Timo Schmitz (Foto: privat)
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Rheinberg. Das Café Sahnehäubchen in der Rheinberger Innenstadt schließt, das Lokal wird dennoch auch in Zukunft nicht leer stehen: eine Versicherungsagentur findet in den Räumen des Cafés ein neues zuhause, ein dauerhafter Leerstand ist also verhindert. Aber ist dies die Richtung, in welche sich die Rheinberger Innenstadt entwickeln möchte? „Die Politik muss handeln, das Entgegenwirken zum Innenstadtsterben muss oberste Priorität bei der Stadtverwaltung sein“, meint die FDP. „Die Stadt muss Personen mit Geschäftsidee für die ersten Schritte unter die Arme greifen, damit auch der Einzelhandel in Rheinberg wieder Fuß fassen kann“, sagen die Liberalen. Die FDP sieht sogenannte „Pop-Up-Stores“ als Mittel, diese Startchancen langfristig ebnen zu können.

Die Rheinberger FDP hat bereits Ende 2020 einen Antrag mit möglicher Umsetzung schon im Sommer 2021 an den kommenden Ausschuss für Tourismus, Stadtmarketing und Kultur gestellt: Nach Meinung der Fraktion soll die Stadt Rheinberg in Verhandlungen mit den Eigentümern leerstehender Innenstadt-Ladenlokale treten, möglichst viele in der Innenstadt leerstehenden Lokale anmieten und günstig an mögliche Interessenten für eine kurzweilige Dauer weitervermieten. „Wir können dem Sterben der Innenstadt nicht weiterzusehen, die Stadt muss nun den Mut aufbringen, in ihr Herzstück zu investieren, bevor es zu spät ist“, sagt Timo Schmitz, Vorsitzender der Rheinberger Liberalen.

Pop-Up-Stores sollen hier helfen: Läden, die nur für eine bestimmte Zeit öffnen, dann wieder schließen und ein Zuhause für einen neuen Mieter werden. Die Idee ist nicht neu, viele kleine Städte veranstalten regelmäßig Events zu Pop-Up-Stores und haben Erfolg. Das Konzept ist gut auf Rheinberg übertragbar, findet die FDP. Die flexible Möglichkeit der Anmietung leerstehender Ladenlokale minimiert Risiken für mutige, neue Einzelhändler. Wird das Geschäft in der Zeit des Bestehens gut angenommen, könne über eine langfristige Miete gesprochen werden, andernfalls besteht die Möglichkeit für einen weiteren Mieter Mut zu fassen und eine neue Geschäftsidee zu präsentieren. „Das ist eine Win-Win-Situation für unsere Stadt und willige Personen, die sich aktuell noch scheuen etwas Endgültiges und Permanentes aufzubauen“ meint Franca Cerutti, stellv. Vorsitzende der FDP. Andere Städte in der Umgebung machen es vor: Die Stadt Moers finanziert ein ähnliches Konzept für Ihre Innenstadt durch Förderprogramme des Landes NRW, mietet im Sommer 2021 mehrere leerstehende Gebäude in der Moerser Altstadt.

Die Freien Demokraten beauftragen die Stadt Rheinberg nun zu prüfen, ob auch in Rheinberg für ein oder zwei Sommermonate im Sommer 2021 ein Pop-Up-Store-Event durchzuführen ist und bittet hierzu um eine Aufstellung von Kosten und die Gesprächsaufnahme mit den Eigentümern der Ladenlokale. „Wir müssen handeln, besser früher als später“, findet der Vorsitzende Timo Schmitz. Vorschweben tut den Rheinberger Liberalen möglicherweise eine jährliche Veranstaltung. Stimmen die übrigen Ratsfraktionen dem Anliegen der FDP zu, ist die Stadt nun am Zug – und Rheinberg möglicherweise um ein paar außergewöhnliche Geschäfte noch in diesem Jahr reicher.

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