Reiner Wende mit seinem E-Bike (Foto: Polizei)
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Nettetal. Das war eine filmreife gemeinsame Aktion der Bundespolizei und eines pensionierten Kriminalbeamten der Polizei Viersen, die sich am Mittwoch gegen 10:30 Uhr in Nettetal-Kaldenkirchen abgespielt hat.

Die Bundespolizei wollte den Fahrer eines aus den Niederlanden eingereisten Pkw kontrollieren. Der Fahrer missachtete die Anhaltezeichen und flüchtete mit stark überhöhter Geschwindigkeit durch den Ortskern von Kaldenkirchen. Er raste auf die Fußgängerzone, wo er sich -baulich bedingt- festfuhr. Da die Bundespolizei ihn mit zwei Einsatzfahrzeugen verfolgte, konnte er nicht umkehren. Der Fahrer verließ das Auto und setzte seine Flucht zu Fuß fort. Die Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei hatten während der Verfolgungsfahrt einen Auffahrunfall untereinander, wobei vier Einsatzkräfte leicht verletzt wurden. Dadurch und wegen der extrem hohen und andere gefährdenden Geschwindigkeit des Flüchtigen hatten sie einen geraumen Abstand zu dem Berliner Fahrzeug.

Diese Situation erfasste ein 67-jähriger Kriminalbeamter aus Nettetal, der sein Pensionärs-Dasein mit einigen Freunden bei einem Fahrradausflug genoss und zur Pause auf der Fußgängerzone weilte. Der “Rentnercop” beobachtete die Flucht des Mannes, schnappte sich sein E-Bike und verfolgte den Flüchtigen damit. Der 28-Jährige sprang dann über eine recht hohe Mauer, die für den pensionierten Beamten doch eine gewisse Hürde darstellte. Da er naturgemäß dem sportlichen Flüchtigen ohne E-Bike nicht hätte auf den Fersen bleiben können, kombinierte der ortskundige Nettetaler, wo der Mann vermutlich wieder befahrbares Terrain erreichen würde. Er entschloss sich daher, den Flüchtigen nach einer kurzen Runde um den Block genau dort wieder in Empfang zu nehmen. Die Rechnung und das immer noch vorhandene Ermittlergespür gingen tatsächlich auf: Auf der Brigittenstraße trafen sich Cop und Schmuggler wieder.

Auch aus dem Einsatztraining hatte der pensionierte Nettetaler auch nach Jahren Ruhestand nichts vergessen und auch die Autorität aus den aktiven Dienstjahren war offenkundig nicht verloren gegangen: Mit energischer Ansprache und unmissverständlichen Gesten sprach der Kripomann a.D. den Verdächtigen zu Boden. Beim Fixieren half ihm noch ein Passant, dessen Personalien leider nicht feststehen. Daher an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für dessen Zivilcourage.

Die nacheilenden Einsatzkräfte der Bundespolizei konnten die vorläufige Festnahme dann mit Anlegen der Handfesseln vollenden. Im Fahrzeug des Mannes fanden die Einsatzkräfte große Mengen Betäubungsmittel, unter anderem 8500 Gramm flüssiges Amphetamin, 400 Gramm Ecstasy-Tabletten, Kokain, Marihuana und 8700 Gramm einer bislang noch nicht eindeutig festgestellten Flüssigkeit.

Den 28-jährigen polizeibekannten Moldawier ohne festen Wohnsitz in Deutschland schickte der Haftrichter am Donnerstag in Untersuchungshaft. (ots)

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