v.l. Rainer Keller, Moritz Hußmann und Ludger Hovest (Fotos: Markus Joosten)
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Kreis Wesel. Wie der Lokalpresse zu entnehmen war, werden im Weseler Impfzentrum zur Zeit nicht allzu viele Personen geimpft. Die Impfstraßen könnten rund 1.500 Personen am Tag bewältigen, tatsächlich eingeladen werden zur Zeit nur 360 Patienten pro Tag. Nur nachmittags ist im Impfzentrum Betrieb, vormittags ist es gähnend leer. Das soll erst in der kommenden Woche geändert werden, wenn ein Betrieb in zwei Schichten aufgenommen wird und dann auf 720 erhöht wird.

Das mag daran liegen, dass nicht schnell genug Impfstoff produziert wird. Aber ein Skandal ist es, nach Ansicht der SPD in Wesel, dass jeden Tag Impfdosen übrig bleiben und für die nächsten Tage dann eine geringere Anzahl bestellt wird, “statt alles zu verimpfen, was wir bekommen können!!!”

Die Ursache ist die mangelnde Organisation von Kassenärztlicher Vereinigung (KV) und dem Weseler Landrat. „Die Verwaltung funktioniert nicht“, meint Moritz Hußmann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von der Weseler SPD. „Es ist schon schlimm genug, dass wir einen Engpass bei den Impfdosen haben. Aber dann quasi welche liegen zu lassen und weniger neu bestellen statt alles zu verimpfen, was wir kriegen können, ist doch unglaublich.“ “Auch ein zweites Impfzentrum im Kreis Wesel nützt nichts, wenn KV und Landrat die Organisation nicht hinkriegen”, ergänzt Rainer Keller.

„Wir fordern, dass alle Impfdosen, die der Kreis Wesel bekommt, auch verimpft werden und auf gar keinen Fall Impfdosen abbestellt werden“, klagt Partei- und Fraktions-Boss Ludger Hovest an. „Es geht 1. um Leib und Leben von Menschen und 2. um unsere Weseler Wirtschaft. Jeder Tag, den die Geschäfte geschlossen bleiben müssen, kann den Ruin für manche Geschäftsleute bedeuten, daher müssen wir um jede Impfdosis kämpfen. Es ist ja wohl nicht zu viel verlangt, dass die KV und der Kreis für jeden Tag eine Reserveliste zur Verfügung haben für den Fall, dass Patienten absagen. Die kann man dann abtelefonieren und impfen. Jede Dosis trägt dazu bei, die Pandemie zu beenden!“

Landtagsabgeordnete Schneider und Yetim kritisieren Impfstoff-Stornierung des Kreises Wesel

Der Impfstoff ist das beste Mittel zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Die SPD-Landtagsabgeordneten René Schneider und Ibrahim Yetim sind daher entsetzt, dass der Kreis Wesel eine Lieferung des Impfstoffs storniert hat. Sie fordern, strukturelle Schwierigkeiten auf Kreis- und Landesebene schnellstmöglich zu beheben.

„Gesundheitsminister Laumann muss dafür sorgen, dass die Terminvergabe an die Verfügbarkeit des Impfstoffs angepasst wird. Wenn es mehr Impfstoff gibt, können mehr Menschen geimpft werden – das darf nicht an fehlenden Terminen scheitern“, so die beiden SPD-Politiker. Der Kreis müsse zudem effektive Strukturen schaffen, die auch eine kurzfristige Impfung ermöglichen. „Uns berichten noch immer viele der über 80-Jährigen, dass sie noch keinen Impftermin bekommen haben oder erst im Mai an der Reihe sind. Jede stornierte Impfdosis ist verlorene Zeit in der Pandemie-Bekämpfung!“

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