Die beiden Preisträger Professor Heyko Schultz und Professor Timo Schwarzwälder (Fotos: privat)
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Krefeld/Mönchengladbach. Mit der Vergabe des Lehrpreises zeichnet die Hochschule Niederrhein herausragendes Engagement ihrer Dozentinnen und Dozenten aus. Im vergangenen Jahr, in dem pandemiebedingt die Lehre überwiegend digital stattfinden musste, wurden über 30 Lehrende von Studierenden oder Kolleginnen und Kollegen nominiert, 18 von ihnen bewarben sich für den Lehrpreis. In einer digitalen Preisverleihung erhielten zwei von ihnen den Lehrpreis für herausragende Leistungen in der Lehre und ein Preisgeld von jeweils 2500 Euro, welches für die Lehre eingesetzt werden muss.

In der Kategorie „Beste digitale Lehrveranstaltung“ konnte sich Dr. Timo Schwarzwälder vom Fachbereich Sozialwesen durchsetzen. Der 35 Jahre alte Professor für Zivilrecht überzeugte mit seiner Lehrveranstaltung „Strafrecht für Sozialarbeiter“ nicht nur seine Studierenden, sondern auch die Jury. Mit Studierenden des fünften Semesters bearbeitet er aktuelle Fallbeispiele, sodass sie lernen, strafrechtliche Konsequenzen abzuschätzen. Dabei setzte er nicht auf Frontalunterricht, sondern aktiviert die Studierenden mit dem Konzept des digitalen Flipped Classroom.

„Durch das digitale Format konnte ich zum Beispiel juristische Onlinedatenbanken besser einbinden. Da alle Studierenden während der Vorlesung Zugriff hatten, konnten wir aufkommende Fragen direkt gemeinsam recherchieren und die eigenständige Falllösung üben. Dadurch bleibt das Gelernte viel eher im Gedächtnis“, sagt Timo Schwarzwälder. Bei den Studierenden punktete er zudem durch eine umfassende Betreuung in Zeiten der Onlinelehre: „Herr Schwarzwälder geht mit uns in den Austausch und lässt uns dadurch Sicherheit und Verständnis zukommen.“ Mit dem Preisgeld möchte Professor Schwarzwälder ein weiteres Projekt antreiben. „Im Bereich Entrepreneurship gibt es unter den Studierenden ein sehr großes Potential. Hier möchten wir durch fachbereichsübergreifende Vorlesungen und Foren zukünftig noch mehr Möglichkeiten bieten“, sagt er.

Der Preis für das „bestes Betreuungs-und Interaktionsangebot in der digitalen Lehre“ ging an Dr. Heyko Jürgen Schultz. Der Professor für Chemische Technik überlegte sich für seinen Kurs „Chemische Verfahrenstechnik“ ein umfassendes digitales Konzept. „Ich war erstaunt, wie sehr die Digitalisierung meinen didaktischen Methodenkoffer erweitert hat“, sagt der 47-Jährige. Gerade in eher praktischen Fächern stellte die Corona-Pandemie die Lehrenden vor Herausforderungen.

Für seine Studierenden rief er einen eigenen Instagram Kanal ins Leben. Dort zeigt er Videos aus dem Labor und erklärt Prozesse. „Dort erlebe ich viel Interaktion. Sobald ich etwas hochgeladen habe, erhalte ich zahlreiche Rückfragen“, sagt Heyko Schultz. Mit dem Preisgeld möchte er sich Kamera- und Mikrofontechnik anschaffen, um digitalen Unterricht auch direkt aus dem Labor anbieten zu können.

Die Idee des digitalen Labors haben zwei Professoren am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik für die Hochschule adaptiert und es damit auf die Shortlist geschafft. Und genau das ist die Idee der Auszeichnung. „Wir möchten gute Lehre sichtbar machen. In unserem Lehrforum tauschen sich die Professorinnen und Professoren regelmäßig über neue Ideen und Ansätze aus. Das Lernen voneinander ist dabei besonders fruchtbar“, sagt Prof. Dr. Berthold Stegemerten, Vizepräsident für Studium und Lehre.

Insgesamt vier Lehrprojekte schafften es auf die Shortlist.  „Besonders erfreulich ist, dass auch zwei neuberufene Professorinnen und Professoren auf unserer Shortlist stehen. Sie bringen nochmal neue Sichtwesen mit“, sagt Dr. Sylvia Ruschin, Leiterin des Bereichs Hochschuldidaktik.

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