(Foto: privat)
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Essen. Das Netzwerk Faire Metropole Ruhr hat erstmals eine cse-Kindertagesstätte als FaireKITA ausgezeichnet. Die Kindertagesstätte Langstrumpf in Essen-Steele erhält die Zertifizierung für ihr Engagement zum Thema Fairer Handel. „Die Auszeichnung zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und den Fairen Handel in unserer Einrichtung erlebbar gemacht haben“, so Gudrun Eickhoff, stellvertretende Leitung der Einrichtung, die die Zertifizierungsurkunde für alle Kinder, Mitarbeiter und Eltern im Rahmen eines Apfelfestes entgegennahm.

„Ich bin beeindruckt, wie ausführlich und kindgerecht die KiTa Langstrumpf den Fairen Handel am Beispiel des Bananen- und Kakaoanbaus erarbeitet hat“, so Dodo Schulz, Vertreterin des Netzwerks Metropole Ruhr bei der feierlichen Übergabe der Zertifizierung.  „Die vielen Möglichkeiten für die Kinder das Thema zu begreifen, Experten zu werden und durch Recherchen und praktische Aktionen selbst aktiv zu sein haben uns davon überzeugt, die Zertifizierung an die KiTa Langstrumpf zu vergeben.“

 

Karneval als Startschuss

Ausgangspunkt war das Karnevalsfest der Einrichtung, für das die Kinder in diesem Jahr das Thema Dschungel auswählten. In Vorbereitung auf Karneval lernten sie viel über Tiere und Pflanzen des mittel- und südamerikanischen Dschungels. Beim Lesen von Bilderbüchern entdeckten sie die Lebensraumbedrohung der Tiere durch das Abholzen der Regenwälder. „Nach einer fröhlichen Dschungelparty legten wir dann unser Dschungelthema nicht beiseite sondern stiegen direkt in die Themen Umweltschutz und fairer Handel ein“, erklärt Katharina Schlothane, Erzieherin der Kindertagesstätte Langstrumpf und gemeinsam mit Eickhoff verantwortlich für das Projekt.

Warum wird der Regenwald abgeholzt? Wie werden dort Bananen oder Kakaobohnen angebaut? Wie wachsen sie und wie werden sie geerntet? Unter welchen Bedingungen leben die Erntehelfer? Wie gelangen Bananen und Kakao dann zu uns in den Supermarkt? Was ist fair oder unfair und was bedeutet eigentlich Fairer Handel? Fragen, mit denen sich die Mitarbeiter und Kinder der Kindertagesstätte Langstrumpf in den letzten Monaten intensiv beschäftigt haben. „Wir freuen uns, dass unsere Arbeit mit den Kindern entstanden und aus den Kindern heraus gewachsen ist“, so Eickhoff.

 

Wie geht es weiter?

Die Zertifizierung ist für die Kindertagesstätte erst der Start für viele weitere Aktivitäten rund um nachhaltiges Handeln und Fair Trade. „Schwerpunkt im nächsten Jahr wird für uns der regionale Anbau sein“, so Schlothane. „Ziel ist es, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, welche Lebensmittel wann bei uns wachsen. Und auch unsere Bauern möchten und sollen fair behandelt werden“, ergänzt Eickhoff.

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