21 Jahren Vorsitzender des Polizeisportvereins Krefeld. „Neben der sportlichen Fitness der Kollegen und der Freude am gemeinsamen Training stehen bei Ihnen Präventionsprojekte im Mittelpunkt der Vereinsarbeit. In Ihrer Amtszeit haben Sie aktuelle Themen in den Fokus genommen, zum Beispiel ‚Sport statt Gewalt‘, Selbstbehauptungskurse für Frauen und die Nachsorge und Betreuung von Kindern, die in Verkehrsunfälle verwickelt waren“, sagte Meyer. Allhorn war zudem vier Jahre ab 1999 Vorsitzender des Dachverbands der Polizeisportvereine in NordrheinWestfalen. Er sorgte für die Ausrichtungen zahlreicher Deutscher und Landesmeisterschaften in Krefeld, 2006 wurden sogar die Halbfinalspiele der Europäischen Polizeimeisterschaften im Fußball in Krefeld gespielt. In seine Amtszeit fiel auch die Auszeichnung des PSVK zum Polizeisportverein des Jahres 2000.

Beim zweiten Krefelder Sportler, der den Ehrenteller erhielt, war die „Schuldige“ für seine spätere Karriere ganz eindeutig ausgemacht: Es war die Oma. Denn Markus Janßen wurde von ihr schon als Kind häufig auf den Minigolfplatz im Uerdinger Stadtpark geschickt, der Grundstein für eine große Karriere im Bahnengolf mit nationalen und internationalen Erfolgen. „Das mag bei Ihrem Sport nicht so spektakulär klingen, als wenn hier von Fußball oder Tennis die Rede wäre. Aber wie Sie selbst mal so schön formuliert haben: Fußballer, die Angst vorm Elfmeter haben, wissen gar nicht, wie schwierig es ist, das kleine Loch auf der Minigolfbahn zu treffen“, so Meyer. Der Geehrte war von 1992 bis 2013 Bundesligaspieler und holte dabei mit seinem Team acht Mal die Deutsche Meisterschaft und vier Mal den Europameistertitel. Im Seniorenbereich führt er die Weltrangliste der World Minigolf Sport Federation überlegen an, erst im August wurde er Europameister. Zusätzlich engagierte er sich auch hinter den Kulissen: In Krefeld ist er seit 25 Jahren im Vorstand des Bahnengolfclubs Uerdingen, seit vier Jahren auch Fachschaftsleiter Bahnengolf in Krefeld. Im Deutschen Minigolfverband war er vier Jahre lang Geschäftsführer der Minigolf Marketing GmbH und zwei Jahre Medienmanager der European Minigolf Sport Federation. Meyer: „All dies im Ehrenamt und aus ehrlicher Begeisterung für Ihren Sport.“

Heiner Hanrath, Walter Jansen, Karl-Heinz Klinkhammer und Manfred Schmidt wurden mit der Silbermedaille des Stadtsportbundes ausgezeichnet. Hanrath, der einst mit Günther Netzer Fußball spielte und auch in vielen anderen Sportarten aktiv war, fand seine Bestimmung ab 1965 im Badminton. Von 1966 bis 1970 sowie seit 1986 ist er Mitglied, ehrenamtlicher Trainer und Spieler beim KTSV Preussen. In seiner Zeit beim Krefelder BC (1970-1986) erwarb er seinen Trainerschein. Zu seinen wichtigsten Erfolgen zählen hervorragende Platzierungen bei Deutschen Meisterschaften und Weltmeisterschaften. Westdeutscher Meister war er jeweils in seiner Altersklasse 2009 und 2014. 2009 gewann er bei den World Masters in Sydney die Goldmedaille mit der Mannschaft.

Walter Jansen, seit 1966 beim Crefelder Ruderclub, war in seiner aktiven Zeit schon ein erfolgreicher Ruderer, aber auch danach bewegte er viel für seinen Verein. Von 1991 bis 2002 war er stellvertretender Vorsitzender, dann bis 2013 erster Mann im Club. In dieser Zeit stellte er viele Weichen und machte den CRC damit zum erfolgreichsten Ruderclub Deutschlands. Fester Bestandteil im Krefelder Sportjahr sind die Rudertage auf dem Elfrather See, wo er auch ein Ruder-Leistungszentrum schuf.

Karl-Heinz Klinkhammer große Passion war der Feldhandball, den er ab 1948 beim TuS Rhein Franken betrieb, ehe der Verein 1966 mit Bayer Uerdingen fusionierte. 1995 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des SC Bayer 05 Uerdingen, in dem er sofort Vorsitzender des Ehrenrates wurde. Dieter Hofmann, Vorsitzender des Stadtsportbundes, vergaß in seiner Laudatio aber auch nicht, dass Klinkhammer zudem im Bayer-Chor die Geschicke leitet. 

Urlaubsbedingt fehlte Manfred Schmidt. In seiner aktiven Fußballerzeit spielte er bei Spiel und Sport Krefeld in der zweithöchsten Amateurklasse und wechselte 1969 zum BV Union Krefeld, wo er noch Jahrelang erfolgreich kickte und den Kreisligisten bis in die Landesliga führte. Auch als Trainer war er hier aktiv. Viel bedeutender ist aber seine Tätigkeit als Geschäftsführer. 44 Jahre bestimmte er so die Geschicke seines Clubs mit. Für ihn nahm der Vorsitzende des BV Union, Jürgen Ricks, die Silbermedaille entgegen.

Über die Verdienstnadel des Stadtsportbundes können sich Simone Küppers, Mehmet Aktas und Heinz Pelmter freuen. Als Schwimmtrainerin beim SV Krefeld machte sich Küppers einen Namen. Rund 1000 Kinder erlernten in 33 Jahren unter ihrer Leitung den sicheren Umgang im Wasser. Dass dies so erfolgreich war, lag auch daran, dass sie sich kontinuierlich weiterbildete und damit auf der Höhe der Zeit war. Neben ihrer Übungsleitertätigkeit hat sie Wettkämpfe und Trainingslager organisiert, Trainingspläne geschrieben und sich um die Verbandsarbeit, unter anderem im Vorstand der Sportjugend, gekümmert. Ebenfalls im Wasser unterwegs ist Mehmet Aktas. Trotz seiner Gehbehinderung ist er seit 40 Jahren bei der Rehabilitations- und Behinderten-Sport-Gemeinschaft Krefeld aktiv und hier als Übungsleiter und Trainer in Sachen Wassergymnastik und Schwimmen tätig. Dazu gehört auch, anderen behinderten Sportkameraden behilflich zu sein, zum Beispiel beim Austausch von Rollstühlen im Schwimmbad und ähnlichen Hilfeleistungen.  

Heinz Pelmter trat schon im Alter von zehn Jahren, nämlich 1949, in den TV Burgfried Linn ein, in dem er zunächst mit dem Turnsport anfing und Handball spielte. Seit nunmehr 48 Jahren gehört er dem Vorstand seines Vereins an und kümmerte sich um die Kassengeschäfte, die statistische Erfassung aller Mitglieder, die Aufteilung in die Abteilungen und die jährlichen Meldungen an die Verbände, und das, obwohl er mittlerweile in Goch wohnt. 1999 berief ihn der TV Burgfried zum Ehrenmitglied.
 

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