v.l. Annette Altenbach und Birgitt Höhn sowie Antje Buck (Foto: privat)
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Mülheim. Lebhafte Diskussionen zum Frauentag im Rick’s

„Nicht meckern, handeln! Mehr Frauen in die Kommunalpolitik“ lautete der Titel der Veranstaltung der Gleichstellungsstelle Mülheim zum Internationalen Frauentag am Sonntag, 8. März. Bei Kaffee und Kuchen diskutierten rund 35 engagierte Frauen im Rick’s Café über Parität und Engagement in der Kommunalpolitik.

Annette Altenbach, stellvertretende Leiterin des Mülheimer Rats- und Rechtsamts, zeigte anschaulich die Wege auf, wie eine Kandidatur für den Stadtrat bzw. die Bezirksvertretung gelingen kann oder wie „frau“ sich als sachkundige Bürgerin aufstellen lassen kann. Auch eine finanzielle und materielle Unterstützung könne den Einstieg in die Kommunalpolitik interessant machen, so die Juristin. Fakt ist leider, hier in Mülheim engagieren sich aktuell nur zwölf Frauen im Stadtrat, also 21,8 Prozent.

Im Anschluss hielt Birgitt Höhn aus Kevelaer den Vortrag „Warum nicht kandidieren? Mehr Frauen braucht die Stadt“. Die Helene-Weber-Preisträgerin beantwortete unter anderem die Fragen: “Was ist Politik?” (Antwort: “Politik ist die Herstellung und Durchsetzung kollektiv verbindlicher Entscheidungen.), “Was ist Macht?” (Antwort: „Die Macht entspringt der menschlichen Fähigkeit, sich handelnd mit anderen zusammenzuschließen. Über Macht verfügt niemals ein Einzelner.“ Hannah Arendt 1906-1975) oder auch die Frage zum Thema, so Höhn, über das vor allem Frauen sich immer noch scheuten zu sprechen: “Wie viel Geld bringt ein politisches Ehrenamt?”. Die Antwort war für viele verblüffend: Eine Summierung von verschiedenen Ausschuss-Beteiligungen und Funktionen kann durchaus um die 2000 Euro monatlich einbringen.

Der plakative Schnellkurs der siebenfachen alleinerziehenden Mutter in praktischer Kommunalpolitik, mit eigenen Erfahrungen gespickt, machte den Besucherinnen offensichtlich Spaß. Viele Fragen wurden gestellt und es folgte eine lebhafte Diskussion. Für die Gleichstellungsbeauftragte Antje Buck ein Grund zu versprechen, das Thema zukünftig weiter zu verfolgen. Manche Wortmeldung machte zudem den Frust über die Mülheimer Politik deutlich. Auch – oder gerade deswegen – sprachen einige Vertreterinnen der Lokalpolitik den anwesenden Frauen immer wieder Mut zu, sich zu beteiligen, zu netzwerken und das Leben in der eigenen Stadt aktiv mitzugestalten. Ganz nach dem Motto der Veranstaltung: Nicht meckern, handeln!

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