Ein KlarKlick von Jonas Sentob, Ortsvorsitzender JuLis Rheinberg und Beisitzer im Vorstand der JuLis Kreis Wesel (Foto: privat)
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Kreis Wesel. Wer aus Angst etwas verbieten will, sollte wenigstens den Mut haben, die Konsequenzen zu bedenken.

Vor einigen Wochen hat sich ein tragischer Verkehrsunfall in Berlin ereignet, bei welchem vier Menschen starben. Das Unfallfahrzeug war ein Sport Utility Vehicle, auch Stadtgeländewagen genannt. Der Täter habe angeblich einen epileptischen Anfall gehabt. Doch unabhängig davon, versuchen einige politische Strömungen diesen Verkehrsunfall als Anlass für eine weitere grüne Verbotsdebatte zu missbrauchen: Der motorisierte Individualverkehr wird in der aktuellen Klimadebatte nämlich gerne als Feindbild erklärt und dessen Verbot gefordert.

Doch was wären die Konsequenzen eines Verbots?

Staatliche Markteingriffe tun der Wirtschaft und damit dem Wohlstand eines Landes selten gut. Das Standbein der deutschen Wirtschaft, das jahrelang Arbeitsplätze, Wohlstand und technisch hochwertige Automobile garantiert hat, ist durch die aktuelle Verbotsdebatte gefährdet.

SUV-Fahrer gelangten nicht mehr in die Stadt zu ihrer Arbeit. Sie würden ihren teuren Stadtgeländewagen verkaufen müssen; doch wer kauft ein Auto, das nicht mehr in Städten gefahren werden darf? Durch Fahrverbote würde also die deutsche Nachfrage nach SUVs sinken – doch damit auch deren Preis. Dadurch würden SUVs wahrscheinlich billig ins Ausland verkauft werden – wie schön, wenn unser Klima gerettet wäre, wenn diese nur noch im Ausland gefahren werden würden. Die Emissionen in unseren Städten gingen dann zurück, doch jene in ausländischen Städten stiegen. Dem Klima wäre damit nicht geholfen.

Statt der SUVs würden in Städten nun andere Autos gefahren werden, welche jedoch das identische Unfallrisiko bergen: Denn nicht das Auto selbst hat den tragischen Unfall gebaut, sondern dessen Fahrer. Und auch in einem kleinen, selbst elektrisch betriebenen Auto: Hätte es dann keinen Unfall gegeben, oder wäre es lediglich ein CO2-neutraler, leiser und sauberer Unfall gewesen?

Unabhängig von der Größe eines PKWs muss die Verkehrssicherheit in unseren Großstädten deutlich verbessert werden: Dazu müssen sichere Fahrradwege ausgebaut werden. Stärkere Kontrollen und höhere Strafen müssen bei rechtswidrigem Fahrverhalten greifen. Entschleunigung durch Tempolimits, verkehrsberuhigte Bereiche und Zebrastreifen sind effiziente Maßnahmen.

Statt wie Grüne den Verkehrsunfall für emotionale Klimahysterie zu missbrauchen, können wir besser mit Sinn und Verstand über neue und nachhaltige Antworten sprechen:

Nachhaltig saubere Städte und moderne Mobilität werden nicht durch pauschale Verbote erreicht, sondern nur mit einer mutigen Offenheit zu neuen Technologien, und einer staatlichen Verantwortung für eine funktionierende Infrastruktur: Sollen nämlich mehr Menschen die Bahn und den ÖPNV nutzen, muss erst einmal die Zuverlässigkeit der Deutschen Bahn und deren Schienenmanagement verbessert werden. Deswegen müssen wir unbedingt unsere Investitionen in unsere Infrastruktur erhöhen. Auch Ladestationen für Elektro- und Wasserstoffautos müssen dringend gebaut werden. Mehr Mittel müssen in die Forschung alternativer Kraftstoffe fließen und öffentliche Gebäude und Plätze könnten begrünt werden, um Emissionen direkt aufzunehmen. Autonomes Fahren kann und wird Stadtverkehr und Stadtbild nachhaltig verbessern: Einen autonomen PKW per App bestellen, der höchst effizient von A nach B befördert, mit anderen Verkehrsteilnehmenden intelligent kommuniziert, Gefahren erkennt und sie mit höchster Sicherheit entschärft. Technisch ist all das schon heute möglich – wir müssen jetzt schnellstens die notwendigen Rechtsgrundlagen dafür schaffen!

Statt aus Angst etwas zu verbieten, sollten wir lieber mutig, visionär und intelligent in die Zukunft blicken. Deswegen sollten wir niemals pauschale, ineffiziente und symbolische Verbote fordern. Wir sollten unsere Infrastruktur ausbauen, sichere Verkehrsregeln durchsetzen und vor allem die unendlichen Chancen technologischer Innovationen ergreifen.

Ein KlarKlick von Jonas Sentob, Ortsvorsitzender JuLis Rheinberg und Beisitzer im Vorstand der JuLis Kreis Wesel

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