Sabrina Weber (rechts), Bereichsleiterin in der Kurzzeit- und Tagespflege, und Pflegedienstleiterin Katharina Hötte freuen sich, dass das neue Angebot im Memory Zentrum in Betrieb gegangen ist (Foto: © St. Augustinus Gruppe)
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Neuss. Das Memory Zentrum eröffnet Tagespflege

Für Menschen mit Demenz gibt es ein neues Angebot im Memory Zentrum. In der Tagespflege werden sie versorgt und gefördert. So können die Betroffenen länger in ihren eigenen vier Wänden leben, Angehörige werden gleichzeitig entlastet. Gestartet ist der Betrieb im Juni. Die geplante Eröffnungsfeier im März musste aufgrund von Corona abgesagt werden.

Rund sechs Monate haben Planung und Umbau in den vorhandenen Räumen in Anspruch genommen. Die Idee zur Tagespflege entstand aber schon viel früher. „Sie war schon in der Planungsphase des Memory Zentrums angedacht und gehört zum ganzheitlichen Konzept unseres Hauses“, erklärt Einrichtungsleiter Peter Kaufmann.

Denn bei sehr vielen Betroffenen sei der Wunsch groß, trotz Demenz so lange wie nur möglich im eigenen Zuhause leben zu können. Und auch Experten empfehlen das Leben im gewohnten Umfeld – zumindest so lange wie vertretbar. Das stellt nicht zuletzt die Angehörigen vor große Herausforderungen: „Die Diagnose Demenz berührt niemals nur den Betroffenen selbst, sondern gleich das ganze soziale Umfeld“, weiß Kaufmann. Mit 15 Plätzen in der neuen Tagespflege schafft das Memory Zentrum ein Angebot, das alle Seiten unterstützen soll. Zum Beispiel, wenn sich die Angehörigen nicht rund um die Uhr kümmern können, eine Pflegeeinrichtung aber nicht infrage kommt. In der Tagespflege werden Menschen mit und ohne Demenz an einem oder mehreren Tagen in der Woche für einige Stunden betreut und fahren am Nachmittag wieder nach Hause.

Daneben bietet das Memory Zentrum auch eine sogenannte Nachtpflege an: Menschen mit Demenz mit gestörtem Tag-Nacht-Rhythmus werden professionell versorgt, um Angehörige während der Nacht zu entlasten. „Beide Angebote sind weitere Schritte in Richtung einer ganzheitlichen Versorgung von Menschen mit und ohne Demenz“, sagt Evelyn Klasen, Geschäftsführerin der Seniorenhilfe, welche die Tagespflege betreibt. Wie wichtig diese Unterstützung ist, zeigt die große Nachfrage. „Alle Plätze sind bereits vergeben, die Warteliste ist gut gefüllt. Deshalb planen wir schon jetzt weitere Projekte, um die Versorgung der Menschen mit Demenz sicherzustellen“, so Klasen.

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