(v.l.n.r.) Chefarzt Prof. Dr. Frank A. Granderath und Oberarzt Dr. Jan Franzen implantieren bei vielen Reflux-Patienten ein magnetisches Antirefluxsystems, so auch bei Patientin Marion Braun. Bringt diese Titankette wenig Besserung, finden die Spezialisten eine andere Therapielösung (Foto: © Krankenhaus Neuwerk)
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Mönchengladbach. Marion Braun ist erleichtert: Endlich kann die 43-Jährige wieder beschwerdefrei schlucken und – was sie noch viel glücklicher macht – ohne schmerzhaftes Brennen in der Speiseröhre essen. Braun leidet an Adipositas und infolgedessen seit mehr als drei Jahren an der sogenannten Refluxkrankheit, im Volksmund auch als „Sodbrennen“ bekannt. Seit 2017 wird die Patientin im Adipositas- und Reflux-Zentrum Niederrhein betreut. Durch erhebliche Gewichtsabnahme hat Marion Braun die Adipositas in den Griff bekommen. „Aber der Reflux ist geblieben, hat sich sogar verschlimmert und schränkte mein Leben stark ein. Da halfen dann auch keine Medikamente mehr“, erinnert sie sich. Typisch für die chronische, oft fortschreitende Refluxkrankheit ist eine zu schwache untere Speiseröhre. Dadurch können sich Säure und Gallensekret vom Magen den Weg nach oben bahnen. Professor Dr. Frank A. Granderath, Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Krankenhaus Neuwerk, ist Spezialist auf dem Gebiet der Antireflux-Chirurgie. Vom Magazin Focus „Gesundheit – Magen und Darm“ ist er aktuell als einziger Chirurg in Mönchengladbach als Top-Mediziner in diesem Fachbereich ausgezeichnet worden.

Als Chirurg beschäftigt sich Granderath vor allem mit sogenannten funktionellen Operationen – also solchen, die im Körper ein funktionelles System verändern. Dazu gehören beispielsweise eine Magenverkleinerung oder die Implantation eines magnetischen Antirefluxsystems. „Diese OPs betreffen Funktionen, die im Körper auf das Feinste aufeinander abgestimmt sind“, erklärt Prof. Granderath. Eine solche Operation bedeute eine Veränderung des Systems und damit auch der gesamten Lebensumstände. Insofern ist die Patientengeschichte von Marion Braun sehr typisch und zeigt, dass manchmal mehrere Eingriffe notwendig sind, um das natürliche Gleichgewicht wieder herzustellen.

Dr. Jan Franzen, Oberarzt in der Chirurgie, erklärt: „Die Behandlung der Refluxkrankheit hat eine komplexe Struktur, und deswegen sind die Therapieansätze individuell und sehr unterschiedlich. Es gibt hier nicht die eine alleinige Lösung.“ Die Expertise des Zentrums bestehe darin, dass die Kollegen nach einer intensiven Diagnostik mit ausführlichen Gesprächen zu individuellen Therapien kommen: Neben Medikation und einer Umstellung der Lebensgewohnheiten hin zu einem gesünderen Alltag gebe es verschiedene Operationsverfahren, erklärt Granderath. Beispielsweise die Implantation eines sogenannten LINX-Bands: einer kleinen, flexiblen Kette aus Titan-Perlen mit Magnetkern. „Die magnetische Anziehung zwischen den Perlen hält die untere Speiseröhre geschlossen, so dass der Reflux verhindert wird. Die Kette öffnet sich beim Schlucken, um Speisen hindurch zu lassen und um dem Druck beim Aufstoßen nachzugeben“, erläutert der Professor.

Marion Braun hat sich nach eingehender Beratung genau dafür entschieden. Nach einer weiteren Operation fühlt sie sich endlich wieder wohl: „Meine Lebensqualität ist um 100 Prozent gestiegen. Ich kann nicht alles essen, aber es geht mir gut.“

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