Doris Wissemann und Hans Christian Markert (Fotos: privat)
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Rhein-Kreis Neuss. Im Rahmen eines umfassenden Klimaschutzkonzeptes beantragen die Kreistagsfraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD in der Sitzung des Planungs-, Klimaschutz- und Umweltausschusses am 25. Februar 2021 sowie des Finanzausschusses am 11. März 2021 die Bewilligung von rund 1 Million Euro zusätzlicher investiver Mittel sowie Fördermitteln des Bundes für die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes für den Kreis.

 

„Symbolpolitik und wohlfeiles Reden helfen nicht weiter“

Hans Christian Markert, Kreistagsabgeordneter der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Rhein-Kreis Neuss und Sprecher für Klima, Umwelt und Energie ist überzeugt: „Gegen die wohl größte Herausforderung dieser Zeit, den Klimawandel, hilft anders als bei Corona keine Impfung. Symbolpolitik und wohlfeiles Reden hilft da auch nicht weiter. Gerade hier im Revier müssen wir klotzen und nicht kleckern, damit wir die von GRÜNEN und SPD vereinbarte Klimaneutralität der kreiseigenen Einrichtungen bis 2030 auch tatsächlich erreichen. Darum wollen wir den Blick bewusst auf die klimafreundliche Modernisierung und energetische Sanierung der Kreisgebäude richten. Bundesweit hat der Gebäudesektor alles in allem einen Anteil von rund 30 Prozent am CO2-Ausstoß.“

 

In Zukunft mehr Geld für den Klimaschutz als für klimabelastende Maßnahmen

„Selbst die von uns zusätzlich eingeforderten knapp eine Million an jährlichen Investitionsmitteln können nur ein Anfang sein“, ergänzt Markert. Zukünftig müsse zudem immer mehr Geld für den Klimaschutz ausgegeben werden als für klimabelastende Maßnahmen.

Auch die SPD zeigt sich entschlossen: „Neben dem Strukturwandel bildet der Klimawandel die zweite große Herausforderung der kommenden Jahre für den Rhein-Kreis Neuss. SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 die Klimaneutralität der kreiseigenen Einrichtungen zu erreichen. Die dafür notwendigen Maßnahmen wie beispielsweise die schrittweise energetische Sanierung der kreiseigenen Gebäude und die verstärkte Nutzung von Solarstrom durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern und Parkplatzflächen der Liegenschaften des Kreises müssen so schnell wie möglich angegangen werden, um dieses Ziel zu erreichen“, so Doris Wissemann, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion.

 

„Vorgeschlagene Mittel rechnen sich in kurzer Zeit“

Geplant sind unter anderem die energetische Optimierung sowie die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern aller kreiseigenen Gebäude. Hierfür sollen jährlich 640.000 Euro als investive Mittel in den Haushalt eingestellt werden. Darüber hinaus sollen sämtliche Heizungs- und Warmwasseranlagen zeitnah auf Alternativen zu fossilen Energieträgern geprüft und bis 2030 umgestellt werden; diesbezüglich sieht der jährliche Haushaltsansatz 200.000 Euro vor. Profiteure sind die zahlreichen kleinen und mittelständigen Handwerksbetriebe im Rhein-Kreis Neuss.

Wissemann macht eine einfache Rechnung auf: „Bezogen auf den jahrzehntelangen Lebenszyklus von Gebäuden rechnen sich die vorgeschlagenen Maßnahmen in kurzer Zeit und tragen zudem zum Werterhalt der Gebäude bei.“

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