Als Dankeschön für ihre ehrenamtliche Tätigkeit  nahmen die Grünen Damen und Herren im St. Clemens-Hospital unter der Leitung von Helga Frahn (2.v.r.) Blumen von Krankenhausseelsorger Johannes Schoenen (r.) entgegen (Foto: privat)
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Oberhausen. Die Farbe der Hoffnung ist Grün. Und Grün tragen auch die ehrenamtlich tätigen Damen und Herren, die im St. Clemens-Hospital des Katholischen Klinikums Oberhausen seit langer Zeit im Dienst der Patienten sind. Dieses Jahr hat die Gruppe gleich einen doppelten Anlass zu feiern: Vor 35 Jahren wurde die christliche Krankenhaushilfe im Sterkrader Hospital gegründet und drei ihrer Mitglieder begehen dieses Jahr ihr 25-jähriges „Dienst“-Jubiläum.

Sie sind der gute Geist der Klinik: Zwölf Damen und ein Herr besuchen jede Woche die Patienten „ihrer“ Station. Sie stellen sich vor, bieten das Gespräch oder ihre Gesellschaft an, lesen vor und erledigen die ein oder andere Besorgung. Feste Ansprechpartner, bekannte Gesichter – das ist für die Patienten ebenso wie für das Pflegeteam wichtig. „Der Krankenhausaufenthalt ist eine Ausnahmesituation“, weiß Helga Frahn, Leiterin der Sterkrader Gruppe und eine der Jubilarinnen. „Wir hören Dinge, die Familien nicht hören oder auch nicht mehr hören möchten“, so die 78-Jährige. Die Grünen Damen und Herren haben stets ein offenes Ohr für ihre Patienten. Mit manchen Patienten sitzen sie aber auch einfach still zusammen, anderen erfüllen sie kleine Wünsche wie nach einem leckeren Kaffee oder der Lieblingszeitung. „Wir nehmen uns Zeit“, betont Sigrun Recker-Angerer, die seit 22 Jahren dabei ist. „Wenn wir das Zimmer verlassen und der Patient uns mit den Worten verabschiedet: ‚Schön, dass Sie da waren‘ – das ist der schönste Lohn für unsere Arbeit“, so die pensionierte Lehrerin.

Demut – das ist etwas, was alle ehrenamtlichen Helfer am Ende des Tages spüren. „Oft wird einem bewusst, wie unwichtig manche Dinge sind. Einige Menschen tragen einfach mehr, als auf zwei Schultern passt“, berichtet Gisela Unterberg. Die 76-Jährige geht seit 13 Jahren im St. Clemens-Hospital ein und aus. Vieles, was sie dort erlebt, lässt auch die erfahrene Helferin nicht los, weshalb sie froh darüber ist, dass sich die Gruppe einmal im Monat trifft, die Mitglieder sich austauschen und bestärken aber auch Rat suchen können. „Suche nicht die großen Worte, eine kleine Geste genügt.“ Diese Worte des katholischen Ordensgeistlichen Phil Bosmans nehmen sich alle sehr zu Herzen. „Wenn sie auf einen weinenden Patienten treffen, der sein Bein verloren hat, oder eine schwangere Frau, die ihr Baby verabschieden musste – dann sagt man nichts mehr“, so Recker-Angerer.  Unvorbereitet geht keiner in den Dienst am Patienten. „Jedes neue Mitglied wird über drei Monate in Gesprächen und Übungen geschult“, so Helga Frahn. „Wir bieten regelmäßig Fortbildungen an und arbeiten eng mit der Krankenhausseelsorge zusammen.“ Ihr ist wichtig, dass sie nicht als Konkurrenten neben den Pflegekräften gesehen werden. „Wir unterstützen und ergänzen die Arbeit auf den Stationen.“

Und das ist auch der Ursprung der christlichen Krankenhaushelfer: Eine 50 Jahre alte Idee aus den Vereinigten Staaten von Amerika entstand zu einer Zeit, als die Arbeit im Krankenhaus immer mehr und die Zeit der Pfleger immer knapper wurde. Nach Deutschland implementiert wurde sie von der Frau des damaligen Außenministers Gerhard Schröder. Im St. Clemens-Krankenhaus war Kapuziner-Pater Tobias aus der Liebfrauengemeinde, seinerzeit Krankenhausseelsorger, Vater der Initiative. Heute agieren die Grünen Damen und Herren selbstständig und unter dem Dach der Caritas. „Zu unseren besten Zeiten waren wir 25 Damen und zwei Herren“, erzählt Frahn. Neue Mitglieder sind in dem eingespielten Team jederzeit herzlich Willkommen.“ Die wichtigste Eigenschaft: „Empathie und Zeit! Wir schauen nicht auf die Uhr“, so Helga Frahn. Interessierte wenden sich am besten an das Sekretariat der Geschäftsführung, Silke Markus, Tel. 0208 695-269.

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