Im Freibad des Badezentrums wird ab jetzt wieder Golf gespielt – auch bei Schnee (Foto: GC Bockum)
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Krefeld. Mitglieder lassen sich von Wind und Wetter nicht abhalten

Wenn es Jahr für Jahr für die Schwimmer zu kalt wird, steht ein Nutzergruppe des Badezentrums Bockum schon Gewehr bei Fuß, besser gesagt: mit Schläger im Anschlag: Die Golfer. Sie nutzen in der Zeit, in der das Freibad geschlossen bleibt, das Gelände für ihre Abschläge, Lobs und Putts. Für den Fachbreich Sport und Bäder und den Golfclub Bockum eine Win-Win-Situation: Das Gelände liegt in der „toten Zeit“ nicht brach, sondern wird genutzt – und natürlich gepflegt. Schließlich müssen Golfer auf einem satten Grün spielen, das sich im bestmöglichen Zustand befinden sollte.

Zuständig dafür ist Colin Ward, ohne Zweifel das „Mädchen für alles“ beim Golfclub Bockum: Er ist seit 1999 im Club, seit 2005 Greenkeeper, gleichzeitig aber auch Präsident und Trainer. Um es deutlich zu sagen: Ohne ihn würde der GC Bockum wohl kaum das sein, was er heute ist. 1993 fragten zwei Golfer nach der Möglichkeit, das Freibad in der „kalten“ Jahreszeit als Driving Range zu benutzen, also für lange Abschläge. Im Laufe der Zeit wurde dann eine Neun-Loch-Anlage auf dem 16 Hektar großen Areal geschaffen und 1997 der Club gegründet, dem aktuell rund 100 Mitglieder angehören. Ward verbringt einen Großteil seiner Zeit auf der Anlage, zwischen Mitte September und Mitte Mai sieben Tage die Woche. Geöffnet ist täglich ab 9 Uhr bis Sonnenuntergang – das muss man schon wollen. Aber Ward will, er ist der berühmte Motor, den jeder Verein benötigt. Einfach weil es ihm gefällt. Dass er sich mit seinem Club von anderen Golf-Vereinen unterscheidet, ist ihm klar. Wer den Golfclub Bockum beim Deutschen Golf Verband sucht, wird nicht fündig. Die Satzung des Verbands deckt sich nicht mit der Bockumer Art des Golfspiels. Dabei wird hier Golf gelebt, zwischen den Becken „atmet“ jeder Grashalm in den kalten Monaten das Spiel. Jährlich werden bis zu 30 Turniere gespielt, auch an Weihnachten und Neujahr, bei Wind und Wetter und selbst im Schnee. „Wir sind da schon etwas verrückt“, so Ward, der zusammen mit seinen Mitgliedern im Sommer zum kooperierenden Golfclub im Stadtwald wechselt. Zudem trifft man sich auf Plätzen im Raum Niederrhein und im Bergischen Land.

Während bei vielen Clubs eine Kleiderordnung am Schwarzen Brett hängt, kann in Bockum in Jeans und T-Shirt gespielt werden. „Bei uns ist alles unkompliziert und locker. Die Leute können einfach vorbeikommen und spielen. Viele erlernen hier das Golfspielen“, sagt Ward mit seinem angelsächsischen Akzent. Als Gebühr für eine Runde werden zehn Euro genommen, dann kann es schon losgehen. Mit dieser Herangehensweise, Golf zu spielen, sei man der Zeit voraus: „In England und den USA gibt es das schon lange, dort ist man 25 Jahre weiter. Hier tut man sich noch etwas schwerer.“ Das bedeutet aber nicht, dass die Bockumer Anlange ein Kinderspiel ist. „Unsere Bahnen sollen auch Fortgeschrittene kitzeln. Auf Bahn zwei und acht geht es zum Beispiel durch die Bäume, da ist Präzision gefragt.“ Und Bahn drei kommt mit 220 Metern Länge daher. Eine Distanz, die auch Könner erst einmal überwinden müssen. Weitere Infos unter www.golfclub-bockum.de.

Anlässlich des Jubiläums 50 Jahre Badezentrum Bockum sind alle Bürger dazu aufgerufen, dem Fachbereich Sport und Bäder Fotos und andere Dokumente zu leihen, die an die vergangenen fünf Dekaden des Bockumer Badezentrums mit rund 23 Millionen Badegästen erinnern. Diese sollen im Herbst Teil einer Ausstellung im Foyer des Bades werden. Wer etwas in seinem Fundus hat, kann sich bei Dieter Porten melden (Telefon 02151 863412 oder E-Mail an dieter.porten@krefeld.de) oder das Personal des Badezentrums ansprechen.

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