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Einstand nach Mau00df fu00fcr den neuen Trainer Krystian Sikorski (Foto: Kobras)

Dinslaken. Die wichtigste Meldung des Tages ist eine Personalie. Denn die Kobras freuen sich, seit Freitag mit Krystian Sikorski einen neuen Chefcoach hinter der Bande präsentieren zu dürfen. Doch dies war nicht das einzig Positive, dieser Tag war insgesamt ein Guter aus Sicht der Kobras, wie sich bis 80 Minuten vor Mitternacht herausstellen sollte.

Denn das Team, von Kobra-Chef Christian Kühn in die Pflicht genommen, sah sich an die Ehre gepackt und hielt Wort. Mit einem starken Auftritt siegten sie beim Tabellenführer EG Diez Limburg mit 4:2 (0:1; 3:1; 1:0). Und diesmal mehr unter schlechten Vorzeichen, denn von der personell eigentlich gut bestückten Verteidigung konnten an diesem Abend mit Nikolai Tsvetkov und Petr Macaj nur 2 etatmäßige Defender den Weg mit an die Grenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz antreten. Wer nicht beruflich verhindert war, musste krankheitsbedingt passen. Coach Sikorski entschied sich, Erfahrung pur nach hinten zu beordern und so bildete Daniel Pleger ein Verteidigungspärchen mit Kapitän Sebastian Haßelberg. Dies vorweg: Die beiden machten auch als Torverhinderer einen guten Job und konnten gerade in brenzligen Spielsituationen den Puck einfach aus der eigenen Zone herausdreschen oder ihn für ein paar Sekunden halten, um wertvolle Zeit für die Kobras von der Uhr zu nehmen.

Die Begegnung war gerade 11 Sekunden alt, da kam der nächste Schock für die Giftschlangen, denn Nikolai Tsvetkov bekam einen hohen Stock seines Gegenspielers ab und verließ mit schmerzverzerrtem Gesicht das Eis. Einige Minuten lang mussten die Gäste mit nur 3 Verteidigern operieren, doch glücklicherweise konnte Nikolai nach einer Behandlungspause wieder ins Geschehen eingreifen.

Im Eröffnungsdrittel zeigten die Hausherren, warum sie die letzten 6 Partien allesamt als Sieger beenden konnten, womit sie sich an die Tabellenspitze katapultiert hatten. Eine Angriffswelle folgte der nächsten und die Kobras sahen sich überwiegend ins eigene Drittel zurückgedrängt. Dies lag auch an der Tatsache, dass sich die Giftschlangen noch nicht an die enge Regelauslegung des Unparteiischen gewöhnt hatten. Allein im ersten Abschnitt mussten 4 Dinslakener Akteure in die Kühlbox.

So etwas weiß eine erfahrene Truppe, wie die Rockets, eiskalt zu nutzen. Andrej Teljukin ließ seine Farben mit einem sehenswerten Schlagschuss von der blauen Linie in den linken oberen Winkel erstmalig jubeln. Ansonsten muss man der Kobra-Defensive gute Arbeit attestieren. Insbesondere Felix Zerbe im Tor sorgte mit ein wenig Glück und sehr viel Geschick dafür, dass die Gäste im Spiel blieben und nicht schon nach Drittel 1 eine deutliche Führung für die Hausherren auf der Anzeigetafel aufleuchtete. Allerdings fiel die Führung zu einem aus Kobra-Sicht psychologisch ungünstigen Zeitpunkt, denn nur zweieinhalb Minuten vor der ersten Sirene musste Felix Zerbe das erste Mal hinter sich greifen.

Doch die Sikorski-Truppe zeigte sich unbeeindruckt und kam zu Beginn von Abschnitt 2 zu ihren nächsten Möglichkeiten. Eine davon nutzte Dennis Schott nach 94 Sekunden des Mitteldrittels zum 1:1-Ausgleich. Dominick Spazier und Nikolai Tsvetkov hatten ihm aufgelegt. Jetzt bekamen die Kobras eine breite Brust, sie rissen das Spiel immer mehr an sich. Auch ein weiteres Überzahl-Tor der EGDL durch Matt Fischer steckten sie problemlos weg, denn nur 22 Sekunden später sorgte ein an diesem Abend gut aufgelegter Tom Goldmann für den erneuten Gleichstand. Jetzt ließen sich die Giftschlangen nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Als Michal Plichta dann bei doppelter Überzahl die erstmalige Führung für die Gäste erzielte, war die Begegnung endgültig zugunsten der Kobras gekippt. Von nun an bestimmten sie nahezu für den Rest der Zeit das Spielgeschehen. In Spielminute 53 fiel dann die endgültige Entscheidung, als Tom Goldmann das Zuspiel von Kevin Wilson und Alex Brinkmann zum vierten Kobra-Treffer veredeln konnte und somit einen Doppelpack geschnürt hatte. Zwar versuchten die Rockets zum Ende hin noch einmal alles und berannten das Gehäuse der Gäste, doch richtig zwingend waren ihre Bemühungen nur selten. Und sollte es doch einmal brenzlig geworden sein, war spätestens bei Felix Zerbe Endstation.

Einen Wermutstropfen mussten die Kobras dann aber doch verkraften: Michal Plichta verletzte sich nach einem fairen Check seines Gegenspielers an der Bande so schwer, dass er nicht mehr weitermachen konnte. Er wurde von der medizinischen Abteilung der Rockets erstversorgt und muss Samstag zu weiteren Untersuchungen in ein Dinslakener Krankenhaus. Natürlich wünschen ihm die Kobras und sicherlich auch die Fans alles Gute und eine schnelle Genesung.

Und Felix Zerbe wurde nach der Partie von den Rockets auf Dinslakener Seite berechtigterweise zum Spieler des Abends gewählt. Doch auch die Mannschaft wählte ihren Akteur des Abends. Dies macht sie intern nach jedem Spiel. Und zu der Wahl kann man nur eines sagen: Er kam, sah und siegte. Denn das Team wählte Krystian Sikorski zum Mann des Abends. Was für ein Einstand für den neuen Chef an der Bande. Dieser war naturgemäß mit dem Ausgang des Spieles zufrieden, sah aber auch noch große Fehler, insbesondere im taktischen Bereich und beim Verhalten „Eins gegen Eins“. „Da habe ich noch viel Arbeit vor mir. Von dem, was ich mir vorstelle, habe ich heute höchstens 20-30 Prozent gesehen. Aber die Mannschaft hat sehr viel Potential und ich freue mich darauf, mit ihr zusammen zu arbeiten“, war die Erkenntnis nach dem ersten Spiel als hauptverantwortlicher Chefcoach.

 

 

Der neue Trainer: 

Krystian Sikorski begann als Spieler bei Polonia Bytom in der polnischen Extraliga und spielte, nachdem er alle Nachwuchsmannschaften durchlaufen hatte, anschließend für das Seniorenteam. Der gelernte Stürmer gewann mit der Mannschaft 4 Meistertitel, kam zu 300 Einsätzen und erzielte dabei 195 Tore. Des Weiteren spielte er 125 Mal für die polnische Nationalmannschaft, nahm an 5 Weltmeisterschaften und 2 olympischen Spielen, nämlich 1984 in Sarajewo und 1988 in Calgary, teil.

Seine einzige Auslandsstation als Spieler war die Mannschaft des Herner EV und deren Nachfolger, für die der Linksaußen von 1990-2000 147 Mal die Schlittschuhe schnürte. Dann war es 8 Jahre lang ruhig um Krystian Sikorski. Er kam dann im Jahre 2008 in die Eishockeyfamilie zurück, und zwar als Trainer des EHC Dortmund. Zwar gelang ihm auf Anhieb der Gewinn der Regionalligameisterschaft 2008/2009, doch sein auslaufender Vertrag wurde nicht verlängert. Daraufhin machte er eine zweijährige Pause. In der Spielzeit 2011/2012 war er dann in der Regionalliga als Coach des Herner EV tätig, um ein Jahr später wieder nach Dortmund zurück zu kehren. Von 2012 an betreute er die Dortmunder Elche/Eisadler bis zum Ende der letzten Saison. Seine Liebe zum Eishockey ließ die im Anschluss von ihm angekündigte Pause kürzer werden als zunächst geplant.

Glück gehabt für die Dinslakener Kobras, die ihrerseits den neuen Übungsleiter aufs herzlichste willkommen heißen und dem heute 55-jährigen ein glückliches Händchen und viel Erfolg als neuer Schlangenbeschwörer wünschen.

 

EG Diez-Limburg – Dinslakener Kobras                          2:4 (1:0; 1:3; 0:1)
Torschützen Diez-Limburg:                                                  Andrej Teljukin, Matt Fischer
Torschützen Dinslaken:                                                       Tom Goldmann (2), Dennis Schott, Michal Plichta
Strafminuten Diez-Limburg:                                                10
Strafminuten Dinslaken:                                                     16 
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