Für die Essener Wassertürme, wie der in Byfang, beginnt in Coronazeiten der Arbeitsalltag auch ein bis zwei Stunden später. Dann aber muss die Technik arbeiten wie sonst auch. Die Essener verbrauchen sogar etwas mehr Wasser. Gründliches Händewaschen ist bei den meisten wohl inzwischen zur Routine geworden (Foto: privat)
Anzeige

Essen. Der Wasserhahn wird morgens später aufgedreht

In Zeiten von Corona hat sich viel verändert. Viele Menschen singen beim Händewaschen „Happy Birthday to you“, obwohl gar kein Geburtstag ist. Der Arbeitsweg ist auf einmal nur noch wenige Meter lang, bis zum nächsten Tisch oder in das angrenzende Zimmer. Aber auch der Arbeitstag von Wasserhahn und Dusche beginnt in diesen Zeiten später. Das merken auch die Stadtwerke Essen an den Wasserverbrauchszeiten. Früher stieg der Wasserverbrauch so gegen fünf Uhr an, nahm um sechs Uhr richtig Fahrt auf und verringerte sich dann wieder ab sieben Uhr. Heute geht es ein bis zwei Stunden später los. „Man merkt ganz deutlich, dass die Essener später in den Tag starten. Die Guten-Morgen-Dusche kommt jetzt erst zwischen sieben und acht Uhr zum Einsatz“, so Dirk Pomplun, Unternehmenssprecher der Stadtwerke Essen. Damit können die Wasserbehälter in Essen auch etwas länger ausschlafen und passen sich dem Arbeitsalltag der Menschen an. „Auch ist der Wasserverbrauch leicht angestiegen. Die Essener beherzigen wohl die Bitte, sich regelmäßig die Hände zu waschen“, so Pomplun weiter. Nach Angabe des Unternehmens fließen aktuell pro Tag rund drei Millionen Liter Wasser mehr durch die Leitungen. Damit könnte man rund 20.000 Badewannen füllen. Wer zweimal das Geburtstagslied singt, der hält die empfohlenen 30 Sekunden für die Handhygiene ein. Soviel Zeit sollte man sich mehrfach am Tag nehmen, um sich vor dem Virus zusätzlich zu schützen.

Wassertürme und Behälter unterstützen in Spitzenverbrauchzeiten die Wasserversorgung
Frisches Trinkwasser rund um die Uhr, das ist für uns alle inzwischen Normalität, auch in Corona-Zeiten. Dahinter stecken aber aufwendige technische Anlagen und ein Rohrnetz mit einer Länge von 1.846 Kilometern. Dazu gehören auch sechs Wasserbehälter. Sie werden nachts immer wieder aufs Neue aufgefüllt. Steigen dann morgens viele Menschen gleichzeitig unter die Dusche, wird das Wasser aus den Behältern zusätzlich eingespeist, um so die Verbrauchspitzen abzufangen. Die sechs Essener Wasserbehälter haben ein Gesamtfassungsvermögen von rund 50.000 Kubikmetern, das entspricht einer Menge von über 300.000 Badewannen. Ohne Menschen funktioniert aber auch die beste Technik nicht. Bei den Stadtwerken Essen wird für die sichere Versorgung aller Essener an 365 Tagen und rund um die Uhr gearbeitet. Das der Wasserturm jetzt mal etwas länger schlafen kann, dass gönnen auch die Stadtwerke-Mitarbeiter ihren Wasserbehältern, die jeden Tag reibungslos ihren Dienst tun.

Beitrag drucken
Anzeigen