Banddurchschnitt zur Brückeneröffnung: (v.l.) Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke, Heinz Lang, Bürger aus Derendorf, Landschaftsarchitekt Thomas Fenner, Ingo Pähler, Leiter Amt für Verkehrsmanagement und Andreas Weise, Projektleiter Kö-Bogen (Foto: © Landeshauptstadt Düsseldorf, Melanie Zanin)
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Düsseldorf. Im Rahmen des Großprojektes Kö-Bogen ist ein weiterer Meilenstein erreicht worden: Drei Fuß- und Radwegbrücken über die Düssel sind jetzt fertiggestellt worden. Gleichzeitig fließt die frisch offengelegte Düssel in dem Abschnitt jetzt in ihrem neu geschaffenen Bett. Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke hat am Dienstag, 18. Dezember, gemeinsam mit dem Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement Ingo Pähler die drei neuen Brücken eröffnet. Parallel wurde auch das neu angelegte Düsselbett geflutet. Seit Herbst 2017 wurde an dem Bau der drei neuen Fuß- und Radwegbrücken sowie an der Offenlegung der Düssel gearbeitet. Die Kosten dafür betragen rund 2,7 Millionen Euro.

“Der Neubau der drei Fuß- und Radwegbrücken sowie die Offenlegung der Düssel im Hofgarten zwischen Goltsteinbrücke und Landskrone sind eingebettet in das städtische Projekt ‘Kö-Bogen’, mit dem eine Neugestaltung der Düsseldorfer Innenstadt einhergeht. Das neue Stadtbild wird geprägt durch neue Stadträume, gestaltete Plätze, Boulevards und Hochbebauungen. Darin eingeschlossen ist die Umgestaltung der Parkanlage ‘Hofgarten'”, erläuterte die Verkehrsdezernentin.

Früher war der Hofgarten direkt mit der Kö verbunden. Durch die Neuordnung der Innenstadt nach dem Zweiten Weltkrieg ging dieser Übergang verloren und verschwand zugunsten des Autoverkehrs. Im Rahmen des Projektes “Kö-Bogen” ist nun die alte Verbindung wieder hergestellt worden. Die Landskrone wurde verlängert, mit dem Kö-Graben verbunden und in Teilen an die neu geschaffene Promenade herangeführt.

Fuß- und Radwegbrücken über die Düssel
Durch den Neubau der drei filigran gestalteten Fuß- und Radwegbrücken im Hofgarten wird eine kreuzungsfreie Querung der offengelegten inneren nördlichen Düssel gewährleistet. Durch eine schlanke, zurückhaltende Konstruktion fügen sich die Brücken elegant in das Gesamtbild der neu gestalteten Parkanlage ein. Zwei der Brücken liegen westlich und eine östlich der Straßenbahnbrücke und queren die Düssel nördlich des Dreischeibenhauses. Gemeinsam mit einer vierten Brücke in Richtung Corneliusplatz bilden die drei neuen Brücken eine “Brückenfamilie” und wurden daher auch einheitlich gestaltet.

Die Überbauten der drei Fußgängerbrücken sind Betonkonstruktionen und fest mit den Widerlagern verbunden. Sie haben einen Vollquerschnitt, das heißt, sie sind voll aus Beton gegossen, in Form einer schlanken Platte, die sich zu den Seitenrändern hin verjüngt. Seilgeländer runden das Erscheinungsbild ab.

Eine der beiden westlichen Brücken ist 8,97 Meter lang. Sie hat einen 3,00 Meter breiten Überbau bei einer lichten Weite zwischen den Geländern von 2,50 Meter. Die andere Brücke hat eine Gesamtlänge von 8,50 Meter. Die Breite des Überbaus beträgt 4,00 Meter bei einer lichten Weite zwischen den Geländern von 3,50 Meter. Die östliche Fußgängerbrücke ist eine Leichtbetonkonstruktion mit einer Gesamtlänge von 7,85 Meter. Der Überbau ist 5,30 Meter breit bei einer lichten Weite zwischen den Geländern von 4,80 Meter.

Offenlegung der Düssel
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Gesamtprojektes ist die Offenlegung der Düssel zwischen Goltsteinbrücke und Landskrone, welche dort bis jetzt noch in einer provisorischen Rohrleitung verlief. Durch die Offenlegung dieses Gewässerabschnittes wird das Erscheinungsbild dem östlich anschließenden Düssellauf angepasst. Im Zuge der Bauarbeiten wurden neben den drei Fußgängerbrücken das Flussbett der Düssel, die Einfassungsmauern sowie eine Fischtreppe an der Mündung in die Landskrone neu errichtet.

Zur Anbindung der Baustelle wurde von der Maximilian-Weyhe-Allee kommend eine provisorische Baustraße durch den Hofgarten angelegt. Diese Straße wird für Folgeprojekte aufrechterhalten und anschließend zurückgebaut. Bei sämtlichen Bauarbeiten wurden die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt, da es sich beim gesamten Hofgarten um ein geschütztes Gartendenkmal handelt.

Weitere Teilprojekte
In diesem Jahr wurde Ende Februar ein weiteres Teilstück der neuen Hofgartenpromenade zur Nutzung freigegeben. 140 Platanen und 28 Bänke bereichern seitdem das Stadtbild auf rund 300 Metern zwischen Landskrone und Martin-Luther-Platz. Am nördlichsten Teil der Hofgartenpromenade, direkt an der Düssel, wo nun die neuen Fußgängerbrücken fertig gestellt wurden, fehlt noch ein kleines Teilstück. Dieser Anschluss wird 2019 realisiert.

Ferner wurden vom Joachim-Erwin-Platz bis zum Corneliusplatz etwa 3.800 Quadratmeter Pflasterfläche neu gestaltet. Der Corneliusplatz einschließlich Stadtbalkon ist auch fertiggestellt. Der Gustaf-Gründgens-Platz und die Schadowstraße bis Bleichstraße werden 2019 begonnen und sollen 2020 abgeschlossen sein. Die Arbeiten stehen in starker Abhängigkeit zum Investorenprojekt Kö-Bogen II. Im nächsten Jahr erfolgen dann die Arbeiten zur endgültigen Gestaltung westlich und nördlich des Dreischeibenhauses. 2019 wird auch der Hofgartenbereich östlich der Rheinbahntrasse fertiggestellt. Das Gebiet westlich davon kann erst zum Abschluss bearbeitet werden.

Hintergrundinformation: Der Kö-Bogen
Der Bau der Wehrhahn-Linie brachte den Stein ins Rollen: Durch die neue U-Bahn-Verbindung verlor der ehemalige Jan-Wellem-Platz seine Bedeutung als zentraler Verkehrsknotenpunkt. Mit der Planung auch den Autoverkehr von der früheren Hochstraße, dem sogenannten Tausendfüßler, in unterirdische Tunnel zu verlagern, ergab sich die einmalige Chance für Düsseldorf, das Herz der Stadt neu zu gestalten.

Das Planungsgebiet umfasst das nördliche Ende der Königsallee mit dem Corneliusplatzes, den Übergang zum Hofgarten, den ehemaligen Jan-Wellem-Platz, den Schadowplatz, die Trasse des “Tausendfüßlers”, den Gustaf-Gründgens-Platz sowie die Schadowstraße bis zur Bleichstraße und endet im Süden mit dem Umfeld der Johanneskirche. Die Tunnelbauten erstrecken sich in Nord-Süd-Richtung von der Berliner Allee in Höhe der Immermannstraße bis zum Theatermuseum auf der Hofgartenstraße. Der Nord-West-Tunnel zweigt davon in westlicher Richtung ab und führt auf die Elberfelder Straße.

Nachdem Ende 2016 auch das letzte Teilstück der insgesamt drei Tunnel des Kö-Bogens in Betrieb gehen konnte, wurden die Arbeiten an den zum Teil neu geschaffenen Freiflächen an der Oberfläche begonnen und fortgeführt. Ziel war es, bisher trennende Straßenzüge aufzuheben und neben Straßen- und U-Bahn auch den Individualverkehr unter die Erde zu verlegen, um historische Verbindungen zum Hofgarten wiederherzustellen und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu erhöhen.

Daraus ergaben sich:

  • der Anschluss der Königsallee an den Hofgarten,
  • eine neue attraktive Stadtkante zum Hofgarten (Libeskind-Gebäude am Schadowplatz),
  • eine Platanenallee (nach dem Vorbild der Rheinuferpromenade) vom Hofgarten bis zur Johanneskirche,
  • die Aufwertung des Umfeldes an der Johanneskirche,
  • die Neugestaltung von Schadowplatz, Gustaf-Gründgens-Platz und Martin-Luther-Platz, sowie ein neuer Platzraum mitten im Plangebiet an der Schadowstraße,
  • die Stärkung der Schadowstraße als attraktive Einkaufszone durch Aufhebung der trennenden Wirkung des Tausendfüßlers.

Der städtebaulich-freiraumplanerische Wettbewerb
Die Verlagerung des Straßenverkehrs in unterirdische Tunnel machte den Weg frei für eine neue Freiraumgestaltung und städtebauliche Neuordnung des Planungsgebietes. Für diese Aufgabe wurde 2008/2009 ein städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb vorgenommen. Als Sieger ging der gemeinsame Entwurf des Kölner Büros “Molestina Architekten” und den Planern von “FSWLA Landschaftsarchitektur” aus Düsseldorf aus dem Verfahren hervor.

Städtebauliche Überarbeitung der Baufelder südlich des Gustaf-Gründgens-Platzes
Nach dem Wegfall des Tausendfüßlers im Frühjahr 2013 haben sich neue Blickbeziehungen auf Schauspielhaus und Dreischeibenhaus eröffnet. Um die Zielsetzungen aus dem bisherigen Verfahren zu überprüfen, wurde das Gebiet südlich des Gustaf-Gründgens-Platzes planerisch noch einmal zur Diskussion gestellt. Die Landeshauptstadt Düsseldorf beauftragte drei Büros mit einer städtebaulichen Überprüfung der Situation. Der Stadtrat entschied sich im April 2014 für den Entwurf von “ingenhoven architects” als Grundlage für die weitere Bearbeitung.

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