(Foto: privat)
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Dormagen. Frauenberatungsstelle will mit Plakat-Aktion aufmerksam machen

Mit einer Plakatwand am Dormagener Bahnhof möchte die Frauenberatungsstelle des Rhein-Kreises Neuss auf eine besondere Form von Gewalt aufmerksam machen: der digitalen Gewalt. Ob Beleidigungen, das gezielte Streuen falscher Informationen oder die Verbreitung privater Aufnahmen ohne Zustimmung – die Angriffsformen sind vielfältig. Die Täter nutzen dabei die Anonymität der digitalen Welt.

„Es ist schlimm, dass wir überhaupt über Gewalt reden müssen. Wer Gewalt anwendet, zeigt, wie schwach er ist“, sagt Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld, der sich für die landesweite Kampagne der Frauenberatungsstelle stark macht. Gemeinsam mit dem Trägerverein „Frauen helfen Frauen“, der Landtagsabgeordneten Heike Troles und dem Team der städtischen Gleichstellungsbeauftragten möchte er in Dormagen auf Hilfsangebote aufmerksam machen.

„Wie bei jeglicher Form von Gewalt sind die Folgen schwerwiegend und gehen einher mit Gefühlen wie Scham, Angst, Hilflosigkeit und einer Erschütterung des Selbstwertgefühls“, erläutert Janne Gronen, Geschäftsführerin der Frauenberatungsstelle im Rhein-Kreis Neuss. „Deshalb möchten wir betroffenen Frauen helfen, aus einer solch belastenden Situation herauszufinden. Fachberaterinnen vor Ort helfen das Erlebte zu verarbeiten und eine Lösungsstrategie zu erarbeiten, wie sich die Betroffenen wehren können.“

120 Frauen suchen jährlich Hilfe und Beratung bei der Frauenberatungsstelle in Dormagen. „Bei rund 80 von ihnen (66 Prozent) ging es 2018 um jegliche Fälle von Gewalt“, sagt Fleur König von der Frauenberatungsstelle. Sie geht jedoch davon aus, dass die Dunkelziffer bei etwa 400 Frauen liegt, die jährlich in Dormagen von Gewalt betroffen sind.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.fbst-ne.de und telefonisch unter 02131 271378.

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