Maß nehmen muss erlaubt sein: Marina Thiel, Studierende an der Hochschule Rhein-Waal und Praktikantin bei der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve, greift zum Lenker eines historischen Alvis. „Das dürfte wohl ein Traum bleiben“ denkt sich Kreis-Wirtschaftsförderer Kuypers (Foto: Evers)
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Kreis Kleve/Kevelaer. Die Sommertour der Kreis-WfG machte bei Kamps Classics Station

Er war auf den großen Rennstrecken in Daytona, in Sevilla und Monza unterwegs. Bereits im fünften Schuljahr – als gut Zehnjähriger also – wollte er Autoschlosser werden. So kam es dann auch. Zunächst die Ausbildung zum Auto-Mechatroniker plus Meisterschule, dann die Berufserfahrungen in freien Werkstätten, bevor der Historische Porsche Motorsport ihn mit auf „Weltreise“ nahm. Selbst nach Dubai führte ihn der Weg mit den ebenso betagten wie immer jungen Sportwagen, bis er irgendwann morgens zu der Entscheidung kam: „Ich möchte wieder im heimatlichen Bett am Niederrhein aufwachen.“ Die Kamps Classics GmbH in Wallfahrtsstadt Kevelaer wurde für Stefan Hagmans die neue berufliche Heimat, zunächst als Partner des Namensgebers, seit wenigen Monaten nun als alleiniger Geschäftsführer und angenehmer Gastgeber für die Sommertour der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve. Diese machte nun am Wissener Weg in Winnekendonk Station, inmitten von chromglänzenden 280er Mercedes SL Cabriolets, von Rolls-Royce-Sänften königlicher Herkunft und einem auf seine Restaurierung wartenden Jaguar E-Type, für dessen glanzlosen Zustand sich die Krimihelden Jerry Cotton und James Bond bis heute entschuldigen würden.

„Bis zu zwei Jahre“ dürften Stefan Hagmans, Patrick Peters, Thorsten Küsters und Sven Janssen – ein eingeschworenes Team von überzeugten Classics-Freunden – an dem berühmten Zweisitzer mit Original-Ersatzteilen zu arbeiten haben. Arbeiten, die für ihre Auftraggeber durchaus auch immer wieder zur vernünftigen Geldanlage reichen. „Wir haben auch schon einmal einen Mercedes für 12.000 Euro verkauft, den wir Jahre später wieder für 25.000 Euro angekauft haben“, so Hagmans. Er sei allerdings weniger der Autohändler als der Restaurator – so wie seine Kunden eher Auto-Liebhaber als Anleger seien.

Dr. Dominik Pichler, der Bürgermeister von Wallfahrtsstadt Kevelaer, dürfte sich darüber gefreut haben, dass die Kunden von Kamps Classics aus dem gesamten BeNeLux-Raum, aus Frankreich und der Schweiz kommen. „Gut 1.000 Kilometer“ schätzt Firmenchef Hagmans die Strecke ein, die echte Sammlerherzen für den „Arztbesuch ihrer liebsten Kinder“ zu fahren bereit sind. Und die es immer wieder schätzen, mit Hagmans ins Fachsimpeln zu geraten. „Spätestens nach dem dritten oder vierten Besuch bei uns bieten mir die Kunden ihr Du an“, so Hagmans gegenüber Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers. Letzterer sah sich in seiner Wahrnehmung ein weiteres Mal bestätigt, dass wertvolle Mitarbeiter die besten Firmenchefs von morgen sind. „Gerade im Handwerk werden aufstrebende junge Menschen für die Chefsessel gesucht. Kann man dann in eine solche Aufgabe hereinwachsen, wie hier bei Kamps, dann wird die Chance zumeist genutzt. Eine Win-Win-Situation für gleich zwei Generationen.“

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