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Anna Pauline Sau00dferath (r.) bei der Siegerehrung (Foto: privat)

Krefeld. Am vergangenen Wochenende gab es im australischen Crackenback bei den ITU Crosstriathlon World Championships einen mehr oder weniger gelungenen Saisonabschluss für Anna Pauline Saßerath vom SC Bayer 05 Uerdingen. Am Ende freute sich das Triathlon-Aushängeschild des SC Bayer über den 2. Platz in der U23 Elite. Allerdings war es bis dahin im wahrsten Sinne des Wortes ein mehr als steiniger Weg.

Bei dieser WM sollte es für Saßerath zum allerersten Mal gemeinsam mit der Frauen-Elite an den Start gehen. Für die mit Abstand Jüngste im Feld natürlich ein einmaliges Erlebnis mit Weltmeisterin (WTS und XTERRA) Flora Duffy (Bermudas) und weiteren WTS- bzw. Olympia- Startern wie Charlotte McShane (AUS) oder Barbara Riveros (Chile) an der Startlinie zu stehen!

Beim Schwimmen lief es für die Juniorin erhofft gut. Sie verließ als Achte den mit 16°C frischen Lake Crackenback und begab sich auf die technisch sehr anspruchsvollen 32,8 km mit dem MTB. Fing es in den zahlreichen Hindernissen direkt nach der Wechselzone sehr vielversprechend an, fand Pauline nach ca. zwei Kilometern in der ersten Abfahrt auf einer schmalen Holzbrücke ihre Linie nicht, rutschte mit dem Vorderrad von der Brücke, fand sich gleich auf dem steinigen Boden wieder und prellte sich Schulter und rechtes Bein. Nach dieser Schrecksekunde stand der Wettkampf kurzfristig sogar vor dem Aus, bevor er richtig begonnen hatte. Als die Schmerzen in der Schulter aber nicht schlimmer wurden, gab es vorerst keinen Gedanken mehr, mit dem Rennen aufzuhören.

Nach dem Sturz versuchte Anna Pauline Saßerath sich voll und ganz aufs eigene Rennen zu konzentrieren, um nicht weitere Fehler zu machen. Allerdings war ihr am Rand stehender Bruder Maximilian, der durch Sturz und defektes Rad das Rennen sogar leider vorzeitig aufgeben musste, nicht gerade die optimale Motivation. Und obwohl die Kräfte – möglicherweise auch wegen der ungewohnten Höhe auf 1100 m – zunehmend schwanden, wollte sie dieses Rennen auf jeden Fall zu Ende bringen.

Endlich in den Laufschuhen angekommen, wurde schnell klar, dass die Laufleistung aus der bisherigen Saison nicht abgerufen werden konnte. Nach zwei weiteren Stürzen auf der Laufstrecke, die wohl technisch mit nichts vergleichbar ist – Flussdurchquerung, Hängebrücke, Steinfelder, Tunnel und Kletterpassagen mussten dreimal bewältigt werden, rückte ein erfolgreiches Finish erneut in weite Ferne. Doch nicht zuletzt der extra für Saßerath aus Krefeld angereiste Fanclub aus Krefeld und die vielen mitfiebernden Freunde zuhause vor dem Live-Stream haben irgendwie doch die letzten Kräfte mobilisiert.

Letztendlich erreichte Anna Pauline Saßerath völlig entkräftet und von den Stürzen gezeichnet das Ziel als 14. im Gesamtfeld der Elite-Frauen und U23-Vizeweltmeisterin.

„Noch nie habe ich so um eine Medaille kämpfen müssen und noch nie wurde ich während eines Rennens so auf die Probe gestellt“, war das erste mühsame Statement der Juniorin. „Nach so einer langen Saison und zahlreichen sehr erfolgreichen Wettkämpfen hätte ich mein letztes großes Rennen gerne mehr genossen“. Jetzt geht es endlich in die lang ersehnte Off-Season, um sich vom Training und den Wettkämpfen zu erholen. 

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